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100 Jahre Fischbrathalle
Familie Meyer in der vierten Generation im Ausstellungsraum. © Stadtmuseum Münster
24. April bis 16. August 2026
Das Stadtmuseum Münster widmet sich vom 24. April bis zum 16. August dem 100-jährigen Jubiläum der lokalen Fischbrathalle. Historische Fotografien und Objekte aus der Anfangszeit der Fischbrathalle beleuchten eine zur Institution gewordene gastronomische Einrichtung als Bestandteil der Stadtgeschichte.
Alles begann am 15. Mai 1926, als Otto und Lina Meyer, geborene Langer, die zuvor von Bremerhaven nach Münster gezogen waren, in der Schlaunstraße 8 die Fischbrathalle eröffneten. Dies wurde erst durch die Industrialisierung möglich, da nun der zuverlässige Transport von frischem Fisch ins Binnenland gewährleistet war. In Münster entstand dadurch die Fischbrathalle – bis heute die einzige ihrer Art in der Stadt.
Zur Eröffnung wurden in der Lokalpresse „gute sättigende Portionen” Bratfisch mit Kartoffelsalat angekündigt. Die Fischbrathalle war täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet und bot ihre Speisen sowohl im Gastraum als auch zum Mitnehmen an. Teller mit der Aufschrift „20 Pfennig” oder „50 Pfennig” erlaubten die Wahl zwischen kleineren und größeren Portionen. Einige dieser Originalstücke sind nun erstmals im musealen Kontext zu sehen.
Auch in schwierigen Zeiten blieb die Fischbrathalle ein verlässlicher Teil der Nachbarschaft. So stellte sie nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Stühle für Gottesdienste in der benachbarten Johanniskapelle zur Verfügung, da dort die Kirchenbänke fehlten. Nach dem Gottesdienst wurden die Stühle wieder zurückgebracht – eines dieser hölzernen Relikte aus vergangener Zeit wird im Stadtmuseum Münster gezeigt.


