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Ausschnitt eines alten Stadtplans von Münster aus dem Jahre 1862
 
Straßenschild Ringoldgasse
 
 
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Schlaunstraße

Stadtbezirk:Münster-Mitte
Statistischer Bezirk: Buddenturm
Entstehung: 1924
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Johann Conrad Schlaun, (1695-1773), bedeutendster westfälischer Baumeister.

Johann Conrad Schlaun
Wie bei kaum einer anderen Persönlichkeit verweist der Name Johann Conrad Schlauns auf die Bedeutung Münsters für die europäische Kulturgeschichte und die besondere architektonische Qualität seine Bauten. Ganz wesentlich bestimmte Schlaun neben weiteren ausgebildeten Architekten im 18. Jahrhundert die Ausgestaltung des barocken Stadtbildes von Münster mit.
Er wurde 1695 in Nörde bei Warburg als Sohn eines Amtsmannes geboren und von 1706 bis 1710 bei den Jesuiten in Paderborn erzogen. Schon früh fiel sein technisches Geschick und architektonisches Interesse auf. Bereits mit 19 Jahren durfte Schlaun 1715 eine erste Kirche in Brakel erbauen, der bald weitere Projekte im Umkreis von Paderborn folgten. 1720 bis 1723 wurde die hoffnungsvolle Nachwuchskraft vom soeben gewählten neuen Münsteraner und Paderborner Fürstbischof Clemens August von Wittelsbach als Landmesser eingestellt und auf eine Ausbildungs- und Studienreise geschickt. Diese führte ihn nach Würzburg, Wien, Rom und Paris. Nach der Rückkehr betraute man ihn sofort mit umfangreichen Projekten im Bistum. Offiziell blieb er hierbei in eine militärische Laufbahn eingebunden: 1729 wurde er zum Oberlandingenieur, 1733 zum Chef der Artillerie in Münster, 1745 zum Generalmajor und 1750 zum Gouverneur der Festung Meppen ernannt. Nach Ausführung zahlreicher Projekte starb er 1773 als wohlhabender und hochgeachteter Mann in Münster. Schlaun hatte in seinem Amt alle Bauprojekte der kurfürstlichen Landesregierung zu betreuen, die vom Straßen- und Wasserbau über den Festungsbau und Ingenieurtätigkeiten bis zu den Hochbauten reichten. Außerdem übernahm er viele Bauaufträge der Orden und des Adels. In Westfalen entstanden zahlreiche Kirchen, Schlösser und andere Bauten in seiner eigenen Formensprache, und viele der Adelshöfe in Münster wie der Erbdrostenhof (1753-57), das Schloss (1766-87), die Clemenskirche (1745-51) und das Rüschhaus (1745-48).
Quelle: Stadtarchiv Münster, Im Wandel der Zeit - 1200 Jahre Münster, Zwolle 2000, Seite 92

In Münster gibt es 13 Straßennamen aus dem Themenbereich Architekten, Baumeister und Geodäten. Es sind die
Alerdinckstraße, Bentelerstraße, Gropiusstraße, Hanemannstraße, Hensenstraße, Hertelstraße, Pictoriusstraße, Schinkelstraße, Schlaunstraße, Stübbenstraße, Vagedesweg, Von-Corfey-Straße und Von-Manger-Straße.

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