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Themenraum Kolonialismus
23. August 2025 bis 15. Februar 2026
Die Ausstellung nimmt die Spuren des deutschen Kolonialismus in Münster und seine Folgen in den Blick. Für das dreiköpfige Kuratoren-Team mit Frau Prof. Dr. Sarah Albiez-Wieck (Historisches Seminar der Universität Münster), Herrn Dr. Johannes Jansen (Institut für Didaktik der Geschichte der Universität Münster) und Frau Dr. Barbara Rommé (Stadtmuseum Münster) geht es darum, die Entwicklung auch für Münster zu zeigen und Raum zu schaffen für unterschiedliche Erfahrungen und Stimmen zum Thema. „Zwischen 1884 und 1918 besaß Deutschland Kolonien in Afrika, China und im pazifischen Raum“, berichtet Museumsdirektorin Barbara Rommé. „Viele Menschen in Münster profitierten davon, dass diese Regionen unterdrückt und ausgebeutet wurden. Der koloniale Blick, der Menschen aus den betroffenen Gebieten als minderwertig betrachtete, hat bis heute seine Spuren hinterlassen, auch in Münster.“
Historisches Seminar der Universität Münster mit digitaler Präsentation
Das Historische Seminar präsentiert 35 digitale Objektbeiträge mit Bezug zu Münster. Sie dokumentieren die Zeit vor, während und nach der deutschen Kolonialherrschaft und zeigen, wie sich der heutige Blick auf diese Vergangenheit verändert hat. Die Beiträge entstanden in Seminaren unter der Leitung von Professorin Sarah Albiez-Wieck an der Universität Münster.
Institut für Didaktik der Geschichte mit repräsentativer Forsa-Umfrage
Was verbinden die Menschen mit jener Zeit, in der Deutschland Kolonien in vielen Teilen der Welt besaß? Diese und andere Fragen stellte das Institut für Didaktik der Geschichte der Universität Münster, um die heutige Wahrnehmung und Bewertung von Kolonialismus in Deutschland festzuhalten. Die Ergebnisse der aktuellen Studie in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa wertete Dr. Johannes Jansen aus. Sie sind umfangreich aufbereitet.
Stadtmuseum Münster nimmt Völkerschauen und Kolonialwaren in den Fokus
Das Stadtmuseum Münster widmet sich in seinem Beitrag zwei bedeutenden Aspekten der Stadtgeschichte. Es thematisiert die sogenannten Völkerschauen, bei denen Menschen aus außereuropäischen Kulturen regelrecht ausgestellt wurden. Die Ausstellung zeichnet nach, wie der Kanadier Robert Cunningham australische Indigene unter anderem im Münsteraner Zoo „zur Schau“ stellte. Des Weiteren wird der Anstieg von Kolonialwarenhandlungen zwischen 1880 und 1920 aufgezeigt, der in dieser Zeit von 80 auf über 800 Geschäfte allein in Münster anwuchs.
Beiträge von Initiativen und Vereinen
Einen zentralen Bestandteil der Ausstellung bildet die Darstellung der Perspektive derjenigen, die bis heute von kolonialen Machtverhältnissen betroffen sind. In der Ausstellung kommen Initiativen und Vereine aus Münster zu Wort, die Impulse für den Dialog, die kritische Reflexion und einen wertschätzenden Umgang bieten.
Ihre Meinung ist wichtig
An zwei Stellen in der Ausstellung werden die Besucherinnen und Besucher nach ihrer Einschätzung zum Thema gefragt und sie können sogar die Forsa-Umfrage mit ihren eigenen Voten ergänzen. Ein solch anspruchsvolles Thema verlangt nach einer intensiveren Auseinandersetzung und der Dokumentation der Einschätzung der Besuchenden.
Allgemeine Informationen
Die Präsentation ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des Stadtmuseums Münster, des Historischen Seminars und des Instituts für Didaktik der Geschichte der Universität Münster mit zwölf weiteren Partnerinstitutionen. Beteiligt sind neben den drei Hauptpartnern: Afrika Kooperative e.V., Afrikanische Perspektiven e.V., Amt für Integration und Migration, Eine Welt Netz NRW, Cactus Junges Theater, Stadtarchiv Münster, Stadtbücherei Münster, Universität zu Köln, Villa ten Hompel, Volkshochschule Münster, Weltladen im Viertel, Westfälischer Kunstverein.
Zur Ausstellung gehört ein abwechslungsreiches Begleitprogramm mit öffentlichen Führungen, Studientagen für Schulen mit an der Ausstellung beteiligten Studierenden.
- Angebote für Schulklassen (PDF, 2.00 MB)
- Angebote für alle Besucherinnen und Besucher (PDF, 362 KB)