Stadt Münster: Villa ten Hompel - Ausstellungsarchiv

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Geschichtsort

Ausstellungsarchiv

Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick über herausragende Sonderausstellungen und Projekte, die in oder mit Unterstützung des Geschichtsortes Villa ten Hompel seit 1999 stattgefunden haben.


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Blick in die Bürgerhalle des Rathauses (Foto: Presseamt)

Ehre, wem Ehre gebührt?!

Straßennamen in der Diskussion - Begegnung mit elf Namensgebern

26. Januar bis 16. März 2012

Die Ausstellung "Ehre, wem Ehre gebührt?!" in Münster war Teil einer Dialog- und Informationsphase im Rahmen der Überlegungen zur Umbenennung von Straßennamen. Den Besuchern begegneten die Namensgeber Karl Wilhelm Jötten, Hans Pfitzner, Ludwig Humborg, Franz Ludwig, Hermann Stehr, Friedrich Castelle, Karl Wagenfeld, Heinrich Lersch, Agnes Miegel, Alfred Stühmer. Hinzu kam Paul von Hindenburg, zu dem eine zusätzliche Infotafel und eine Vitrine mit Originalexponaten zum "Tag von Potsdam" vorbereitet wurden.

Im Zentrum der vom Geschichtsort in Kooperation mit "Gegen Vergessen, für Demokratie e.V.", dem Rat der Stadt Münster sowie dem Stadtarchiv Münster erstellten Präsentation in der Bürgerhalle des Rathauses stand das Verhalten dieser Namenspatrone während des Nationalsozialismus. Lebensgroße Personensilhouetten gaben biographische Informationen und ließen die Personen selbst zu Wort kommen. Originale Aussagen und Texte dokumentierten, wie Schriftsteller oder Musiker in ihren Texten und Musikstücken die nationalsozialistische Ideologie aufgriffen, zeigten Hitler und seine Politik verherrlichende Auszüge aus Gedichten, Zeitungsbeiträgen oder Reden.

Auch das Verhalten der Namensgeber nach 1945 spielte in der Ausstellung eine Rolle. Nicht nur Agnes Miegel lehnte eine Auseinandersetzung mit ihrer Position in der NS-Zeit ab. Die Ausstellung bot auch Antworten auf allgemeine Fragen rund um die Straßennamen: Seit wann werden Personen mit Straßennamen geehrt? Welche Personengruppen wurden und werden seit 1870 bevorzugt mit einem Straßennamen bedacht?


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Blick in die Ausstellung

Sonderzüge in den Tod

Die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn

18. Mai bis 15. Juni 2008

Die Deutsche Reichsbahn war durch die Deportation zahlloser Menschen unmittelbar am Holocaust beteiligt. Ohne den Einsatz der Eisenbahn wäre der systematische Mord an den europäischen Juden, Sinti und Roma nicht möglich gewesen. Insgesamt wurden im Zweiten Weltkrieg etwa drei Millionen Menschen aus fast ganz Europa mit Zügen zu den nationalsozialistischen Vernichtungsstätten transportiert. Die Ausstellung "Sonderzüge in den Tod. Die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn" will an das unermessliche Leid erinnern, das diesen Menschen zugefügt wurde. Sie zeigt Einzelschicksale von Kindern, Frauen und Männern, die von ihren Heimatorten in den Tod transportiert wurden. Überlebende schildern in Zeitzeugeninterviews die grauenvollen Zustände in den Zügen. Die fahrplanmäßige und betriebliche Durchführung dieser Transporte durch die Reichsbahn wird anhand von Dokumenten und Grafiken dargestellt. Die Wanderausstellung wurde in Kooperation mit dem Centrum Judaicum und dem Deutschen Technikmuseum in Berlin erarbeitet. Sie beruht auf der im Museum der Deutschen Bahn in Nürnberg gezeigten Dauerausstellung zur Geschichte der Reichsbahn im Nationalsozialismus. Die Fotos und Biografien der aus Frankreich deportierten jüdischen Kinder haben Serge und Beate Klarsfeld für die Wanderausstellung recherchiert und zusammengestellt.


