Unser Ausbildungsablauf
Einblicke in den Ausbildungsablauf, erarbeitet von den Auszubildenden des Vermessungs- und Katasteramtes:
Im Vermessungs- und Katasteramt ist für jeden Ausbildungsjahrgang ein eigenes Zimmer eingerichtet. Hier stehen alle nötigen Arbeitsutensilien bereit und wir können uns untereinander austauschen und gemeinsam auf Prüfungen vorbereiten.
Bei Fragen oder Problemen können wir uns jederzeit an unsere Ausbilderin oder an die anderen Auszubildenden wenden.
Während der Ausbildung werden wir jeder Fachstelle mindestens einmal zugeteilt. Zudem gibt es Ausbildungsabschnitte, die wir in externen Ausbildungsstätten verbringen.
In dieser Fachstelle wird das Liegenschaftskataster verwaltet und Vermessungen vom vermessungstechnischen Außendienst oder von Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren (ÖbVI) übernommen.
Den Großteil der Ausbildungszeit beschäftigst du dich dort mit der Übernahme von Gebäuden und Teilungen. Teilungen dienen zur Bildung von neuen Grundstücken. Diese können später verkauft oder beliehen werden.
Das Gegenteil, die Verschmelzung von mehreren Flurstücken zu einem, gehört ebenfalls zu den Aufgaben in der Katasterübernahme.
In mehreren Abschnitten lernst du die Schritte der jeweiligen Übernahme kennen.
Dafür lernst du, wie die Vermessungsergebnisse kontrolliert werden und die Teilung oder das neue Gebäude in das ALKIS (Amtliches Liegenschaftskataster Informationssystem) eingearbeitet wird.
Außerdem machst du dich für die Bearbeitung der Aufgaben mit den rechtlichen Grundlagen im Vermessungswesen vertraut.
Diese Fachstelle ist ebenfalls für die Straßenbenennung, Widmung und Hausnummerierung zuständig. Als kleine Übungsaufgabe kannst du dir einmal selbst überlegen, wie du in einem neuen Baugebiet die Straße benennen bzw. widmen würdest und wie man mit der Nummerierung der Häuser am besten vorgeht, damit beispielsweise jeder Post- oder Pizzabote die gesuchte Adresse schnell und einfach findet.
Aufgabe der Katasterernuerung ist die Vorbereitung und Berechnung von Neuvermessungen. Die Ergebnisse werden in Neuvermessungsrissen dokumentiert.
Außerdem lernst du die Bodenschätzung und dessen Anwendung kennen.
In dieser Zeit fertigst du eine Abschnittsarbeit an, deren Ergebnis ein selbst gezeichneter Neuvermessungsriss mit entsprechenden Koordinatenberechnungen ist. Um diese Aufgabe zu lösen, lernst du viel über die Geschichte des Vermessungswesens. Im Laufe der vergangenen Jahrhunderte gab es neben den verschiedenen (teilweise veralteten) Messmethoden, auch unterschiedlichen Koordinatensysteme. Die Historie der Vermessung ist sehr spannend und aufregend. Das Hintergrundwissen hilft dir, wenn du mit alten Fortführungsrissen arbeitest.
Im Bereich des Bürgerservice werden unter anderem Unterlagen für die Vermessung vorbereitet, Auskünfte aus dem Kataster erteilt und geprüft, welche Gebäude noch nicht eingemessen sind.
Im Bereich der Unterlagenausfertigung lernst du, Vermessungsunterlagen zusammenzustellen. Du befasst dich mit der Ausgabe von Koordinaten, Rissen und Karten, lernst sie zu verstehen und erfährst, wie sie verwaltet und aufbewahrt werden.
Im Kundenzentrum erteilst du Auskünfte an Bürgerinnen und Bürger, erstellst Entfernungsbescheinigungen für den Schulweg und verkaufst das städtische Kartenwerk.
Bei der Gebäudeüberwachung prüfst du, ob vorhandene Gebäude eingemessen sind. Weitere Aufgaben sind Aufforderungen zur Einmessung an Eigentümer zu versenden, die Einhaltung vorgeschriebener Fristen zu prüfen und die Kosten für die Einmessung zu berechnen.
Die Fachstelle Bewertung besteht aus der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses in der Stadt Münster und der städtischen Bewertungsstelle. In einem vierwöchigen Ausbildungsabschnitt lernst du unter anderem die unterschiedlichen Verfahren zur Wertermittlung von bebauten und unbebauten Grundstücken kennen.
In der Fachstelle werden Vermessungen durchgeführt. Hier lernst du den Umgang mit den Messinstrumenten kennen und führst Lage- und Höhenmessungen durch.
