Stadt Münster: Villa ten Hompel - Memo III - Studie

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Memo III - Studie

Das Gespür für die Gefahr von rechts wächst

Gruppenfoto auf einer Treppe

Das Team und die Beraterinnen und Berater der Studie "MEMO III" mit Stefan Querl. Foto: Philipp Rennerich

Ein mehrjähriger "Multidimensionaler Erinnerungsmonitor" fühlt am Puls der Gesellschaft zum Geschichtsbewusstsein und zu ihren Gegenwartsfragen. Die Villa ten Hompel begleitete den Diskussionsprozess für die dritte repräsentative Studie namens MEMO an der Uni Bielefeld.

In der deutschen Gesellschaft finden sich teils deutlich verzerrte Perspektiven auf die Zeit des Nationalsozialismus. So lautet ein wesentliches Ergebnis der Studie „MEMO Deutschland – Multidimensionaler Erinnerungsmonitor“ des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) an der Universität Bielefeld. Die repräsentative Befragung unter 1.000 Personen wird seit drei Jahren von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) unterstützt. Rat und Erfahrungsberichte zur Planung der jüngste Befragung, im Fortlauf "MEMO III" genannt, gab es in einem intensiven Diskussionsprozess u. a. aus der Villa ten Hompel. So war der Geschichtsort mit Gedenkstätten, Fachleuten und Forschungsinstitutionen für die Debatte über die Fragestellungen und das Forschungsdesign ausgewählt worden: "Our critical friends", wie sich Institutsleiter Prof. Dr. Andreas Zick mit Dr. Jonas Rees, Michael Papendick, Franziska Wäschle aus seinem Forschungsteam dankend ausdrückte.

In der Endfassung finden sich u. a. externe Einordnungen als Statements von Prof. Dr. Doron Kiesel, Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland, von Stefan Querl als dem stellvertretenden Leiter der Villa ten Hompel und von Dr. Tobias Freimüller vom Frankfurter Fritz-Bauer-Institut. Schwerpunkte der Studie lagen auch darauf, wie die Befragten das Ende des Zweiten Weltkriegs, das sich zum 75. Mal jährte, rückblickend einordnen und bezeichnen würden oder ob Gegenwärtiges in Politik oder Parlamenten mit Phasen in der Weimarer Republik zu vergleichen sei. Analysiert wurden u. a. Gemeinsamkeiten und Unterschiede von empirischen wie historischen Befunden. Oder auch Beobachtungen aus der Vermittlungspraxis an den NS-Gedenkorten - so wächst laut Studie das feine gesellschaftliche Gespür für Gefahren von rechts, wobei, so Stefan Querl kritisch, diese "zunehmende Wachsamkeit", beispielsweise nach den Anschlägen von Halle und Hanau, leider auch mit enorm "viel Ratlosigkeit" einhergehe - was genau die verzerrten Perspektiven auf die NS-Zeit als akutes Problem noch verstärke.

Zum Download: Studie "MEMO" 2020 (PDF, 420 kB)


 

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