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Willkommen auf der Homepage der Villa ten Hompel!
Der heutige Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster – ehemalige Fabrikantenvilla, Sitz der Ordnungspolizei im Nationalsozialismus, Ort der Entnazifizierung und Dezernat für Wiedergutmachung im Nachkriegsdeutschland – bietet heute Raum für die Auseinandersetzung mit geschichtlichen und aktuellen Themen zwischen Erinnerungskultur und Demokratieförderung am historischen Ort.
Aktuelle Meldungen
Auch ein gemeinsamer Austausch über akute Sorgen hilft
Während der Jugendbegegnung konnten Anna-Lena von Krenski und die anderen jungen Erwachsenen ihr Wissen über das NS-Unrecht erweitern, und den bereichernden Austausch miteinander erfahren. © DBT / Stella von Saldern
Jugendbegegnung des Bundestages mit einem Programm auch in NS-Gedenkstätten: Anna-Lena von Krenski aus dem FSJ Kultur in der Villa ten Hompel berichtet von ihren Eindrücken.
Anna-Lena von Krenski, in diesem Jahr die Person aus dem Team der Villa ten Hompel im FSJ, Freiwilligen Sozialen Jahr Kultur, nahm an der internationalen Jugendbegegnung 2026 des Deutschen Bundestages teil. Hier berichtet sie von ihren Eindrücken:
„Im Fokus der diesjährigen Jugendbegegnung stand das Schicksal von Frauen und Kindern während des Holocausts. In den sechs Tagen hatte ich die Gelegenheit, mich mit etwa 70 anderen jungen Erwachsenen intensiv mit Themen der Gedenkstätte Ravensbrück auseinanderzusetzen und außerdem das Jüdische Museum und das NS-Dokumentationszentrum in Berlin zu besuchen.“
„Trotz heftiger historischer Kontroversen einen Konsens finden“
© Stefan Querl
Deutsch-polnisches Gedenkstättenforum nahm in Lublin seine Arbeit auf: Folgetreffen in Dresden und Danzig
Im Beisein des deutschen Botschafters und des polnischen Kultusministers ist offiziell ein Gedenkstättenforum beider Länder gegründet worden. 40 binational geladene Fachleute und Kulturschaffende entwickelten über drei Tage eine erste leitende Handlungsstrategie für Forschungstransfers und Vertiefungen des Austausches der Länder. Unter ihnen war Stefan Querl als Leiter des Geschichtsortes Villa ten Hompel und Vize-Vorsitzender des Freundeskreises Münster-Lublin. Getagt wurde in Lublin, in der Universitäts- und Partnerstadt von Münster, zudem an den Erinnerungsorten zur berüchtigten „Aktion Reinhardt“ im Zweiten Weltkrieg während der Shoah; heute das Gebiet zwischen Polen und Belarus und der Ukraine am Grenzfluss Bug. Noch während des Kalten Krieges, in 1988, hatte Querl erstmals die Gedenkstätte Auschwitz im polnischen Oświęcim besucht. Der Zeithistoriker gestaltet seither regelmäßig Bildungs- und Begegnungsprojekte zwischen den beiden Ländern. Deren wechselvolle Grenz- und Leidenserfahrungen nicht nur im 20. Jahrhundert waren intensiv Thema des Forums, das im November im sächsischen Dresden und 2027 in Danzig/Gdańsk fortgesetzt werden solle, so Querl: „Trotz heftiger historischer Kontroversen den Konsens im Miteinander zu finden, ist die große Aufgabe. Die Herzlichkeit und Offenheit dafür waren auf beiden Seiten direkt positiv spürbar.“ Auch der Freundeskreis signalisierte über seine erste Vorsitzende, Joanna Harmus, und den Vorstand Bereitschaft, sich an diesem Prozess der Vertrauensbildung zu beteiligen.
Drehbuch Geschichte 2026: Die vierte Gewalt - Journalismus im Film
Gestalten die Reihe „Die vierte Gewalt – Journalismus im Film“ gemeinsam © Christopher Neumann
Ab 17. März startet die Filmreihe zum Thema „Die vierte Gewalt - Journalismus im Film“ im Cinema, Warendorfer Straße. Das Programm bietet eine breite Auswahl verschiedener Filmgenres – von klassischen Werken über Politdramen – bis hin zur klassischen Dokumentation. Neben den Filmvorführungen besteht an allen Abenden auch die Möglichkeit zur Diskussion.
Der Vorverkauf läuft online und an der Kinokasse.
Details zur Filmreihe
Flyer zur Filmreihe
Besondere Kunstkarten der Villa ten Hompel für gute Zwecke, für NS-Gedenk- und Erinnerungsprojekte
Der Hiltruper Architektur- und Städtebau-Experte Martin Korda mit Stefan Querl von der Villa ten Hompel. © Lisa Feller
Professor Martin Korda gestaltet ein Aquarell mit der Außenansicht des geschichtsträchtigen Gebäudes
Ein besonderes Geschenk hat der Architektur- und Städtebau-Experte Professor Martin Korda aus Hiltrup dem Geschichtsort Villa ten Hompel bereitet: Der kulturbegeisterte Diplom-Ingenieur gestaltete mit Akribie für ein neues Aquarell eigene Kunstkarten. Sie zeigen eine Außenansicht des 1924 bis 1928 errichteten Gebäudes am Kaiser-Wilhelm-Ring 28. Es hat eine wechselvolle Geschichte: Einst war die Villa eine Zementfabrikanten-Residenz der katholischen Erbauer-Familie ten Hompel. Dann Sitz des „Befehlshabers der Ordnungspolizei“ für den Wehrkreis VI im NS-Staat und nach dem Zweiten Weltkrieg die Dienststelle des „Dezernates für Wiedergutmachung“ der Bezirksregierung in Münster. Die Kunstkarten werden in der Ausstellung zu diesen Themenkreisen gegen eine Spende in beliebiger Höhe für Gedenk- und Erinnerungsprojekte mit jungen Leuten sowie für UNICEF und für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz angeboten, wie Stefan Querl, Leiter der städtischen NS-Erinnerungsstätte, hervorhob – auch mit einem Dank des Fördervereins, dessen Vorsitzender Robert von Olberg und der gesamte Vorstand Kordas Initiative für die Vereins- und Stiftungszwecke ausdrücklich begrüßten. Die Nachfrage sei so groß, dass bereits die dritte Auflage des Farbmotivs in Druck gegeben werde, hieß es.
