Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Stubengasse

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Stubengasse

Stadtbezirk   Münster-Mitte
Statistischer Bezirk   Dom
Lage  im Stadtplan

Entstehung   1636   —
Amtsblatt   —   —

Schon seit dem Mittelalter kennt man in Münster die Stubengasse. Alerdinck weist sie auf seinem Stadtplan von 1636 als stubenstegge aus. Der Name kommt von den Badestuben her, die hier bereits im Mittelalter standen und sich nach 1610 noch an dieser Stelle befanden. Im Volksmund nannte man die Straße auch Klarissenstiege nach dem auf der Ecke liegenden, 1613 gegründeten Klarissenkloster.
Quelle: Wilhelm Kohl in: Münstersche Zeitung, 20.12.1956


Das Klarissenkloster
Das Kloster der Armen Klarissen wurde 1614 im Winkel von Stubengasse und Loerstraße erbaut. Der Orden wurde 1212 von Franz von Assisi und der hl. Klara von Assisi (1194-1253) in Assisi gegründet. Ganz im Geiste der eng mit dem Nonnenorden verwandten Franziskaner ist auch die Gemeinschaft der Armen Klarissen ein Bettelorden.
Das Kloster wurde 1811 im Zuge der Säkularisation aufgehoben*, diente zunächst als Militärmagazin, später als städtisches Armenhaus. 1885 wurden die Klostergebäude mit dem Clemenshospital zusammengeschlossen.
Quelle: Detlef Fischer, Münster von A bis Z, Münster 2000

* Arbeitslose Kleriker - heimatlose Nonnen
Im Zuge der Säkularisationen in den Jahren 1804 und vor allem 1811 wurden in Münster viele Personen geistlichen Standes arbeitslos und oftmals sogar heimatlos. Stiftskapitel und Klöster konnten durch die weltliche Obrigkeit aufgehoben werden, nicht aber kirchliche Orden. Funktionen konnten den Ordensgeistlichen durch den Staat entzogen werden, nicht aber Ordination und Weihen.
Als das Kloster der Franziskaner-Minoriten im Jahre 1804 teilenteignet und mit dem Verbot zur Aufnahme von Novizen belegt wurden, gehörten dem Konvent 25 Priester und zehn Laienbrüder an. Ein Teil der Priester trat in den Weltpriesterstand. Teilweise ist über das weitere Schicksal der vielen Konventsbrüder, zum Beispiel der Kapuziner, nichts bekannt. Noch 1802 lebten im Kapuzinerkloster 27 Klosterbrüder, die Novizen und Kleriker nicht mitgerechnet. Manche mögen sich mit einer Pension in den Ruhestand zurückgezogen haben.
Ordensgeistliche waren in der Regel nicht auf eine Diözese beschränkt und deshalb mobil. Aber die Aufhebung von Klöstern erfolgte in allen geistlichen und weltlichen Fürstentümern des Reiches. Aus dem Benediktinerinnenkloster St. Aegidii mussten acht Nonnen und drei Laienschwestern das Weite suchen. Im Schwesternhaus Mariental lebten 1811 immerhin 14 Schwestern, im Klarissenkloster im selben Jahr 21. Die weiblichen Ordensangehörigen dürften hauptsächlich wieder in den Schoß ihrer Familien zurückgekehrt sein. Nur für die Pröpste, Äbte und Äbtissinnen sah der der Reichsdeputationshauptschuss ausreichende Pensionen vor. Für Konventsmitglieder sollten 300 bis 600 Gulden pro Jahr gezahlt werden. Für Laienbrüder war auf ähnliche Art zu sorgen.
Quelle: Stadtarchiv Münster, Im Wandel der Zeit - 1200 Jahre Münster, Zwolle 2000, Seite 142



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