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Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter

Themen des Newsletters März 2022

Guten Tag!

Ereignisreich waren die letzten Wochen.

Auch uns beschäftigen die Kriegsgeschehnisse in der Ukraine, auch, da Menschen aus unserem Team angegriffene Orte wie etwa Babij Jar aus eigenen Erkundungen kennen; handelt es sich doch häufig um nationalsozialistische Täterorte. Wir möchten ein Zeichen setzten gegen den Krieg, den Menschen in und aus der Ukraine in diesen Zeiten helfen und setzen uns weiterhin in unserer täglichen Arbeit für Verständigung und demokratische Werte ein.

So auch in dem angelaufenen und durch die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" und das Bundesministerium der Finanzen geförderten Projekt "Das geht mich ja was an!", in dessen Rahmen Seminare mit Polizei- und Justizbeamten (weiter-)entwickelt werden sollen, um gegenwärtigen queerfeindlichen, rassistischen, antisemitischen und antiziganistischen Denk- und Verhaltensweisen entgegenzuwirken.

Auch in der Öffentlichkeit möchten wir in den nächsten Monaten wieder Gesprächsanlässe über historische und gegenwartsbezogene Themen schaffen - etwa bei unseren öffentlichen Veranstaltungen, die ab sofort in unserem Veranstaltungsprogramm nachzulesen sind.

Mehr dazu und was uns sonst noch in den letzten Wochen im Geschichtsort beschäftigt hat, lesen Sie im Folgenden. Ich wünsche Ihnen viele Erkenntnisse bei der Lektüre unseres Newsletters!

Neuigkeiten

Programmheft der Villa-Veranstaltungen und Flyer der Filmreihe "Drehbuch Geschichte"

Das Veranstaltungsprogramm für das 1. Halbjahr 2022 ist da!

Trotz aller uns noch umgebenden pandemiebedingten Unsicherheiten sind wir optimistisch in die Planung von Vorträgen, Seminaren und Rundgängen sowie Außenausstellungen am Zaun der "Villa" gegangen. Die Themen der geplanten Veranstaltungen berühren aktuelle Zeit- und Streitfragen zu geschichtlichen Zusammenhängen, etwa zum Phänomen rechter Gewalt und der bedrohlichen Kontinuität antisemitischen und rassistischen Denkens nach 1945. Vortragende und Fachleute nehmen dabei die junge Bundesrepublik und die DDR vor 1989/90 ebenso in den Blick wie unsere Gegenwart. Die Filmreihe "Drehbuch Geschichte" reflektiert mit der Frage "Was ist schon normal?" das Verhältnis von Psyche und Gesellschaft. Und viele weitere spannende Themen stehen im Programm!

Zum Veranstaltungsprogramm

Mehr zur Filmreihe "Drehbuch Geschichte"

Schließzeit der "Villa" in den Osterferien

Aufgrund von technischen Arbeiten bleibt unsere Ausstellung zwischen dem 11. und 24. April leider geschlossen. Unsere Erreichbarkeit per Telefon und E-Mail ist in dieser Zeit stark eingeschränkt.

Wir freuen uns wieder auf Ihren Besuch ab dem 25. April! Wir laden Sie ein, in diesem Zeitraum unsere digitalen Angebote zu nutzen: Erhalten Sie Einblicke in unsere Ausstellung und weitere Inhalte über unsere Social Media-Kanäle oder besuchen Sie ab dem 7. April das digitale Ausstellungsprojekt "Demokratie als Feind - Das völkische Westfalen"!

Volontariat in der Villa ten Hompel

Das Team der Villa ten Hompel sucht Verstärkung! Ab Juli 2022 bietet der Geschichtsort ein zweijähriges wissenschaftliches Volontariat an.
Tätigkeitsbereiche sind verschiedene Felder der Gedenkstättenarbeit - von Recherchen und Seminartätigkeit über Öffentlichkeits- bis hin zu Projektmitarbeit.

Wir freuen uns auf Bewerbungen bis zum 27. März 2022.

Zur Ausschreibung

Ausblick

links zwei sitzende Teilnehmende der Führung, die zwei Mitarbeitern der Villa ten Hompel rechts zuhören

Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung

Regelmäßig führen Mitarbeitende der Villa ten Hompel durch die Dauerausstellung "Geschichte - Gewalt - Gewissen" werfen - so auch bei der nächsten öffentlichen Führung am Sonntag, 27. März! Die Führung beginnt um 15 Uhr und dauert ca. eine Stunde. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen zur Führung und zu den Corona-Schutzmaßnahmen

Porträtfoto

Rechtsterrorismus und rechte Gewalt in Westdeutschland (1979-1990): Mittwochsgespräch mit Dr. Barbara Manthe