In den Ausbildungsabschnitten wirst du abwechselnd den unterschiedlichen Messtrupps zugeteilt und fährst mit diesen zu den Messstellen in ganz Münster.
Am Anfang deiner Ausbildungszeit bekommst du eine Arbeitsjacke, Sicherheitsschuhe und –stiefel. Zusätzlich wird dir als Grundausrüstung ein Lattenrichter, Kreide, ein Winkelprisma und ein Messband bereitgestellt.
Im Außendienst arbeitest du mit Tachymetern, Nivellierinstrumenten und GPS-Geräten. Später führst du selbstständig kleinere Messungen durch. Hierzu planst du den Messablauf, führst ihn durch und dokumentierst deine Messergebnisse in einem Fortführungsriss.
Hier werden Karten hergestellt, fortgeführt und reproduziert. Außerdem werden Lagepläne zum Bauantrag erstellt.
Zuerst beschäftigst du dich mit dem Zeichnen und Kartieren von Karten. Dazu übst du den Umgang mit verschiedenen Schablonen für Buchstaben und Symbole, lernst den Nullenzirkel, Maßstäbe und Lineale kennen und machst Schrift- und Rechenübungen.
Des Weiteren erfährst du, wie die unterschiedlichsten Karten (Stadtplan, ABK) hergestellt und fortgeführt werden. Dazu erstellst du unter anderem einen Stadtplan, dessen Ausschnitt du selbst auswählen darfst. In diesem Zuge wird dir die Grundlage für die optimale Kartengestaltung beigebracht. Außerdem beschäftigst du dich mit der Herstellung von Lageplänen zum Bauantrag. Hierfür lernst du die Angaben in Bebauungsplänen und Architektenplänen kennen und machst dich mit den entsprechenden Gesetzen und Vorschriften vertraut. Die Lagepläne zeichnest du selbstständig mit einem Konstruktionsprogramm (GEOgraf).
Bei der Fachstelle Bodenordnung handelt es sich um die Geschäftsstelle des Umlegungsausschusses. Bei einer Umlegung handelt es sich um die Zusammenfassung von Flurstücken, um diese dann z.B. für die Realisierung eines Baugebietes sinnvoll neuzuordnen. Anhand mehrerer Übungsbeispiele, die du bearbeitest, bekommst du einen genauen Überblick über die Abläufe eines Umlegungsverfahrens.
Die Abteilung setzt sich aus der Fachstelle Geobasisdaten und Anwendungsentwicklung sowie der Fachstelle Zentrales Geodatenmanagement zusammen.
Hier beschäftigst du dich überwiegend mit der Fortführung und Berichtigung der Datenbank.
Dazu lernst du das Arbeiten mit Geoinformationssystemen sowie die Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten, auch im Alltag kennen.
Weitere Aufgabenbereiche sind die Programmierung von Anwendungen und die Datenverwaltung auf den Servern des Amtes.
Unsere Erfahrungen
1. Wie verlief unser Start in die Ausbildung als Vermessungstechniker/in bei der Stadt Münster?
Nach den gemeinsamen Einführungstagen mit allen neuen Auszubildenden der Stadt Münster traten wir unseren Start im Vermessungs- und Katasteramt an. Die anfängliche Nervosität wurde uns schnell genommen, denn wir wurden sehr offen empfangen. Nach einem Rundgang mit der Ausbildungsleitung, bei der wir viele neue Gesichter kennenlernten, wurde uns unser Arbeitsplatz gezeigt und alle Fragen zur Ausbildung geduldig und ausführlich beantwortet. Wir fühlten uns ab dem ersten Tag angekommen und konnten so einen guten Start in die Ausbildung genießen.
2. Hat man viel Kontakt zu den anderen Auszubildenden und wenn ja wie ist der Zusammenhalt?
Wir pflegen einen intensiven Kontakt zwischen den Auszubildenden. Täglicher Austausch und ein offener Empfang zu Beginn der Ausbildung sind die Regel.
- Austausch über Ausbildungsinhalte,
- Jährliche Azubiprojekte mit allen drei Jahrgängen,
- Möglichkeit die Mittgaspause gemeinsam zu verbringen,
- Möglichkeit der Teilnahme an außerdienstlichen Veranstaltungen (Weihnachtsessen, Weihnachtsmarktbesuch usw.).
3. Wie sieht der Arbeitsalltag als Auszubildender im Amt aus?
- Eigenes Büro gemeinsam mit dem/der Mitauszubildenden,
- Flexible Arbeitszeit von 39 Stunden in der Woche,
- 2 bis 8-wöchige Ausbildungsabschnitte in den verschiedenen Fachbereichen,
- Wechsel zwischen eigenständigem und gemeinsamen Arbeiten bzw. Erklärungen der Ausbilder.