Stadt Münster: Villa ten Hompel - Geschichtsort

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Geschichtsort

Mehr als eine Gedenkstätte: 20 Jahre Geschichtsort Villa ten Hompel Münster

Foto der Villa ten Hompel von außen

Seit 1999 Geschichtsort: die Villa ten Hompel

Sie ist eine vitale Kombination aus Forschungseinrichtung und Gedenkstätte: Die Villa ten Hompel, deren Eröffnung als Geschichtsort sich im Jahr 2019 zum 20. Mal jährt.

In ihren ersten 20 Jahren hat die Villa als Ort der Geschichtsforschung und Geschichtsvermittlung ein breites Aufgabenspektrum entwickelt.


Entstehung

Das Bild zeigt einen Begehungstermin in der Entstehungsphase des Geschichtsortes.

Gründungsdirektor Alfons Kenkmann und die damalige Oberbürgermeisterin Marion Tüns bei einem Begehungstermin 1999

Soll Münster ein Mahnmal für die während der NS-Herrschaft deportierten und größtenteils ermordeten Jüdinnen und Juden erhalten oder einen vitalen Geschichtsort in demjenigen Gebäude, in dem ab 1940 die für die Bewachung der Deportationszüge verantwortlichen Polizisten in grüner Uniform ihren Dienstsitz hatten? Das war zugespitzt die Diskussion ab Beginn der 1990er Jahre, als der Historiker Winfried Nachtwei erstmals die Geschichte der Villa des ehemaligen „Zementkönigs“ Rudolf ten Hompel am Kaiser-Wilhelm-Ring als nationalsozialistische Polizeidienststelle untersuchte. Zusammen mit Partnern aus der Stadtgesellschaft, der Erinnerungskultur und der Universität konnte ein innovatives Nutzungskonzept für den Geschichtsort entwickelt werden.
Das zivilgesellschaftliche Engagement mündete in der Eröffnung als Geschichtsort am 13. Dezember 1999 auf Grundlage des Beschlusses des Rates der Stadt Münster. Am „authentischen Ort“ entstand so ein multifunktionales Institut zum Forschen, Gedenken und Erinnern, ein Geschichtsort.


Forschung und Vernetzung

Das Bild zeigt Vertreterinnen und Vertreter der Villa ten Hompel und des US Holocaust Memorials, einem Kooperationspartner.

Vielfältige Kooperationen prägen das Geschehen im Geschichtsort - so etwa zum US Holocaust Memorial.

Die Villa ten Hompel ist stark durch ihre Vernetzungen vor Ort. Exemplarisch stehen dafür Kooperationen mit der Gesellschaft für Christlich Jüdische Zusammenarbeit, mit Münsters Hochschulen oder mit der Akademie Franz Hitze Haus. Der Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und Erinnerungsorte NRW wird von hier geführt. Bundesweite Kontakte ermöglichen Projekte mit der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Maximilian-Kolbe-Werk oder mit der Initiative Gegen Vergessen – Für Demokratie.

Die Villa ten Hompel hat internationales Renommee und repräsentiert Münster global, egal ob in den nahe gelegenen Niederlanden an der dortigen Polizeiakademie, in Münsters polnischer Partnerstadt Lublin bei der dortigen KZ-Gedenkstätte Majdanek, in Israel in Yad Vashem - dem World Holocaust Remembrance Center - oder bei Kooperationen mit dem United States Holocaust Memorial Museum Washington D.C.


Vermittlung und Erinnerungskultur

Schulklasse aus Almelo vor der Villa ten Hompel

Schulklassen zählen zu den häufigsten Gästen in der Villa ten Hompel.

Neben Forschung und Sammlung ist seit 20 Jahren die innovative Geschichtsvermittlung und Erinnerungskultur die dritte tragende Säule. Die Besucherzahlen stiegen von schon beachtlichen 7.000 im Jahr 2001 auf mehr als 33.000 im Jahr 2018 - noch immer ist die Tendenz steigend. Schülerinnen und Schüler prägen unter der Woche das Bild der Villa ten Hompel. 189 Schulklassen nutzten letztes Jahr didaktische Angebote wie den „Demokratiedschungel“, Thementage oder das Programm der Gedenkstättenfahrten. Viele Polizistinnen und Polizisten aus NRW kennen den Ort durch Seminare, mehr als 12.000 seit der Gründung 1999. Aber auch Soldaten, Juristen, Vollzugsbeamte und weitere Berufsgruppen nutzen den Geschichtsort nicht nur für historischen Erkenntnisgewinn, sondern besonders für die persönliche Schärfung des eigenen ethischen Kompasses im Berufsalltag.

Öffentliche Vorträge wie die Reihe „Mittwochsgespräche“, Lesungen, Podiumsdiskussionen oder Tagungen machen „die Villa“ zu einem der Zentren der städtischen Debattenkultur rund um Geschichte, Politik und Gesellschaft. Die Begleitung und das gemeinsame Auftreten mit überlebenden Verfolgten des NS-Regimes gehörte und gehört zu den emotionalsten Aufgabengebieten. Und auch wenn sich das Zeitalter der NS-Zeitzeugen bald dem Ende entgegenneigt, haben die Bezirksregierung Münster und die Villa ten Hompel mit dem Programm „Erinnerungspaten“ ein Format entwickelt, dass die eindringliche Vermittlung von persönlich erlebtem Unrecht in der Gegenwart und Zukunft weiter präsent hält.


Beratung

Gesprächsrunde vor einer Pinnwand mit vielen Moderationskarten

Mobim leistet wichtige beratende Arbeit.

Rassismus und Antisemitismus sind leider keine Phänomene nur der Vergangenheit. Deshalb arbeitet seit mittlerweile 10 Jahren im Haus ebenfalls mit großem persönlichem Engagement das Team der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Münster (mobim) gegen aktuelle Erscheinungsformen, die nicht nur am „rechten Rand“ virulent sind, sondern teils aus der Mitte der Gesellschaft kommen.

Bürgerinnen und Bürger nutzen sehr rege die Gelegenheit, wissenschaftliche Anfragen an das Historikerteam der Villa ten Hompel zu stellen. Zumeist geht es um familiäre Verbindungen in die NS-Zeit, sowohl in Täter- als auch Verfolgtenperspektive.


Partizipation

Das Bild zeigt eine Gruppe in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.

Gedenkstättenfahrten - eine wichtige Form der Geschichtsvermittlung

Bei allen Aktivitäten des Geschichtsorts Villa ten Hompel steht der Mensch im Mittelpunkt. Die geschichtswissenschaftliche Forschung ist Ausgangspunkt der innovativen musealen und pädagogischen Vermittlung. Bürgerinnen und Bürger tragen ihre Geschichten ins Haus durch Vor- und Nachlässe aus ihrem familiären Umfeld. Und nicht zuletzt stärken ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch ihr Engagement.

Seit 20 Jahren ist so in der Villa ten Hompel Geschichte partizipativ im Gespräch – nachdenklich, selbstkritisch und offen für den Dialog.


 

Zusatzinfos

Kontakt

Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster

Tel. 02 51/4 92-71 01
Fax 02 51/4 92-79 18



Öffnungszeiten

Mittwoch, Donnerstag: 18-21 Uhr
Freitag bis Sonntag: 14-17 Uhr

Bürozeiten

Di, Mi, Fr: 9-12 Uhr
Do: 9-16 Uhr
Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Führungen und Projekttage nach Vereinbarung.

So sind wir zu erreichen:

Per Bus mit der Ringlinie 33 und 34 (Haltestelle: Villa ten Hompel)

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