Stadt Münster: Tiefbauamt - Straßenbeleuchtung

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Straßenbeleuchtung

Die Straßenbeleuchtung steht seit 2006 im Eigentum der Stadtwerke Münster GmbH.
Leuchten dienen bei Dunkelheit der Sicherheit auf den Verkehrsflächen. Darüber hinaus sind sie ein Mittel zur Straßenraumgestaltung, sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Unterschiedliche Lichtpunkthöhen, Leuchtenabstände sowie Leuchtmittel beeinflussen und bestimmen die Ausleuchtung und die Gestaltung. Die Helligkeit im Straßenraum wird durch den Bodenbelag beeinflusst. Helle und ebene Beläge erhöhen den Wirkungsgrad der Leuchtmittel.
Maßgeblich für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden, insbesondere für Kraftfahrer/innen, ist eine gleichmäßige Ausleuchtung der befahrbaren Verkehrsflächen. In Fußgängerzonen soll ebenfalls eine gleichmäßige, die Sicherheit der Fußgänger gewährleistende Ausleuchtung gegeben sein. Straßenleuchten können zum positiven Erscheinungsbild beitragen, wenn Straßenräume zum Beispiel differenziert ausgeleuchtet oder mit Lichtschwerpunkten gegliedert werden.
Die Anzahl der Leuchtenvarianten soll auf ein Minimum gedrosselt werden, um die Lagerhaltungskosten möglichst gering zu halten. Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist die Energieeffizienz der Straßenbeleuchtung.


"Bewegtes Licht": Pilotprojekt in Berlin ausgezeichnet

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Auszeichnung des Pilotprojekts "Bewegtes Licht"

Im November 2017 wurde auf dem Kongress der Deutschen Energie-Agentur dena in Berlin ein gemeinsames Projekt von Stadtwerken und Tiefbauamt beim Publikumspreis mit Silber ausgezeichnet. Gesucht hatte die dena herausragende Vorhaben, die die Energieeffizienz verbessern und die Energiewende in besonderem Maße unterstützen. Der münstersche Beitrag "Bewegtes Licht" zur bewegungsgesteuerten Straßenbeleuchtung musste sich bei der Abstimmung nur einem Effizienzprojekt der Krones AG aus Bayern geschlagen geben – mit einem hauchdünnen Rückstand von gerade einmal 1,1 Prozentpunkten.
Angetreten waren die Münsteraner Partner mit intelligenter Straßenbeleuchtung: Seit November 2016 wird die LED-Beleuchtung an einem Geh- und Radweg zwischen dem Schulzentrum und den Supermärkten in Wolbeck durch Bewegung gesteuert. Wenn sich eine Person nähert, leuchtet das Licht 60 Meter im Voraus automatisch heller.
Herrscht kein Publikumsverkehr ist die Leuchtkraft der Laternen auf zehn Prozent gedimmt.
So konnte der Energieverbrauch ebenso um 70 Prozent reduziert werden wie die nächtliche Lichtverschmutzung. Ein ähnliches System ist auch im Gewerbegebiet Hansa-Business-Park in Amelsbüren im Einsatz.
Das Potenzial der Idee ist enorm: Rund 4.000 Straßenlaternen an Geh- und Radwegen sowie in Gewerbegebieten kommen für eine Bewegungssteuerung in Frage. In Summe würde die Umwelt dadurch um mehr als eine halbe Million Kilowattstunden Strom und 350 Tonnen CO2 entlastet.



Historie

In Münster begann die erste Straßenbeleuchtung mit Öllampen. Diese sollten im Jahre 1841 durch gasbetriebene Straßenleuchten ersetzt werden. Das Problem war jedoch das fehlende Gaskraftwerk.
Im November 1841 nahmen der städtische Magistrat und die Stadtverordneten die Planungen über die Einführung einer öffentlichen Gasbeleuchtung für die Stadt Münster auf, doch die Verhandlungen waren sehr zeitaufwändig. Die Pläne drohten an der Finanzierung einer Gasanstalt zu scheitern. Dabei sollte die Gasanstalt in erster Linie der Straßenbeleuchtung dienen. Als im Jahre 1852 ein Unternehmer zum Bau einer Gasanstalt gefunden wurde, konnte mit dem Bau der gasbetriebenen Straßenbeleuchtung begonnen werden. 1854 gingen die ersten 225 gasbetriebenen Straßenleuchten in Betrieb.

Mitte der 1960er Jahre wurde mit dem Abbau der Gasbeleuchtung begonnen. Von da an wurden nur noch elektrisch betriebene Straßenleuchten installiert.
Im Kuhviertel sind aus historischen Gründen noch 22 Gasleuchten erhalten geblieben.


Zahlen und Fakten

Unter der Laterne stand einst Lili Marlen. In Münster hätte die Dame reichlich Auswahl, sich ein lauschiges Plätzchen zu suchen.

Anzahl Leuchten:27.900
Stromverbrauch: 5.942.820 kwh
Betriebsstunden einer Leuchte pro Jahr: 4.125 h
Zuwachs Leuchten pro Jahr ca. 200

Planung

Die Konzept- und Detailplanungen von öffentlichen Straßenbeleuchtungsanlagen werden beim städtischen Tiefbauamt durchgeführt. Dabei wird die Straßenbeleuchtung in Anlehnung an die DIN 13201 geplant. Zusätzlich ist bei der Planung der Beleuchtung von Fußgängerüberwegen die DIN 67523 zu beachten.


Erneuerung Straßenbeleuchtung

Jedes Jahr werden in durchschnittlich 35 Straßen die Straßenbeleuchtungsanlagen erneuert.
Dabei wird mit moderner Technik erreicht, dass die Energieaufnahme um bis zu 50 % reduziert und das Beleuchtungsniveau sogar noch verbessert wird.


Umweltschutz

Zum größtmöglichen Schutz nachtaktiver Insekten sowie anderer nachtaktiver Lebewesen ist in Münster ein Konzept erarbeitet worden, das bei der Planung und Umsetzung der Straßenbeleuchtung berücksichtigt wird.
In naturnahen Bereichen (Grünräume, gewässernahe Bereiche) sollte, soweit unter Berücksichtigung der Sicher­heitsbelange vertretbar, weitestgehend auf künstliche Beleuchtung verzichtet werden.
Wichtige Wegeverbindungen durch besondere Grünräume sollten vorzugsweise auch nicht beleuchtet werden. Lichtabstrahlungen auf Gewässer sind zu minimieren. Deshalb sind ufernahe bzw. uferbegrenzende öffentliche Räume im Falle ihrer Beleuchtung mit indirekten bzw. gegenüber den Gewässern abgeschirmten Leuchten ausgestattet worden, um so den Insektenanflug zu minimieren.
Zum Schutz der Fledermäuse gibt es Bereiche, die zu bestimmten Jahreszeiten abgeschaltet werden, z. B. an der Austermannstraße. Außerdem sind Kugelleuchten aus dem Gestaltungskatalog der Stadt Münster entfernt worden, um die Lichtemission zu minimieren.


 

Adresse, Anfahrt, Öffnungszeiten

Fragen zur Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet?

Andreas Groot-Körmelink
Tel. 02 51/4 92-69 15