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Ausschnitt eines alten Stadtplans von Münster aus dem Jahre 1862
 
Straßenschild Ringoldgasse
 
 
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Franz-Essink-Straße

Stadtbezirk:Münster-Mitte
Statistischer Bezirk: Rumphorst
Entstehung: 1945
Amtsblatt: Feb.45
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Benannt nach Franz Essink, *25.4.1801 Münster, †31.12.1871 Münster, Kupferschmied.

Eine Gestalt, um die sich zahlreiche Legenden ranken, ist der Gelbgießer, Junggeselle, Geizhals und Kleinbürger Franz Essink. Über den wirkliche Franz Essing ist bekannt, dass er Zeit seines Lebens an der Rothenburg gewohnt hat, dass er Junggeselle war und sich auf Grund verschiedener Charaktereigenschaften, so etwa seines sprichwörtliche Geizes, für ein Charakterbild des münsterschen Poahlbürgers schlechthin geradezu anbot. In seinem Testament hatte Franz Essink der Stadt Münster ein beträchtliches Vermögen vererbt. Aus Dankbarkeit hierfür übernahm die Stadt die Grabpflege. Als im Jahre 1914 der alte Ludgeri-Aegidii-Friedhof abgeräumt wurde, um dem Bau der Antoniuskirche Platz zu machen, beließ man das Grab Franz Essinks an seinem Platz. Seine Gebeine ruhten nun unter dem Gehsteig der Moltkestraße. Im Jahre 1958 erinnerte man sich des Grabes und schuf das kleine Steinmosaik, das auch heute noch auf dem Gehweg zu sehen ist. Franz Essinks Originalität wär heute längst vergessen, wenn es nicht jenen berühmt gewordenen plattdeutschen Kulturroman aus der Feder von Hermann Landois und Franz Giese gegeben hätte. In diesem Werk wird die Person Franz Essings zum Typus des norddeutschen Kleinstädters um 1860 und sein Schicksal zum Kulturbild der Stadt Münster in dieser Zeit erhoben.
Quelle: Detlef Fischer, Münster von A bis Z, Münster 2000

Das Grab Franz Essinks war auf dem Aegidiifriedhof. Nach der Überbauung durch die Moltkestraße wurde seine Grabstätte auf dem heutigen Bürgersteig neben der Antoniuskirche durch Kleinpflasterung markiert.
Quelle: Eberhard Hoffschulte in Zur Geschichte der Friedhöfe und des Bestattungswesens in Münster von Silvia Dethlefs, Münster 1991>


Die Franz-Essink-Straße hieß zwischen 1939 und 1945 Johann-Rickmers-Straße nach einem an der alten Feldherrnhalle in München zu Tode gekommenen Nationalsozialisten.
Quelle: Wilhelm Kohl in: Münstersche Zeitung, am 10.3.1958