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Lisa Ridzén: Wenn die Kraniche nach Süden ziehen

Empfehlung im Juni 2026 von Anna-Theresia Heitkötter

Der 89-jährige Bo ahnt seinen nahen Tod und wünscht ihn sich manchmal.

In seinem letzten Sommer kämpft er um sein selbstbestimmtes Leben „gegen“ seinen Sohn Hans. Bo will seinen Hund Sixten behalten, obwohl er mit ihm keine langen Spaziergänge mehr machen kann. Er sperrt sich gegen Hans’ Vorschlag, den Hund abzugeben. Auch Hans’ Idee einer Fußbodenheizung im Haus lehnt er ab. Bo möchte sein offenes Kaminfeuer behalten, obwohl er die Holzscheite selbst nicht mehr spalten kann.

Seine Frau Frederike lebt in einem Demenzwohnheim, er liebt seine Enkelin Ellinor und manchmal telefoniert er mit seinem Freund Ture. Tägliches Pflegepersonal hilft ihm im Alltag. Bos Gedanken, Erinnerungen und Träume verschwimmen immer mehr und konkurrieren mit realen, schnöden, manchmal peinlichen Alltäglichkeiten.

Die Autorin hat den Roman unter Verwendung originaler Notizen des Pflegepersonals ihres Großvaters verfasst. Ein Roman über das Altwerden und das Sterben, vor allen über die Würde des Lebens und des Sterbens.
Leserinnen und Leser sollten sich Zeit nehmen für diesen berührenden Roman.

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