A bis Z

Ausschnitt eines alten Stadtplans von Münster aus dem Jahre 1862
 
Straßenschild Ringoldgasse
 
 
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Gallitzinstraße

Stadtbezirk:Münster-Südost
Statistischer Bezirk: Angelmodde
Entstehung: 1970
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Benannt nach Amalie Fürstin von Gallitzin.

Im Jahre 1876 wurde diese Straße im Andenken an Adelheid Amalie Fürstin von Gallitzin, geborene Gräfin Schmettau, benannt. In ihrem Haus an der Grünen Gasse traf sich ein Kreis geistig hochstehender Männer, die familia sacra, mit Fürstenberg, Overberg und Hamann um sie. Sie starb 1806 und fand in Angelmodde ihre letzte Ruhestätte.
Quelle: Wilhelm Kohl in: Münstersche Zeitung, 13.8.1957


Der Kreis von Münster
Der Kreis von Münster, der auch familia sacra genannt wird, ist eine eigenständige kulturelle Bewegung der deutschen Geistesgeschichte. Das katholisch geprägte, fürstbischöfliche Münster gelangte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kurz vor seinem endgültigen Untergang noch einmal zu einer einzigartigen Blütezeit. Um die Person Franz von Fürstenbergs, Anton Matthias Sprickmanns, Bernhard Overbergs und schließlich der Fürstin Amalie von Gallitzin versammelte sich ein Kreis gebildeter, humanistisch orientierter Katholiken. Zeitgleich mit Goethe und Schiller und der Weimarer Klassik entwickelte sich in Münster eine auf christlichen Werten beruhende Lebenseinstellung der Nächstenliebe, Humanität und Toleranz. Bemerkenswert ist, dass eine Frau, Amalie von Gallitzin, zum Mittelpunkt dieses Kreises werden konnte. Zum Kreis von Münster gehörten Johann Georg Hamann, Graf zu Stolberg und der holländische Philosoph Franz Hemsterhuis (1721-1790).
Quelle: Detlef Fischer, Münster von A bis Z, Münster 2000

Es gibt in Münster sechs Straßen, die nach Personen aus dem Kreis von Münster benannt wurden. Die Fürstenbergstraße, Gallitzinstraße, Hamannplatz, Overbergstraße, Sprickmannstraße und die Stolbergstraße.

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