Wie wandelten sich rechte Gewaltdynamiken seit den späten 1970er Jahren? Wie versuchten die Gesellschaft und der Staat, diese zu bewältigen? Wie reagierten Polizei und Justiz auf die gewaltförmigen Herausforderungen von rechts? Mit einem Blick auf das Jahrzehnt vor der deutsch-deutschen Vereinigung macht Dr. Barbara Manthe (Bielefeld) in unserem ersten Mittwochsgespräch in diesem Jahr am 30. März um 19 Uhr ein bislang unterbeleuchtetes Kapitel der Geschichte rechter Gewalt sichtbar und fragt nach der Vorgeschichte der Gewalteskalation in den frühen 1990er Jahren.

Das Gespräch moderiert Michael Sturm (Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Münster). Veranstaltungsort ist die Villa ten Hompel. Eine Anmeldung ist aktuell nicht nötig. Die Teilnahme ist kostenlos und mit 3G-Nachweis möglich. Das Gespräch wird außerdem online über Zoom übertragen.

Zur Veranstaltung

Timm Richter bei einer Stadtführung

"Rund um die Villa" am 10. April

Authentische Spuren aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs lassen sich schon bei einem Spaziergang vor der eigenen Haustür finden: Von der Villa ten Hompel aus erkundet der Historiker Timm C. Richter daher in der nächsten Außenführung am 10. April um 14 Uhr bekannte und weniger bekannte Orte im Erpho- und Mauritzviertel - hin zu Orten von Verfolgung und Täterschaft.

Die Führung dauert ca. 2 Stunden. Die Teilnahmegebühr beträgt 5€. Eine Anmeldung ist aktuell nicht nötig.

Mehr zur Führung "Rund um die Villa"

Rückblick

Statue eines Mädchens, links neben ihr eines sitzenden Clowns

"Nie wieder Krieg"

Diese Losung sollte eigentlich bis heute eine globale Lektion aus dem nationalsozialistischen Angriffskrieg gegen Europa sein. Wie wir in diesen Tagen leider leidvoll erfahren müssen, hat nun der russische Machthaber Putin einen Krieg begonnen: gegen die Ukraine und damit auch gegen Europa.

Uns bestürzt dies auch deshalb, weil Menschen aus unserem Team die Orte aus eigenen Erkundungen kennen, handelt es sich doch häufig um nationalsozialistische Täterorte. In unserer Ausstellung kommt man so nur schwerlich an Bildern und Dokumenten aus Babij Jar vorbei. Am Dienstag trafen russische Bomben dieses Areal auf dem Stadtgebiet von Kiew, das am 29. und 30. September 1941 – unter großer Beteiligung deutscher Ordnungspolizisten – Schauplatz der größten Massenerschießung des Zweiten Weltkrieges wurde. Über 33.000 jüdische Menschen wurden in dem damaligen Schluchtengelände durch Deutsche ermordet. Uns bestürzt, dass dieser wichtige Ort für die europäische Gedenklandschaft in Folge der militärischen Aggression Russlands erneut traurige Berühmtheit erlangt und nun von einem weiteren Krieg in Europa zeugt.

Bei einer Reise von Thomas Köhler und Michael Sturm mit der Bundeszentrale für politische Bildung 2016 nach Polen, Belarus und die Ukraine besuchten sie auch Babij Jar und Kiew.

Teilnehmende des Escape Rooms sichten Hinweise

„Der Löwe von Münster“: Geschichtsvermittlung im Escape Room

Geschichte spielerisch vermitteln – das machen Matthias Hecking und Winfried Hachmann mit ihrem mobilen Escape Room „Der Löwe von Münster“. Thema ist der Münsteraner Bischof Clemens August Graf von Galen, der im Sommer 1941 gegen die Tötung behinderter Menschen durch die Nationalsozialisten predigte. Mitglieder der Regionalgruppe Münsterland von Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. haben den Escape Room im letzten Herbst im Begegnungszentrum einsA in Dülmen besucht. Mit einem der beiden Gründer sprach FSJlerin Jule Richter über das Projekt.

Zum Interview

gläserne Eingangstür des Gebetsraums

Erinnerung an jüdisches Leben in Billerbeck

Spürbar von vielen Menschen abgetreten sind die Treppenstufen, die hinunter in den Gewölbekeller der Münsterstraße 2 führen. Man gelangt in einen Gebetsraum, den die ehemaligen jüdischen Familien aus Billerbeck Anfang des 20. Jahrhunderts heimlich nutzten. Seit zwei Monaten ist der Gewölbekeller nun ein Gedenkort für die jüdischen Familien, die bereits seit dem 18. Jahrhundert in Billerbeck wohnten. Initiiert und gestiftet wurde das Projekt von der Wolfgang-Suwelack-Stiftung, die sich seit vielen Jahren im Bereich der Gedenkkultur und Erinnerungsarbeit in Billerbeck engagiert. FSJlerin Jule Richter besuchte den Gedenkort und sprach mit dem Stiftungsgründer Wolfgang Suwelack.

