A bis Z

Ausschnitt eines alten Stadtplans von Münster aus dem Jahre 1862
 
Straßenschild Ringoldgasse
 
 
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Fernholzstraße

Stadtbezirk:Münster-Nord
Statistischer Bezirk: Kinderhaus-West
Entstehung: 1979
Amtsblatt: 24/1980
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Benannt nach Eugen Fernholz, *28.9.1874 Münster, 19.12.1935 Münster, Kunstmaler, Maler des Münsterlandes.

Eugen Fernholz, *28.4.1874 Münster, †19.12.1935 Münster, Maler. Eugen Fernholz wurde im Aegidiiviertel als Sohn des Kunstmalers Richard Fernholz geboren. Auch der Bruder Leo Fernholz war künstlerisch begabt. Doch das größte Talent der Künstlerfamilie besaß Eugen Fernholz.
Er studiert in München, Düsseldorf und Berlin, den Städten, die seinerzeit Hochburgen künstlerischen Lebens waren und maßgeblich für qualifizierte künstlerische Ausbildung standen. Anschließend kehrte Fernholz nach Münster zurück, wo er Zeit seines Lebens blieb. Als Maler bevorzugte Eugen Fernholz Landschaften und Stadtansichten. Besonders die Stadtansichten, die stimmungsvoll ein längst vergangenes Münster darstellen, gehören zum Besten seiner Kunst und sind sehr gefragt. Die Lebendigkeit seiner Bilder wird der Tatsache zugeschrieben, dass Eugen Fernholz meistens vor dem Objekt malte. Auch die von Fernholz gemalten Porträts zeichnen sich durch Treffsicherheit und Können aus.
Hatte der Maler bis zum Ersten Weltkrieg großen Erfolg mit seinen romantisierenden, traditionell gemalten Bildern, so geriet er in den Zwanziger Jahren mehr in den Hintergrund. Eine junge Generation von Künstlern war herangewachsen, die eine völlig andere Auffassung von Kunst vertrat. Eugen Fernholz konnte und wollte den modernen Tendenzen nicht folgen, blieb seiner alten Malweise treu und verdiente in den 20er und 30er Jahren sein Geld vor allem als Restaurator.
Quelle: Detlef Fischer, Münster von A bis Z, Münster 2000

