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Achse Lütkenbecker Weg und Lindberghweg
Fahrradstraßen
Stärkung der Veloroute Everswinkel - Münster
Die im Sommer 2020 fertiggestellte Fahrradstraßen-Achse Schillerstraße / Lütkenbecker Weg / Lindberghweg verbindet das südöstliche Stadtgebiet mit dem Hauptbahnhof. Sie ist darüber hinaus Teil der Veloroute Everswinkel-Münster und damit eine zentrale Radverkehrsverbindung für die Stadtregion Münster. Um Sicherheit und Komfort für Radfahrende zu verbessern, wird ab September 2026 der Kfz-Durchgangsverkehr an der B51-Brücke unterbunden.
Auslöser der Maßnahme sind Konflikte zwischen dem Rad- und Kfz-Verkehr, die sich aus dem vorherrschenden Aufkommen im Rad- und Kfz-Verkehr ergeben und der Verwaltung und der Polizei in den vergangenen Jahren vielfach gemeldet wurden: Zu eng überholende Kraftfahrzeuge, zu hohe Geschwindigkeiten oder große Geschwindigkeitsdifferenzen im Bereich der Brücken. Eine über die allgemeine Unfalllage im Stadtgebiet hinausgehende Ausprägung ist jedoch nicht festzustellen.
Mit dem Bebauungsplan 600 “Stadthafen Nord” sind weitere Planungen vorgesehen, die zum großen Teil über die Schillerstraße erschlossen werden sollen. Die Verkehrsuntersuchung zum Bebauungsplan zeigt anhand verschiedener Planfall-Varianten, dass die Unterbindung des Kfz-Durchgangsverkehrs die Verträglichkeit als Fahrradstraße im Bereich der Schillerstraße deutlich verbessern würde. Die Variante arbeitet ebenfalls heraus, dass eine Sperrung keine negativen verkehrlichen Effekte für die Entwicklung des Stadthafen Nord hat.
Das Kfz-Verkehrsaufkommen auf der gesamten Achse (Schillerstraße / Lütkenbecker Weg / Lindberghweg) liegt anhand von Zählungen im Zeitraum zwischen 2020 und 2025 je nach Abschnitt bei 1.500-2.500 Kfz/Tag, das Radverkehrsaufkommen liegt je nach Abschnitt bei 4.000-6.000 Radfahrten/Tag. Seit dem Umbau zur Fahrradstraße 2020 stellten sich tatsächlich nur unwesentliche Veränderungen bzgl. der Kfz-Verkehrsmengen ein. Eine Verkehrserhebung im Zeitraum 6 bis 20 Uhr zeigt auf, dass stadteinwärts ca. 60 Prozent des Kfz-Verkehrs Durchgangsverkehre sind. Es wurden bereits Maßnahmen ergriffen: Der Bau von zwei Sinuswellen, die Einrichtung von Überholverboten im Bereich der Brücken, der Einsatz von Plakaten und Bannern zur Verdeutlichung der Verkehrsregeln, die Installation von zwei Dialog-Displays sowie zahlreich durchgeführte Geschwindigkeitskontrollen.
Darstellung des Vorhabens
Um die Veloroute Everswinkel - Münster zu stärken ist am 17.6.2026 politisch beschlossen worden, auf dem Lütkenbecker Weg / Lindberghweg eine beschilderte Sperrung für den Kfz-Verkehr einzurichten. Dies wurde bereits 2020 als „Ultima Ratio“ genannt (vgl. V/0068/2020).
Die Kfz-Durchfahrtssperre wird auf der B51-Brücke eingerichtet. Dort kann sämtlicher Kfz-Verkehr wirksam unterbunden werden, da kleinräumige Umfahrungen nicht möglich sind. Gleichzeitig sind keine Baumaßnahmen erforderlich, um Wendemöglichkeiten zu realisieren. Die Sperrung wird mithilfe von Verkehrszeichen umgesetzt. Jeweils am Fuß der Brücke über die B51 wird beidseitig ein VZ 260 „Verbot für Kraftfahrzeuge“ angeordnet, sodass auf der Brücke ein eindeutig überwachbarer Sperrbereich ohne jeden notwendigen Anliegerverkehr entsteht. Dies erleichtert die Kontrollen durch die Polizei und macht die Sperrung für alle Verkehrsteilnehmenden deutlich wahrnehmbar, da es künftig keinerlei erlaubte Kfz-Bewegungen in dem Bereich mehr gibt – abgesehen von Einsatzfahrzeugen und Fahrzeugen der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster. Der Kfz-Verkehr wird an der jeweils letzten Abbiegemöglichkeit (Boelckeweg und August-Schepers-Straße) über eine Sackgassen-Beschilderung auf die Kfz-Durchfahrtsperre hingewiesen.
Das Hauptstraßennetz aus Albersloher Weg (Landesstraße), Heumannsweg (Vorbehaltsnetz), Schmittingheide (Vorbehaltsnetz) und Wolbecker Straße (Landesstraße), wird mit der Unterbindung des Kfz-Verkehrs auf dem Lütkenbecker Weg geringfügig höher belastet. Als Teil des klassifizierten Straßennetzes sind die Straßen dafür ausgelegt, entsprechende Verkehre aufzunehmen. Das bestätigt sich auch in der o. g. Verkehrsuntersuchung. Die geringe Mehrbelastung der August-Schepers-Straße (zum Sportgelände TuS Saxonia bzw. zu den Kleingärtnervereinen nordwestlich der B51) sowie des Boelckewegs (zu den Kleingärtnervereinen südöstlich der B51 sowie Verlagerung im Quartier Lütkenbeck) wird von der Verwaltung als unkritisch bewertet.


