Stadt Münster: Verkehrsplanung - Grüne Welle

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Verkehrssteuerung

Grüne Welle

Objektive Definition - subjektives Empfinden

Es klingt so einfach: Statt mit qualmendem Auspuff an roten Ampeln zu warten, schwimmt der Verkehr auf der Grünen Welle in einem Rutsch durch die Stadt.

Doch "in einem Rutsch" in alle Richtungen und über längere Strecken geht leider physikalisch nicht. Die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen hat die Grüne Welle klar definiert: Mindestens 65 Prozent der Ampeln können bei Grün passiert werden.

Das heißt für Münster: Wer die Steinfurter Straße stadteinwärts fährt bis zur Moltkestraße in Richtung Ludgeriplatz hat die Grüne Welle erwischt, wenn elf der 16 Ampeln auf dieser Strecke Grün zeigen. Die Erfahrung lehrt: Man registriert nicht die elf grünen, sondern ärgert sich über die fünf roten.


Ein Ideal und seine Grenzen

Grün an zwei Dritteln der Ampeln – ein ambitioniertes Ziel. Es kann nur erreicht werden, wenn die Grünphasen möglichst gut aufeinander abgestimmt werden. Doch selbst dann gibt es Grenzen.

Denn: Mal steht ein schwerer Lastwagen an der Ampel, mal ein Pkw – mal parkt ein Wagen halb auf der Straße, ein anderer biegt in die Einfahrt ab – erst tobt die Rushhour, dann sind nachts alle Straßen frei.

Hinzu kommt, Münster ist nicht Manhatten. Das Straßennetz ist nicht am Reißbrett entstanden, sondern historisch gewachsen. Die Straßen sind unterschiedlich breit, die Abstände zwischen den Kreuzungen unterschiedlich groß, was die Abstimmung der Ampeln aufeinander wesentlich erschwert.


Grafik

Ampeln leuchten im Takt

Die Grüne Welle funktioniert nur mit einem einheitlichen Ampeltakt. In Münster ist das, wie in vielen Städten, ein 90-Sekunden-Takt. In dieser Zeit müssen alle einmal Grün gesehen haben: Fußgänger, Fahrräder und Autos.

Die Grafiken unten zeigen Theorie und Praxis:


1. Grüne Welle: Der Idealfall

So kann die Grüne Welle bei einem normalen Verkehrsaufkommen theoretisch endlos funktionieren, sogar in beide Richtungen: Kreuzungen im gleichen Abstand, somit identische Fahrzeiten zwischen den Ampeln. Schalten A und C gleichzeitig auf Grün, erreichen die Wagen beider Fahrtrichtungen die Ampel B gleichzeitig.

2. Grüne Welle: Die Realität

Die Abstände der Kreuzungen sind uneinheitlich, die Fahrzeuge kommen zu unterschiedlichen Zeiten dort an. Zumal zwischen den Kreuzungen noch zahlreiche Einmündungen und Abzweigungen liegen. Also einfach längere Grünzeiten für die Hauptrichtung? Das ist nur in engen Grenzen möglich. Denn: Auch die Verkehrsteilnehmenden in den Nebenrichtungen haben einen Anspruch auf einmal Grün in 90 Sekunden. Längere Wartezeiten könnten Rotlichtsünden – zu Fuß und auf Rädern – und Unfälle provozieren.

 

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