Mehr zum Besuch in Billerbeck

weißes Gebäude des ehemaligen Kinderheims, im Vordergrund ein Springbrunnen

Anderes Land - Gleiche Prinzipien?

Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Villa ten Hompel und das Maison d’Izieu. Ist erstere ein polizeilicher Täterort, so widmet sich die französische Gedenkstätte nahe Lyon Verfolgungsgeschichten und stellt Geschichten von Hilfsbereitschaft und Mut in den Vordergrund. Dennoch sind unter den mehr als 30.000 Besuchenden der Gedenkstätte viele Polizistinnen und Polizisten, die sich in Halbtages- und Tagesprogrammen mit der Geschichte des Ortes beschäftigen und darüber diskutieren, welche Bezüge Geschichte eigentlich zu ihrem beruflichen und persönlichen Alltag hat.

Über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der historisch-politischen Bildungsarbeit mit Polizeikräften an Gedenkstätten tauschte sich Mitarbeiterin Kim Sommerer mit Alexandre Nugues-Bourchat, Leiter der Vermittlungsarbeit des Mémorial d'Izieu, aus.

Mehr zum Austausch

Gruppenfoto der Mitarbeitenden auf dem Balkon der Villa

"Das geht mich ja was an!"

„Am Ende ging es um mich“, äußerte sich eine Polizistin beim Abschluss eines Thementages „Polizeigeschichte“ in der Villa ten Hompel. Entgegen der Erwartungen, dass im Geschichtsort tatsächlich rein über „Geschichte“ gesprochen würde und Polizeigeschichte wenig mit den eigenen Arbeits- und Lebenswelten heutiger Polizeibeamter zu tun hätte.

Doch gerade um die Geschichte und Gegenwart nationalsozialistischer Verbrechen im Alltagshandeln von Polizei und Justiz dreht sich das Pilotprojekt der Villa ten Hompel mit dem Titel „Das geht mich ja was an! Geschichte und Gegenwart nationalsozialistischer Verbrechen im Alltagshandeln von Polizei und Justizvollzug“, in dessen Rahmen Thementage mit diesen Berufsgruppen neu- bzw. weiterentwickelt werden sollen. Mit einer Summe von 250.000€ fördern die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und das Bundesministerium der Finanzen (BMF) in der 2021 gestarteten Bildungsagenda NS-Unrecht im Schwerpunkt „Transfer“ das Bildungsprojekt des Geschichtsortes.

Anfang Februar kamen nun alle Mitarbeitenden des Projektes unter Leitung von Peter Römer (3.v.l.) zum Auftakttreffen der Villa ten Hompel zum Auftakttreffen zusammen.

Mehr zum Projekt

Bildschirmfoto eines Online-Seminars: rechts Teilnehmende in einer Videokonferenz, links wird eine historische Quelle gezeigt

Historisches Lernen an Erinnerungsorten der Doppelten Diktaturgeschichte

Im Wintersemester 2021/22 nahm eine Gruppe münsterischer Studierender das Angebot der WWU wahr, an dem Seminar “Historisches Lernen an Erinnerungsorten der Doppelten Diktaturgeschichte. Exkursion und Werkstatt zur Gedenkstättendidaktik” von Prof. Saskia Handro teilzunehmen, das u. a. in Kooperation mit der Villa ten Hompel veranstaltet wurde. Ziel des Seminars war nicht nur die Vermittlung didaktischer Methoden der Gedenkstättenpädagogik, sondern auch und vor allem praktischer Aspekte zur Planung und Durchführung von Exkursionen mit Schülerinnen und Schülern. Da die geplante Exkursion nach Berlin nicht stattfinden konnte, wurde das Seminar nun im Onlineformat durchgeführt.

Zum Seminarbericht

Herzlichen Dank für Ihre Lektüre des Newsletters! Der nächste Newsletter erscheint Mitte April 2022.

Informationen aus der Villa ten Hompel finden Sie auch auf unser Homepage www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel, auf Facebook www.facebook.com/villatenhompel, auf unserem YouTube-Kanal www.youtube.com/channel/UCFvRjz6UPpHIkFUMHCbJ5MQ, auf Instagram www.instagram.com/villatenhompel sowie auf Twitter twitter.com/ten_hompel und TikTok https://www.tiktok.com/@villatenhompel.
Folgen Sie uns gerne - und bleiben Sie gesund!

Ihre Kim Sommerer

 

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