Der Maler Eugen Fernholz
Münsterland und Stadt boten ihm Motive
In Münsters Aegidiiviertel sind nicht nur Fritz Grotemeyer, Bernhard Pankok und Melchior Lechter aufgewachsen, sondern auch Eugen Fernholz. Er wurde am 28 September 1874 als Sohn des Kunstmalers Richard Fernholz geboren, der sein Atelier auf der Aegidiistraße 37 hatte. Der junge Eugen soll schon als Schüler Hefte und Löschblätter mit kleinen Skizzen gefüllt haben. Vom Vater, der das Talent seiner Söhne erkannte - auch der jüngere Bruder Leo war künstlerisch begabt - gab es erste fachkundige Einweisungen. Eugen Fernholz besuchte das städtische Realgymnasium und ging dann für einige Zeit nach München, Düsseldorf und Berlin, um an diesen Hochburgen künstlerischen Lebens neue Impulse auf sich einwirken zu lassen. Anschließend kehrte er nach Münster zurück, wo er bis zu seinem Tode - am 19. Dezember 1935 - zuletzt Münzstraße 41 lebte. Mit seinem breitkrempigen Künstlerhut war er eine nicht zu übersehende stadtbekannte Persönlichkeit.
Der Nachruhm von Eugen Fernholz beruht auf seiner Landschaftsmalerei und den heute sehr gefragten, meist lauschigen altmünsterischen Stadtansichten. Daneben schuf er Portraits und Stilleben, die aber ebenso wie das grafische Werk weniger bekannt geworden sind.
Die Eigenart und Schönheit des Münsterlandes haben den Maler zu unzähligen Landschaftsbildern angeregt, wobei er Gegenden mit Gewässern bevorzugte. Ems, Werse, Angel und der alte Max-Clemens-Kanal wurden immer wieder neu entdeckt wie auch die Haskenau und die schöne alte Wassermühle bei Haus Langen. Die oft verhaltenen Farbnuancen dieser Arbeiten entsprechen dem Charakter der Landschaft. Die Böschungen und Flussufer waren noch nicht begradigt, dem Wuchs der Natur war noch mehr freier Lauf gelassen, und in immer wieder neuen Kontrasten spiegelt sich das Licht auf der Wasseroberfläche. Das Westfälische Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte in Münster besitzt von Fernholz Motiv bei Mecklenbeck und Landstraße bei Münster. Manch einer mag sich auch noch an das übergroße Ölbild Blick auf Roxel im ehemaligen Hotel Schnellmann erinnern. Die zahlreichen Stadtansichten vom alten Münster, die der Künstler der Nachwelt hinterlassen hat, sind heute Raritäten, da die dargestellten Motive größtenteils nicht mehr existieren. Sie sind überwiegend im letzten Krieg zerstört worden. Die meisten dieser Bilder befinden sich in Privatbesitz und sind daher kaum zugänglich.
Das Stadtmuseum besitzt als Leihgabe eines der schönsten Bilder dieser Art, nämlich Blick auf die Martinikirche. Es zeigt auch den damals höchsten Bürgerhausgiebel der Appelschen Altbiergaststätte auf der Neubrückenstraße, daneben die Rückfront des Asseburger Hofes sowie Weiden und Wiesen der Aaniederung im Vordergrund.
(...)
Um die Jahrhundertwende stand Eugen Fernholz im Zenit seiner Schaffenskunst. Er wurde in Münster und dem Münsterland als Künstler geehrt und gefeiert. In allen Bevölkerungsschichten interessierte man sich für seine Arbeiten. Seine Bilder waren im konservativen Geist gemalt und trugen damit der Einstellung eines Großteils der Bevölkerung Rechnung. Als sich nach dem Ersten Weltkrieg die neu aufkommenden Kunstrichtungen immer mehr durchsetzten, Fernholz aber sich selbst und seiner Kunst treu blieb, ging das Interesse an ihm etwas verloren. Jüngere Kollegen, die sich von allem Herkömmlichen in der Kunst frei machen wollten, mokierten sich über die Unkompliziertheit und das Traditionelle bei Fernholz. Als sie sich 1920 in Münster zur Gründung der Künstlergemeinschaft Die Schanze zusammentaten, blieb Fernholz dieser Runde fern; er gehörte aber dem Reichsverband Bildender Künstler Deutschlands an, trat dann aber später doch der Schanze bei.
Um weiter Geld zu verdienen, wurde Fernholz mehr als Restaurator tätig. Er erhielt zahlreiche Aufträge, insbesondere vom westfälischen Adel. Als Anfang der dreißiger Jahre die alte Domuhr restauriert werden sollte, fiel Fernholz die Aufgabe zu, die Weltkarte zu erneuern und die alte Malerei der Tierkreisscheibe auf eine neue zu übertragen.   (...)
Quelle: Lieselotte Folkerts in der Zeitungsbeilage Auf Roter Erde veröffentlicht in Westfälische Nachrichten 43. Jahrgang Nr. 287,

Fünf Künstler sind in Münsters Aegidiiviertel aufgewachsen. Nach jedem ist eine Straße benannt: Eugen Fernholz, Fritz Grotemeyer, Melchior Lechter, Bernhard Pankok und Emil Stratmann.

Foto

Selbstportrait des Malers Carl Determeyer aus den 1930er Jahren

Leider ist es noch nicht gelungen eine Straße in Münster nach diesem Künstler zu benennen:
Carl Determeyer *30.6.1897 Karlshafen, †2.5.1976 Münster. Determeyer kam 1900 mit seiner Familie nach Münster. In seiner Jugendzeit studierte er Architektur und Kunstgeschichte in Münster, Düsseldorf und München. Zum Lebenswerk des Malers wurde eine stets in Aquarelltechnik ausgeführte kunsthistorische Bestandsaufnahme alter Bauwerke Münsters und des Münsterlandes. Viele der von ihm dargestellten Gebäude existieren nicht mehr. Determeyers Bilder wurden häufig in Kunstzeitschriften publiziert. Werke von ihm befinden sich in 165 Museen des In- und Auslandes.

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