Ausstellungsteam nimmt mit Tatendrang die Arbeit auf
Das Projekt-Team auf Recherchebesuch in der Villa_Forum für Erinnerungskultur und Zeitgeschichte in Osnabrück © Fynn Gross
Weiterentwicklung der Ausstellung gestartet
Die Dauerausstellung „Geschichte- Gewalt-Gewissen“ in der Villa ten Hompel wurde vor zehn Jahren eröffnet und wird nun mit Unterstützung aus der Gedenkstättenförderung der Landeszentrale für politische Bildung NRW weiterentwickelt und überarbeitet.
Noch voller Eindrücke aus der Recherchereise in die Niederlande (28.–31. Oktober) läutete das Projektteam im November offiziell den Auftakt der Überarbeitung ein und arbeitet nun voller Tatendrang, Motivation und Elan an der Weiterentwicklung. Ziel ist es, barriereärmere Zugänge zu schaffen und die digitalen Angebote zu stärken. Ein wichtiges Anliegen ist ebenfalls, die Dauerausstellung mehr auf ihre Besucher*innen auszurichten. Dafür soll sie gruppenkompatibler werden, schließlich wird sie zu einem Großteil von Gruppen besucht, ist aber (noch) für Einzelbesuchende konzipiert. Auch inhaltlich soll sie dem neuen Forschungs- und Nutzungsstand gerecht werden. Deshalb werden weitere, bisher in der Ausstellung nicht erwähnte Verfolgtengruppen berücksichtigt und die Feuerwehr als an NS-Verbrechen beteilige Institutionen thematisiert. Dies trägt auch dem Umstand Rechnung, dass neben den Zielgruppen Polizei seit diesem Jahr auch berufsgruppenspezifische Seminare für Feuerwehrbedienstete am Geschichtsort stattfinden. Über den aktuellen Stand des Projekts wird regelmäßig hier und auf Instagram (@villatenhompel) berichtet. Geplant ist die Eröffnung der überarbeiteten Ausstellung 2028.
Foren für historisch hochsensible Themen
Dr. Dominik Rigoll spricht am Mittwoch, 6. Mai, um 19 Uhr in der Villa ten Hompel über „Niederlage und Neubeginn. Rechte Parteien und Rechte Politik im frühen Nachkriegsdeutschland“. © Matthias Wehofsky
Volles Halbjahres-Programm von A bis Z: Von Aly im Fürstenberghaus bis „Zweite Karrieren. NS-Eliten im Nachkriegsdeutschland“
Ein deutsch-polnisches Gedenkstättenforum wird sich im März in Münsters Partnerstadt Lublin als Expertengremium gründen. Das teilte Stefan Querl, Leiter der Villa ten Hompel, bei der Vorstellung des neuen Programms für den Geschichtsort am Kaiser-Wilhelm-Ring mit. NS-Gedenkstätten beider Länder werden sich künftig regelmäßig austauschen. So bei ihrem Folgetreffen im Herbst in Dresden und danach abwechselnd dann in Polen und Deutschland, um politisch hochsensible Themenfelder wie Besatzungsverbrechen und deren Folgen, Ghettos oder die historischen Grenzerfahrungen zu bearbeiten. Aber auch drängende Fragen der Bestandssicherung von KZ-Baracken oder KI in der Bildungsarbeit.
Majdanek, die Gedenkstätte in Münsters Partnerstadt, übernehme dankenswerterweise die Federführung gemeinsam mit einem Team am Berliner Mahnmal für die ermordeten Juden Europas mit der Stabsstelle Deutsch-Polnisches Haus und der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Als Vizevorsitzender des Freundeskreises Münster-Lublin dankte Stefan Querl Oberbürgermeister Tilman Fuchs, Stadträtin Cornelia Wilkens, Justiziarin Michaela Heuer und dem gesamten Verwaltungsvorstand für die nachhaltige Unterstützung der deutsch-polnischen Städtepartnerschaft. Zumal Münster jetzt mit Lublin auch daran anknüpfe, im Baltikum ein maßgebliches Gründungsmitglied des Riga-Komitees gewesen zu sein vor 25 Jahren.
Ein Dank gebühre hausintern aber auch dem Konzeptions- und Redaktionsteam für die Veranstaltungen: Thomas Köhler, Karolin Engel, Naomi Roth mit vertrauten externen Kooperationspartnern wie der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte (WIR), denn auch im ersten Halbjahr 2026 sei es möglich, kostenfreie und in aller Regel frequenzstarke Formate anzubieten. Und das unter klaren Themenlinien wie etwa bei den Mittwochsgesprächen.


