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Literaturline
Lesung Februar 2026
Wilhelm Gruber: „Ernis Erben“
Wilhelm Gruber © privat
Ein Erbfall bringt Menschen zusammen, ob miteinander bekannt oder nicht. Als Ernst Patolak stirbt und damit sein Haus an der Vosswiek in Papenburg nun endgültig leer steht, ist das nicht anders. Es tauchen Fragen auf: Wer war eigentlich dieser Mann, der sich auf der Trauerfeier ein so unangemessenes Lied gewünscht hat? Wer hat im Garten Müll abgeladen, woher kommt das Gerücht von der Hausbesetzung und welche Geschichte verbirgt sich hinter der kurzen Aufforderung „Kom terug, Ernst!“, die sich im Wanderbuch von Ernis Walz befindet?
In „Ernis Erben“ kommen sich Menschen durch einen Todesfall näher als üblich oder erfahren überhaupt erst voneinander. Wie wenig weiß man von Menschen, mit denen man lange Zeiten seines Lebens gemeinsam verbracht hat? Kann man sich gegenseitig überhaupt ganz kennen?
Mit „Ernis Erben“ führt Wilhelm Gruber seinen Roman „Wasserstandsmeldung“ fort, in dem einiges aus dem Leben von Ernst Patolak im Dunkeln blieb. Der Roman lässt sich aber auch unabhängig vom Vorgängerbuch lesen.
Wilhelm Gruber, geboren 1950 in Walchum, Abitur in Papenburg, Diplom- und Lehramtsstudium in Dortmund und Münster, von 1978 bis 2013 arbeitete er an der Albert-Schweitzer-Schule in Münster. Seit 1989 veröffentlicht er in den Bereichen Kinder- und Jugendbuch, Hörspiel, Erzählung und Roman. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet und in verschiedene Sprachen übersetzt.
Für die Literaturline liest der Autor aus dem Kapitel „Groninger Poffert“.


