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Aktuelles
Ausmaß des Schadens an dem ausgebrannten „Teehaus Hitlers“ noch unklar
Debatte um den Wiederaufbau
„Idyll und Verbrechen“ ist die Ausstellung überschrieben, die menschenverachtendes Denken und Handeln der Machthaber auf dem Berghof, die das Panorama mit Sicht auf den Untersberg für ihre Erholungs- und Propagandazwecke nutzten, zum Thema macht. Die Präsentation des Instituts für Zeitgeschichte ist vom Brand nicht betroffen. © Stefan Querl
Bis Donnerstag beraten Fachleute auf Einladung der Bundeszentrale für politische Bildung in Berchtesgaden
Adolf Hitler hatte mehr als ein Viertel seiner Amtszeit während der NS-Gewaltherrschaft auf dem Obersalzberg verbracht. Er hatte dort die Wehrmachtsführung im August 1939 auf den Zweiten Weltkrieg eingeschworen, eine „kleine Reichskanzlei“ in Berchtesgaden errichten und die Höhenzüge für sich und seine Entourage zum „Führersperrgebiet“ erklären lassen. Das 1834 Meter hoch gelegene Kehlsteinhaus war im Jahre 1938 „ihm zu Ehren“ fertiggestellt worden. Entgegen weit verbreiteter Annahmen handele es sich aber nicht um ein Geschenk zum 50. Geburtstag des Diktators 1939. Für die vor drei Jahren eröffnete Ausstellung in der weiter talwärts gelegenen Dokumentation sind auch Menschen aus Münster wichtige Leih- und Informationsgeber, so die Zeitzeugin Dorle Wiechers aus dem Kreuzviertel, deren Familie einst auf einem der Lehen am Obersalzberg beheimatet war.
Das Gesamtausmaß des Brandschadens ist noch unklar. Die Frage eines schnellen Wiederaufbaus des Kehlsteinhauses, die der bayerische Innenminister Joachim Herrmann schon unmittelbar vor der Pressekonferenz am vergangenen Samstag zur Festnahme des 33-jährigen dringend Tatverdächtigen aufgeworfen hatte, werde die Fachleute bis Donnerstag vor Ort vermutlich stark polarisieren, kündigte Stefan Querl nach seinem Kontakt mit Ausstellungskurator Albert Feiber, mit dem wissenschaftlichen Leiter Dr. Sven Keller und dem Team der Berchtesgadener Dokumentation des IfZ in München an. Eine Woche vor dem Brand des so genannten „Teehaus Hitlers“ hatte sich Münsters Sozial- und Kulturdezernentin Cornelia Wilkens im Rahmen eines vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützten Drittmittelprojektes der Villa ten Hompel über den Stand der NS-Täterforschung und die Ausstellungsrevisionen in Münster, Berchtesgaden und dort von München aus näher informiert bei Albert Feiber und Stefan Querl. Überarbeitet doch die Villa ten Hompel bis 8. Mai 2028 mit Geldern der NS-Gedenkstättenförderung aus Düsseldorf ihre ständige Ausstellung „Geschichte Gewalt Gewissen“. Das Personal greift dabei auch auf Erfahrungswerte, Quellen, Konzepte, Ansätze, Materialien aus anderen Bundesländern, aus Hochschulen, Schulen, aus Archiven und Erinnerungsstätten in Europa, den USA und Israel sowie aus der außeruniversitären Forschung und der innovativen Vermittlungspraxis zurück.


