Fragen als Denkanstöße

Diese Fragen sollen ein erster Anstoß zum Nachdenken und zur Diskussion sein und werden uns durch den Zukunftsprozess für die Innenstadt begleiten, sicherlich noch ergänzt werden, sich vielleicht auch noch wandeln.

Hier sind sie:

1. Kopfsteinpflaster oder grüne Oase?

Gepflasterte Gassen und historische Gebäudefassaden – das Markenzeichen von Münsters Innenstadt ist viel schöner Stein! In Zeiten des Klimawandels steigt allerdings der Bedarf an unversiegelten Flächen, Grünräumen und anderen ökologischen Maßnahmen rapide. Wie also lässt sich eine klimagerechte und grüne Innenstadt realisieren, ohne die historische Altstadt Münsters zu verunreinigen?

2. Neues ausprobieren oder alles bleibt wie es ist?

Münster gilt weit über seine Grenzen als attraktive Stadt für Einkaufserlebnisse. Also alles so lassen, wie es ist? Oder lohnt es kreativ über neue Handelsformen, Märkte und Anziehungsorte nachzudenken, ohne das „Etablierte“ und „Gewohnte“ aufzugeben?

3. Idylle oder Großstadt?

Auf dem Papier sind wir mit mehr als 300.000 Menschen eine Großstadt und doch fühlt sich Münster oft viel kleiner an. Brauchen wir also mehr Großstadtflair in der Innenstadt? Wenn ja, wie und wo lässt sich das erreichen, ohne das Münster seinen idyllischen Charakter aufs Spiel setzt?

4. Immer herausgeputzt oder Mut zur Lücke?

Münsters Stadtentwicklung kennt nur wenige Flächen, die keinem Zweck zugeschrieben sind und als „Spielraum zukünftiger Generationen“ betrachtet werden können. Wie aber lässt sich Unfertiges über Jahrzehnte aushalten, ohne dass dies als Schandfleck gilt?

5. Gute Stube oder Alltagsort?

Wohnraum, Nahversorgung, Schulen und Arztpraxen – Münsters Innenstadt ist lebendig, weil viele alltägliche Ziele in ihr liegen. Wie kann diese Alltagstauglichkeit auch in Zukunft gestärkt werden, ohne dass der Charakter der Innenstadt als Ort für besondere Anlässe darunter leidet?

6. Exklusiver Charakter oder offen für alle?

Münsters Innenstadt steht für Vieles. Während sie unter Studierenden als offen und tolerant gilt, bezeichnen sie Liebhaber eines noblen Einkaufs- und Gastronomieerlebnisses als „Perle“. Wie schafft es Münsters Innenstadt offen für alle Menschen zu sein, ohne seine exklusive Ausstrahlung zu verlieren?

7. Typisch Innenstadt oder mehr Vielfalt?

Egal ob Platzgestaltung, Stadtmobiliar oder digitale Angebote: Die ideale Innenstadt der Zukunft ist vielfältig und steckt voller Erlebnisse für eine immer bunter werdende Stadtgesellschaft. Wie können wir also die Vielfalt Münsters erhöhen, ohne den spezifischen Innenstadt-Charakter zu verwischen?

8. Innenstadt-Insel oder neue Verbindungen?

Da der Promenadenring eine starke räumliche und mentale Grenze bildet, erscheinen die Wege von der Innenstadt zum Hafen, zum Schlossareal oder zum Aasee weiter, als sie tatsächlich sind. Wie lassen sich in einer erweiterten Innenstadt die gefühlten Entfernungen verkürzen und attraktiv gestalten, ohne die Identität der Quartiere in der Innenstadt geradezu umzukrempeln?

9. Autoarm oder gut erreichbar?

Münster gilt als „fahrradfreundlich“ und „umweltbewusst“, obwohl seine Innenstadt stark vom Auto geprägt ist – insbesondere von Autos auf Parkplätzen. Wie lässt sich mehr attraktiver Raum für Menschen schaffen und gleichzeitig Fuß-, Rad- und Busverkehr so fördern, dass die Erreichbarkeit Münsters ebenso gut und bequem bleibt?

Teilen Sie uns Ihre Gedanken hierzu gerne mit per E-Mail an mmm@stadt-muenster.de.