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Literaturline
Lesung Dezember 2025
Marco Thunig (Hg.): „Mumpitz und Einsamkeit. Gedichte, Kurzgeschichten und Novellen“ – Literarische Schreibwerkstatt SLZ Uni Münster
Die Literarische Schreibwerkstatt des Schreib-Lese-Zentrums der Universität Münster bietet Schreibbegeisterten seit vielen Jahren eine niedrigschwellige Anlaufstelle. Sie wird vom Germanistischen Institut finanziert und findet vierzehntäglich (immer dienstags) in den Räumlichkeiten der Universität statt. Das Angebot richtet sich an Studierende aller Fachbereiche und ist über das gesamte Semester geöffnet. Auch Alumni und Studierende im Alter sind willkommen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Vor jeder Sitzung erhalten die Teilnehmer*innen spielerische oder theoretische Schreibimpulse. Im Rahmen des Treffens wird neben ausreichender Zeit zum Schreiben die Gelegenheit geboten, die entstandenen Texte mit den anderen Schreibenden zu besprechen, um Rückmeldungen und Beratung auf Augenhöhe zu erhalten. Zugleich besteht die Möglichkeit, anderweitig vorbereitete Texte mitzubringen. In Bezug auf Textform und Genre sind den Teilnehmer*innen sämtliche Freiheiten überlassen.
Aus der Literarischen Schreibwerkstatt ist nun eine Anthologie hervorgegangen, die am 1. Dezember bei epubli erschienen ist: „Mumpitz und Einsamkeit: Gedichte, Kurzgeschichten und Novellen“. Der ehemalige Leiter der Schreibwerkstatt, Marco Thunig, gibt hier ein vielfarbiges Potpourri aus lyrischen Beiträgen, Kurzgeschichten, poetischen Essays und Novellen heraus, das dazu einlädt, sich auf verschlungene Bedeutungspfade zu begeben – und sie zuweilen abenteuerlustig zu verlassen. Es geht um die Ewigkeit der Sommerferien und ihre ereignislose Ereignishaftigkeit, die Schwierigkeiten der Kommunikation zwischen Generationen, die emotionalen Abgründe des Datings, die Kraft der Sprache, pandemischen Pflanzenbefall, Abschiede, KI… – die Auswahl zeigt eine beeindruckende Vielfalt, thematisch, stimmlich, stilistisch und ist damit Ausdruck einer Offenheit und Neugierde, die in der Schreibwerkstatt ganz praktisch gelebt wird.
Marco Thunig, geboren 1995, ist ein freier Autor, Lektor und Texter aus dem Münsterland. Sein literarisches Schaffen manövriert zwischen (spät-)bürgerlichem Realismus und fantastischer Verfremdung: mit großer Lust an langen Sätzen und den Umtrieben von Exzess und Ideal. Er studierte Kulturpoetik der Literatur und Medien, Germanistik und Philosophie an der Universität Münster. Von 2019 bis 2025 war er Leiter der Literarischen Schreibwerkstatt. Als Herausgeber der literarischen Anthologie „Mumpitz und Einsamkeit: Gedichte, Kurzgeschichten und Novellen“ (2025) versammelt er die Werke junger Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Auf Instagram teilt er Einblicke in seine Arbeit (@marcothunig).
Lisa Viktoria Skutella, geboren 1990, studierte Linguistik und Romanistik sowie Bildungswissenschaften in Bielefeld, Münster und Montpellier. Durch einen Poetry-Slam-Workshop kam sie zum Schreiben von Witzen, Gedichten und Prosa. Seit 2024 ist sie auch mit Stand-up-Comedy zu sehen und tritt als Musikerin mit verschiedenen Projekten in und weit um Bielefeld herum auf. Ihre Werke handeln häufig von Gleichberechtigung, Humanismus und Aufklärung über Kirche und Religion, außerdem von rotzig-klugen Kindern, und Alltagsleidenschaften wie Socken stricken, die zum Schmunzeln anregen.
Jamie Jungblut, geboren 2001 in Geldern, studiert Kulturpoetik der Literatur und Medien an der Universität Münster. Wenn ihr Studium sie nicht gerade in Beschlag nimmt, bringt sie als freie Schriftstellerin fantasievolle Welten zu Papier, oder geht als Content-Creatorin auf TikTok (@jamiejungblut) und Instagram (@jamie.jb.schreibt) merkwürdigen Mythen, geistreichen Geschichten und kuriosen Kulturphänomenen auf den Grund. Seit April 2025 leitet sie die Literarische Schreibwerkstatt und zieht Inspiration aus dem Austausch mit anderen Schreibbegeisterten. Zu ihren Veröffentlichungen zählen das Spielbuch „Das Spiel der Schicksalsfäden“ (2024) und die Kurzgeschichte „476 Fahrten“ (2023).
Nick Steinbrich, geboren 2000 in Herten, studiert Jura in Münster mit Schwerpunkt im Verwaltungs- und Verfassungsrecht. Seit 2024 nimmt er regelmäßig an der Literarischen Schreibwerkstatt teil.
Tobias Graichen, geboren 1994 in Flensburg, aufgewachsen in Husum, hat trotzdem noch nie den „Schimmelreiter“ gelesen. Studierte Deutsch und Philosophie, etwas Griechisch und Physik in Münster sowie Literarisches Schreiben und Lektorieren in Hildesheim und arbeitet an seinem ersten Lyrikband. Nebenbei Leitung von Schreibwerkstätten in Münster und Hannover; zurzeit Lehrauftrag am Literaturinstitut Hildesheim.
Sophie Stroux schreibt/dichtet/spricht Poesie und Kurzgeschichten. Unter anderem bei den Open Poems, dem Tag der Talente, für das Turtle Magazin und das Mosaik sowie für die Literarische Schreibwerkstatt der Uni Münster, die dey von 2020-2024 geleitet hat. In der Literaturline gibt es von Sophie einen lyrischen Beitrag mit Soundeffekten mit dem Titel „ich habe das“.
In der Literaturline lesen die Autor*innen eigene Texte:
Lisa Viktoria Skutella: „Kalenderloch“ und „Kinder schlagen“
Nick Steinbrich: „In deinen Armen all die Dinge“ (Anfang einer Novelle)
Jamie Jungblut: „Verwachsen“ (Auszug aus einer Kurzgeschichte)
Marco Thunig: „Im Namen des Volkes“ (Anfang einer Novelle)
Sophie Stroux: „ich habe das“
Tobias Graichen: „gummint steals ah money“ „ich habe eine ki gezwungen 1000 meiner gedichte zu lesen und das ist dabei herausgekommen“, „nur“ und „theorie des himmels“


