Selma Lagerlöf: Aus meinen Kindertagen
Etwas ganz Besonderes zeichnet diese Autorin aus:
Lebensfreude und das Talent, in allen Ereignissen – auch in den schrecklichen – Gutes zu finden. Erzählt wird aus der Perspektive eines 10 Jahre alten Mädchens. Die Geschichten lesen sich federleicht, aber es ist kein Kinderbuch. In jedem Kapitel werden Werte vermittelt, und zwischen den Zeilen ist Gesellschaftskritik erkennbar.
Selma wächst in einer Familie auf, in der man warmherzig miteinander und mit den Dienstboten umgeht. Der Vater ist Respektsperson, die Mutter ist der Dreh- und Angelpunkt; das kleine Mädchen liebt sie beide. Der Vater versenkt eine Menge Geld für seinen Teich und eine der Tanten ist recht unkonventionell. Die Verwandtschaft ist groß. Es sind mehr als 100 Personen, die jedes Jahr auf Gut Marbacka zum Geburtstagsfest des Vaters anreisen. Das Kind schaut genau hin: Für Männer steht die Welt offen, aber Frauen sind nicht frei. Schon gar nicht, wenn sie verheiratet sind.
Sie war eine faszinierende Frau, diese Selma Lagerlöf (1858 bis 1940).
53 Jahre alt war sie, als sie begann, ihre Erinnerungen aufzuschreiben. Die Verwandlung in das 10 Jahre alte Kind gelingt ihr perfekt. Wer Kinder liebt und ihren klugen Blick auf die Welt, wird diese Geschichten gerne lesen. Probieren Sie es aus!