Medizin ohne Menschlichkeit

Eugenik, "Euthanasie", vertuschte Verbrechen und offener Protest

2. Februar bis 13. März 2005

Neben dem Holocaust an den europäischen Juden und den Massenmordaktionen hinter den osteuropäischen Kriegsfronten, an denen u.a. die Ordnungspolizei im großen Stil beteiligt war, steht der Krankenmord an hilfsbedürftigen und wehrlosen Patienten/-innen als politisches Großverbrechen wie kein anderes für das Ende der Humanität in der Zeit des Nationalsozialismus.In nicht einmal zwei Jahren, zwischen Januar 1940 und August 1941, wurden in Deutschland über 70.000 psychisch kranke und geistig behinderte Menschen ermordet. An sechs Orten in Deutschland wurden hierfür mit Vergasungsanlagen und Krematorien ausgestattete Tötungsanstalten errichtet. Einer dieser Orte ist das Schloss Grafeneck bei Münsingen auf der Schwäbischen Alb. Dort wurden 1940 von Januar bis Dezember 10.654 Menschen ermordet, die aus über 40 Heil- und Pflegeanstalten und aus einer nahezu unabsehbaren Zahl von Gemeinden im damaligen Deutschen Reich und aus besetzten Gebieten stammten – übrigens auch aus der preußischen Provinz Westfalen und aus dem Rheinland.

Stadt und Bistum Münster erinnerten gemeinsam mit dem LWL mit dieser Wanderausstellung der NS-Gedenkstätte Grafeneck zur Eugenik und zu den "Euthanasie"-Verbrechen an diese Opfer, aber auch an die zwangssterilisierten Frauen und Männer, die seit 1934 die Leidtragenden einer allgemein bekannten "Rassenhygiene"-Politik in Deutschland waren. Das Schicksal einiger Zwangssterilisierter – z.B. Paul Wulf – aus Westfalen ist mit der Geschichte der Villa ten Hompel eng verknüpft, denn sie gehörten in der Nachkriegszeit zu den Menschen, deren Anträge das Dezernat für Wiedergutmachung im Hause zu bearbeiten, allerdings in aller Regel abschlägig zu bescheiden hatte.


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Blick in die Ausstellungsräume

Verfolgung und Verwaltung

Die wirtschaftliche Ausplünderung der Juden und die westfälischen Finanzbehörden

13. Dezember 1999 bis 31. März 2000

War das Jahrhundert der Barbarei auch das Jahrhundert der Bürokratie? Der Terror im "Dritten Reich" wäre ohne Beamte nicht denkbar gewesen. Das gilt auch für die Finanzverwaltung. Ihre Rolle war Thema dieser Ausstellung der Villa ten Hompel in Zusammenarbeit mit der Oberfinanzdirektion Münster.

Im Mittelpunkt stand die Beteiligung der staatlichen Verwaltung an der nationalsozialistischen Judenpolitik. Drangsalierung, Entwürdigung und Ausplünderung vor allem der jüdischen Bevölkerung zwischen 1933 und dem Kriegsende – dies zeichnete die Ausstellung exemplarisch am Bereich der heutigen Oberfinanzdirektion Münster (OFD) nach. Die Finanzverwaltung verhalf dem Reich zu gewaltigen Summen. Finanz- und Zollbehörden arbeiteten mit Banken und Versicherungen zusammen, um Juden etwa vor der Emigration finanziell auszupressen und ihnen die letzten Freiräume zu nehmen.

Die Ausstellung wollte nüchterne Akten zum Sprechen bringen. An Verzeichnissen und Quittungen, Vermerken, Aushängen und Verfügungen ließen sich die einzelnen Phasen von Verfolgung und Ausraubung ablesen.


 

Zusatzinfos

Kontakt

Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster

Tel. 02 51/4 92-71 01
Fax 02 51/4 92-79 18



Öffnungszeiten

Mittwoch, Donnerstag: 18-21 Uhr
Freitag bis Sonntag: 14-17 Uhr

Bürozeiten

Di, Mi, Fr: 9-12 Uhr
Do: 9-16 Uhr
Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Führungen und Projekttage nach Vereinbarung.

So sind wir zu erreichen:

Per Bus mit der Ringlinie 33 und 34 (Haltestelle: Villa ten Hompel)

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