Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Wedemhove

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Wedemhove

Stadtbezirk   Münster-Ost
Statistischer Bezirk   Handorf
Lage  im Stadtplan

Entstehung   1983   01.09.1983
Amtsblatt   —   —

Wedemhove ist ein in dieser Gegend überlieferter Flurname.

Der Wedemer oder Widemer war der Bauer, der den Pfarrhof oder einen der Kirche gehörenden Hof bewirtschaftete.

Der heute noch existierende Bauernhof Wemhoff (früher Wedemhof) an der Kötterstraße, ist der alte zur Ausstattung der Pfarrkirche Handorfs gehörende Hof, nach Auskunft von Werner Dobelmann, erstmalig 1251 erwähnt. Jahrhundertelang gehörte der Hof zum Stift St. Mauritz. Somit hat dieser Hof einerseits eine enge Beziehung zur Dorfentwicklung Handorfs, andererseits auch zu dieser Straße Wedemhove, weil ein Teil des hier liegenden Bodens zum Hof Wemhoff gehörte.
Quelle: Notiz des damaligen Stadtheimatpflegers, 1983

Die niederdeutsche Sprache unterschied zwischen Hof und Hove. Mit Hof wurde der Herrenhof bezeichnet, zum Beispiel der Bispinghof, der Drostenhof, der Schultenhof. Das Wort Hove bezeichnete die abhängigen Hofstellen, die zum Eigentum eines Herrenhofes gehörten, zum Beispiel Brandhove, Egelshove, Wedemhove.
Quelle: Gunter Müller in einem Vortrag bei den 31. Niederdeutschen Heimattagen in Münster am 30.9.2009 in der Stadtbücherei in Münster.


Der Hof und die Hove
Beide Wörter werden oft verwechselt , unterscheiden sich aber schon im grammatischen Geschlecht:

  • Der Hof - ein männliches Wort mit kurz gesprochenem "o" - meint ursprünglich einen Herrenhof oder Oberhof, im Münsterland zumeist Schultenhof und im Östlichen Westfalen "Meierhof" genannt. Der dort wohnende Schulte oder Meier war nicht in erster Linie als Landwirt tätig, sondern als eine Art Amtmann mit klar umgrenzten Amtspflichten, beauftragt von seinem kirchlichen, klösterlichen oder adligen Grundherrn. So hatte ein Schulte oder Meier dafür zu sorgen, dass die Bauern seines Bezirks die Abgaben entrichteten, ihre Hööfe ordentlich bewirtschafteten und das Recht einhielten. Der Oberhof war selbst mit Flächen zur Landwirtschaft ausgestattet. Ein Schulte oder Meier bebaute sie - zumindest im Mittelalter - aber nur selten auf eigene Rechnung, sondern vor allem zugunsten des Grundherrn.
  • Die Hove - ein weibliches Wort mit langgesprochenem "o" - bezeichnet demgegenüber allgemein einen Vollbauernhof oder eine Hofstelle. Es ist "das von einem Colon bewohnte Ackerland, stehe es in Abhängigkeit von einem Herrenhof oder sei es unabhängig", teilt Jacob Grimm in seiner Quellensammlung der deutschen Rechtsaltertümer mit.
    Huove, Hove oder hochdeutsch Hufe beschreibt laut Deutschem Wörterbuch der Brüder Grimm ursprünglich gar keinen geschlossenen Bauerhof, sondern ein gemessenes und gehegtes Landstück in Flur oder Wald, dessen Größe schwankt. Diese Bedeutung findet sich auch in historischen Dokumenten Westfalens. So weist eine 1496 geschriebene Urkunde aus Salzuflen auf "1/2 hove landes, geheten de Molenhove".

Quelle: Gisbert Strotdrees, Im Anfang war die Woort - Flurnamen in Westfalen, Ardey-Verlag Münster, 2018


Viele Straßennamen erinnern noch daran, dass früher Kirchen, Klöster, Pastorate, Küstereien, Vikarien und andere Hilige die Grundbesitzer waren. Es sind die Straßennamen
Am Kerkamp, Am Klosterwald, Am Pastorenbusch, Hilgeland, Juffernkamp, Kerkheideweg, Kerkschlag, Kirchfeld, Klosterbusch, Kösters Kämpken, Papenbusch, Papenstiege, Pastorsesch, Wedemhove und Zum Klosterholz.


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