Themenfeld Klimaanpassung
Klimaanpassung bedeutet für Münster, sich frühzeitig auf die spürbaren Folgen des Klimawandels einzustellen und auf häufiger auftretende Starkregenereignisse oder längere Trocken- und Hitzephasen vorbereitet zu sein. Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit der Stadt zu sichern, Risiken zu minimieren und die Lebensqualität für alle Einwohner*innen zu erhalten. Dazu arbeitet die Stadtverwaltung bereichsübergreifend zusammen und entwickelt konkrete Strategien und Maßnahmen.
Wasser, Hitze und Katastrophenschutz
Die städtischen Maßnahmen zur Klimaanpassung konzentrieren sich auf den Schutz kritischer Infrastrukturen und den Ausbau des Katastrophenschutzes, eine sichere Versorgung mit Trinkwasser sowie eine intelligente Nutzung von Brauchwasser, eine wassersensible und klimaresiliente Stadtentwicklung sowie den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung bei Hitze. Instrumente wie Katastrophenschutzbedarfsplan, Trinkwassernotbrunnen-Konzept, Niederschlags- und Brauchwasserkonzept, Stadtklimaanalyse, Standards für wassersensible Planung und der Hitzeaktionsplan bilden hierfür die fachliche Grundlage und werden Schritt für Schritt umgesetzt und weiterentwickelt.
Maßnahmen im Themenfeld Klimaanpassung (Stand Dezember 2025)
Katastrophenschutzbedarfsplan (KatS-Bedarfsplan) / KRITIS
Die Überprüfung und Sicherung von Gebäuden und Anlagen kritischer Infrastrukturen (bspw. Krankenhäuser, Stromversorgung) gegenüber den Folgen des Klimawandels, v.a. hinsichtlich Starkregen und Sturm ist eine wesentliche Maßnahme der städtischen Klimaanpassung. So wurde auch die Sicherung des Feuerwehrvorbehaltsnetzes in Konsequenz von Starkregenereignissen und Hochwasser unter Führung des Amtes für Mobilität und Tiefbau im Rahmen des AK KRITIS betrachtet. Erforderliche Maßnahmen wurden definiert und im Handlungsleitfaden beschrieben.
Die Starkregengefahrenkarten wurden den Katastrophenschutz-relevanten Behörden zur Verfügung gestellt, verbunden mit dem Angebot eines fachlichen Austausches und einer weitergehenden Beratungsunterstützung. Des Weiteren werden die Karten im verwaltungsinternen WebGIS allen Fachämtern als Grundlage für ihre Planungen und Prüfprozesse zugänglich gemacht. Die spezifischen Risikoanalysen in Bezug auf z.B. Anlagen der kritischen Infrastruktur, Vorbehaltsnetz der Feuerwehr, öffentliche Gebäude können je nach Bedarf erstellt und zur Verfügung gestellt werden.
Der Katastrophenschutzbedarfsplan ist in der Sitzung vom 02.07.2025 (V/0346/2025) durch den Rat der Stadt beschlossen worden. Im Folgenden sind die erkannten Bedarfe in die Planung und die operative Umsetzung zu überführen. Für die Sicherstellung der Aufgabenerledigung sind jedoch die erkannten Personalbedarfe vorrangig zu besetzen.
Federführung: Feuerwehr Münster
Trinkwassernotbrunnen
Die Stadt Münster verfügt derzeit nicht über eine ausreichende Anzahl an Trinkwassernotbrunnen. Deshalb ist eine Konzeption, in welchem Rahmen eine Versorgung über Trinkwassernotbrunnen notwendig ist, zu entwickeln. Die Versorgungsdichte mit Trinkwassernotbrunnen soll sukzessiv erhöht werden. Am 02.07.2025 wurde der zuvor fertiggestellte KatSBP durch den Rat der Stadt Münster bestätigt. Im Verlauf sind die formulierten Bedarfe in eine konkrete konzeptionelle Planung zu überführen.
Federführung: Feuerwehr Münster
Niederschlags- und Brauchwasserkonzept
Vor dem Hintergrund des Bevölkerungswachstums und insbesondere in ausgeprägten Trocken- und Hitzephasen gilt es das wertvolle Gut Wasser möglichst effizient zu nutzen. Dazu gehörten die Trinkwassersubstitution und die Erstellung eines Brauchwasserkonzepts, mit dem Potenziale erhoben werden und aus denen sich Maßnahmen ableiten lassen. Zudem soll der natürliche Wasserhaushalt gefördert werden. Niederschlag muss versickern und verdunsten können, sowie für Trockenperioden gespeichert und nutzbar gemacht werden können. Ergänzend zum Wasserversorgungskonzept, das die Trinkwasserversorgung der Stadt Münster sicherstellt, soll die Erstellung und Umsetzung eines Niederschlags- und Brauchwasserkonzepts eine Erschließung alternativer Wasserquellen ermöglichen.
Federführung: Amt für Mobilität und Tiefbau in Kooperation mit den Stadtnetzen Münster und der Stabsstelle Klima
Stadtklimaanalyse
Die Anforderungen an räumliche Planungen sind aufgrund der Folgen des Klimawandels gestiegen und es bedarf einer aktuellen und detaillierten stadtklimatischen Bewertungsgrundlage.
Mit der Klimaanalyse werden stadtklimatische Sachverhalte untersucht, bewertet, in Kartenform dargestellt und für die Planung nutzbar gemacht. Die Berücksichtigung der thermischen und lufthygienischen Situation sowie der Auswirkungen von Bau- und Planungsmaßnahmen auf die Luft gewinnen vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Die räumliche Ausprägung des Luftaustausches sowie thermisch belasteter Gebiete müssen betrachtet werden und die Ausgleichs- und Belastungs- bzw. Wirkräume zueinander in Beziehung gesetzt. Aus den Ergebnissen werden Empfehlungen für die Planung zur Verbesserung oder zum Erhalt der Situation abgeleitet. Der Fokus liegt hierbei auf dem Thema der bioklimatischen Belastung (Hitze).
Federführung: Stabsstelle Klima
Wassersensible Stadtentwicklung
Für die klimaresiliente Stadtentwicklung ist die Minderung der Auswirkungen von Dürren und Starkregen ein wichtiger Pfeiler. Durch die Festlegung von Standards für eine wassersensible Planung, können diese bei der Wohnbaulandentwicklung, Verkehrsraumgestaltung und dem Neubau städtischer Gebäude berücksichtigt werden. Somit kann ein naturnaher Wasserhaushalt eingehalten werden, das Kleinklima verbessert werden, der Niederschlagsrückhalt in Siedlungsräumen verbessert werden und Überflutungsschutz gewährleistet werden, sowie das Ressourcenmanagement für Wasser effizient gestaltet werden.
Federführung: Amt für Mobilität und Tiefbau, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, dem Stadtplanungsamt und der Stabsstelle Klima
Umsetzung Hitzeaktionsplan
Maßnahmen zur Vermeidung von gesundheitlichen Folgen bei Hitze
Als zentraler Bestandteil des städtischen Handlungskonzepts Klimaanpassung 2030 zielt der Hitzeaktionsplan für Münster darauf ab, die vulnerablen Bevölkerungsgruppen und die Gesamtbevölkerung vor den gesundheitlichen Gefahren durch Hitze präventiv zu schützen. Er umfasst zwölf Maßnahmen und ist das Ergebnis eines intensiven Beteiligungsprozesses. Der Hitzeaktionsplan soll kontinuierlich weiterentwickelt und an künftige Bedarfe angepasst werden.
Federführung: Gesundheits- und Veterinäramt