Stadt Münster: Tiefbauamt - Kanalstrasse

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Baumaßnahmen

Kanalstraße: Großprojekt zum Hochwasserschutz

Überflutete Straße

Kanalstraße nach dem Starkregen 2014

Die Kanalstraße vom Lublinring bis Nevinghoff war vom Starkregen im Sommer 2014 besonders stark betroffen. Die Stadt Münster hat daraufhin ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Verbesserung des Überflutungsschutzes für diesen Bereich geplant. Zentraler Teil ist der Bau eines Pumpwerks für die Regenwasserkanalisation im Kreuzungsbereich Wibbeltstraße, die Vergrößerung der Regenwasserkanalisation in der Kanalstraße und die Renaturierung der Aa auf einer Länge von 1,3 Kilometern. Zur Maßnahme gehören auch die Sanierung der Schmutz- und Regenwasserkanäle und die Erneuerung von Straße sowie Geh- und Radwegen.


Strecke fast zehn Monate früher als geplant freigegeben

Blick links auf die Straße, mittig der Geh- und Radweg und rechts das Flussbett

Kanalstraße nach der Fertigstellung

Seit dem 3. November 2020 heißt es auf der Kanalstraße wieder "freie Fahrt", nachdem sie seit Mitte 2019 für die Bauarbeiten gesperrt war. Zunächst hatte die beauftragte Baufirma schon für den 2. November "grünes Licht" gegeben, tatsächlich aber mussten noch Sicherungen und Absperrungen abgebaut werden. Für Restarbeiten werden nur noch kleine Teilbereiche gesperrt, zwei kurzzeitige Vollsperrungen sind ebenfalls noch notwendig.

Damit konnte die seit Mitte 2019 voll gesperrte Kanalstraße zehn Monate früher als geplant wieder für den Kfz-Verkehr freigegeben werden. Das Regenwasserpumpwerk unter der Kanalstraße sowie die Straßen- und Kanalarbeiten vom Lublinring bis zum Nevinghoff werden deutlich schneller fertig, denn die Baufirma hat mehr Arbeitskolonnen als üblich eingesetzt. Zu 80 Prozent sind alle vorgesehenen Baumaßnahmen bereits umgesetzt – vom mehrstufigen Hochwasserschutz bis zur ohnehin anstehenden Fahrbahn- und Kanalsanierung.


Video: Vermessungs- und Katasteramt, Oktober 2020

Förderung vom Land

Knapp zehn Millionen Euro wurden bisher investiert – mit hoher Förderung des Landes NRW. „Das Starkregen-Ereignis vor allem in den Städten Münster und Greven im Jahr 2014 hat uns vor Augen geführt, dass wir in die Klimaresilienz der Städte unserer Region viel mehr investieren müssen. Die Förderung des Hochwasserschutzes und der ökologischen Verbesserung der münsterschen Aa an der Kanalstraße stehen dafür beispielhaft", so Regierungspräsidentin Dorothee Feller. 2017 förderte die Bezirksregierung die Erhöhung des als Deich wirkenden Radwegs mit fast 410.000 Euro, Ende 2017 hatte Regierungspräsidentin Dorothee Feller für die ökologische Aufwertung der Aa einen Förderbescheid über fast 1,5 Millionen Euro an Oberbürgermeister Markus Lewe überreicht.


Blick auf die Straße, daneben der Geh- und Radweg mit dem angrenzenden Flusslauf.

Kanalstraße in Höhe der Wibbeltstraße

Michael Grimm, Leiter des Amtes für Mobilität und Tiefbau, resümiert: „In der Kanalstraße haben wir innerhalb von 16 Monaten 1.352 Meter Schmutz- und Regenwasserkanal und 900 Meter Anschlussleitungen erneuert, die Straße auf 1.090 Meter komplett saniert sowie stadteinwärts einen komfortablen, 1.300 Meter langen Rad- und Fußweg gebaut.“

Restarbeiten laufen noch im unterirdischen Maschinenraum des Pumpwerkes. Dafür aber ist keine Vollsperrung mehr notwendig – den Monteuren reicht ein kleiner abgesperrter Bereich in Höhe Wibbeltstraße, von dem aus sie den Technikkeller erreichen. Lediglich für das Einbringen eines Stahlträgers wird ein Autokran benötigt – in etwa fünf Wochen wird die Kanalstraße deshalb wenige Stunden lang gesperrt. Eine letzte – eintägige - Straßensperrung ist danach für den Testlauf des Pumpwerks notwendig. Provisorische Leitungen werden dann aus der Aa in die Pumpanlage geführt. Der Termin dafür steht noch nicht fest, er ist abhängig vom Pegelstand des Flusses. Erst danach geht das Pumpwerk in den Betrieb. Die voraussichtlichen Kosten für Pumpwerk und Technik, Kanalbau und die Umgestaltung der Straße betragen 7,2 Millionen Euro.

Die sichtbaren Teile des Hochwasserschutz-Konzeptes haben die Münsteraner bereits für sich erobert: Seien es der erhöhte und komfortabel asphaltierte Rad- und Fußweg auf dem Deich zwischen Innenstadt und Zentrum Nord, die stählerne Aa-Brücke im Bereich Wibbeltstraße oder den mäandernden Flusslauf der Aa mit seinen natürlich gestalteten Ufern. Das jetzige Flussbett mit Steinen, Wurzeln, Baumstümpfen, Sandbänken und Überlaufflächen lockt nicht nur Spaziergänger, spielende Kinder und viele Tierarten an, sondern funktioniert mit wenig Wasser auch genauso gut wie bei heftigen und langen Regenfällen: In trockenen Zeiten fließen hier 50 Liter pro Sekunde durch die Aa, bei einem Extremregen bis zu 50.000.


Renaturierung der Aa

Blick links auf die Straße, Geh- und Radweg mit angrenzendem Flusslauf.

Renaturierung der Aa

Etwa eine Million Euro hat die Renaturierung des Flusses auf einer Länge von 1,3 Kilometern gekostet. Insgesamt 435.000 Euro sind in Deich und Radweg geflossen.  

Auch in Zukunft wird das Großprojekt weiterlaufen: Geplant sind eine Aa-Brücke in Höhe der Landwirtschaftskammer, mehrere Kanalsanierungen in der Wibbeltstraße, Robert-Blum-Straße, Flandernstraße und im Kreuzviertel sowie ein weiteres Pumpwerk.
Auch die naturnahe Umgestaltung des Gewässers wird voraussichtlich fortgeführt: Südlich des Lublinrings in Richtung Innenstadt soll die Aa künftig ebenfalls aus ihrem beengten Flussbett geholt werden.


 

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