Stadt Münster: Feuerwehr - Führungs- und Lagezentrum der Feuerwehr Münster

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Das Führungs- und Lagezentrum der Feuerwehr Münster

Das neue Führungs- und Lagezentrum der Feuerwehr Münster

Neues Führungs- und Lagezentrum der Feuerwehr Münster

Im Oktober 2015 wurde das neue Führungs- und Lagezentrum der Feuerwehr Münster in Betrieb genommen. Die neuen Räumlichkeiten lösten damit den Bestandsbau ab, der bis dahin 45 Jahre lang Ausgangspunkt eines jeden Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsatzes in der Stadt Münster war.

In diesem Führungs- und Lagezentrum laufen alle Fäden der Hilfeleistung über 20 Leitungen mit der europaweiten Notrufnummer 112 zusammen, und das an 365 Tagen im Jahr. Das entspricht im Schnitt etwa 40.000 Einsätzen.

Die Telefonnummern der eingehenden Notrufe werden auf einem Display angezeigt, so dass im Bedarfsfall die Adresse des Anrufers ermittelt werden kann. Alle Notrufleitungen und alle Funkkanäle werden auf einem digitalisierten Tonträger dokumentiert. Ferner stehen acht Leitungen für die Entgegennahme von Krankentransportaufträgen zur Verfügung. Viele weitere Kommunikationswege wie z. B. der "normale" Telefonanschluss der Feuerwehr sowie Direktleitungen zur Polizei, den Stadtwerken, zur Werkfeuerwehr des Universitätsklinikums und der BASF werden ebenso von den Disponenten bearbeitet.

Das Führungs- und Lagezentrum ist "das Herz" der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr in der Stadt. Hier werden nicht nur die drei Löschzüge der Berufs- sowie weitere 20 der Freiwilligen Feuerwehr zu den jährlich rund 1.000 Brandalarmen und 2.000 Technischen Hilfeleistungen alarmiert. Auch sämtliche Rettungswagen, Notarzteinsatzfahrzeuge und Krankentransportwagen der Feuerwehr sowie der privaten Hilfsorganisationen werden auf diesem Weg zu den rund 37.000 Rettungsdiensteinsätzen entsandt. Ferner ist das Führungs- und Lagezentrum Alarmierungsstelle für den Ortsverband Münster der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) sowie für den Wasserrettungszug der DLRG Münster.

Sieben Multifunktions-Arbeitsplätze stehen zur Verfügung, an denen alle Dispositionsvorgänge gleichzeitig ausgeführt werden können. Bei einer Großeinsatzlage können weitere zwölf Notrufabfrageplätze in Betrieb genommen werden. Im Kommunikationsraum der Feuerwehreinsatzleitung stehen ebenfalls zwei Multifunktions-Arbeitsplätze zur Verfügung.


Organisation des Führungs- und Lagezentrums

In einer "Alarm- und Ausrücke-Ordnung" ist nach Einsatzstichworten festgelegt, welche und wie viele Einsatzmittel (Personal, Fahrzeuge, Geräte) zu einem gemeldeten Schadenereignis entsandt werden. Ziel ist es, den verschiedenen Schadenslagen mit einem aus Erfahrungswerten abgeleiteten Kräfteansatz zu begegnen, der in mindestens 90 Prozent der Fälle eine Nachalarmierung weiterer Einsatzkräfte nicht mehr erforderlich macht.

Das Führungs- und Lagezentrum führt in Zusammenarbeit mit allen Notfallaufnahme-Krankenhäusern innerhalb des Stadtgebietes einen Bettennachweis, der über das landesweite System IG NRW gepflegt wird. Dieses Verfahren ermöglicht dem Rettungsdienst, einen Notfallpatienten - je nach Indikation und erster Diagnose vor Ort - zielgerichtet und ohne Zeitverluste in eine geeignete Klinik zu transportieren.


Alarmierung der Einsatzkräfte

Die Alarmierung der Einsatzkräfte erfolgt auf den Feuer- und Rettungswachen der Berufsfeuerwehr durch eine elektronische Lautsprecheranlage. Alle Gebäude sind über stadteigene Kommunikationswege miteinander verbunden. Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr, die Sondereinsatzgruppen der Berufsfeuerwehr, der Sanitäts- und Betreuungsdienst der Hilfsorganisationen, der Wasserrettungszug der DLRG und das Technische Hilfswerk werden durch personenbezogene, digitale Funkmeldeempfänger („Piepser“) alarmiert. Insgesamt können so rund 1.000 Einsatzkräfte in Münster unabhängig von öffentlichen Telekommunikationssystemen alarmiert werden.

Darüber hinaus unterstützt die Leitstelle den Einsatzleiter vor Ort, indem sie Kräfte nachalarmiert wenn Verstärkung oder Spezialfahrzeuge benötigt werden. Die Leitstelle stellt bei Bedarf weitere Informationen bereit, z.B. durch Recherchen in Gefahrstoffdatenbanken.

Erfordern Großeinsatzlagen oder Katastrophen die Alarmierung des Krisenstabes, so bildet die Leitstelle den Meldekopf sowohl für den Krisenstab als auch für die Einsatzleitung.

Über den Einsatz in der Leitstelle hinaus stellt die Gruppe der Leitstellendisponenten auch die Führungsgehilfen für die Einsatzleiter vor Ort. In dieser Funktion rücken die Mitarbeiter der Leitstelle mit den jeweiligen Einsatzleitern auf den Einsatzleitwagen aus und übernehmen an der Einsatzstelle die Dokumentation und Abwicklung des Telefon- und Sprechfunkverkehrs.


Unterstützung Hilfesuchender/Telefonreanimation

Die Disponenten der Leitstelle Münster sind ausgebildet, Hilfesuchende bei Notfällen zu unterstützen. So werden seit 2012 Anrufer gezielt geleitet, um bei Patienten mit einem Herz- Kreislaufstillstand frühzeitig mit lebensrettenden Maßnahmen zu beginnen. So können wertvolle Minuten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte effektiv genutzt werden.

Die sogenannte Telefonreanimation zeigt mittlerweile enorme Erfolge. Im Jahr 2015 konnte bei 93 Fällen, die durch den eintreffenden Notarzt als Reanimationssituation dokumentiert wurden, bereits in 47  Fällen ein Herz- Kreislaufstillstand am Telefon erkannt, und vor Ort befindliche „Laien“ zur Reanimation angeleitet werden. 30 dieser Patienten konnten im Nachgang wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Um es deutlich auszudrücken: 30 Personen leben wieder (und das ohne nennenswerte, bleibende Schäden) durch das frühe Anleiten der Herzdurckmassage.


 

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N. N.