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Integriertes Flächenkonzept Münster
Siedlung, Freiraum und erneuerbare Energien in der Balance
Integriertes Flächenkonzept Münster: Abschlussbericht
Der Rat der Stadt Münster hat das Integrierte Flächenkonzept Münster – IFM am 11. September 2024 beschlossen.
- Integriertes Flächenkonzept Münster | Abschlussbericht (PDF; 40 MB)
- Gesamtplan (PDF; 2,32 MB)
- Steckbriefe zu Leitprojekten (PDF; 8,62 MB)
- Steckbriefe zur Flächenkulisse (PDF; 22 MB)
- Vorlage V/0192/2024 im Ratsinformationssystem : Integriertes Flächenkonzept Münster (IFM) – Abschluss und Dokumentation
- Unsere Antworten auf Ihre Fragen: FAQ zum Integrierten Flächenkonzept (PDF; 182 KB)
Zentrale Ergebnisse
Das Integrierte Flächenkonzept (IFM) bündelt die wichtigsten räumlichen Entwicklungsziele Münsters. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere
- der besondere Schutz und die Qualifizierung der Hauptgrünzüge der Grünordnung,
- eine Siedlungsentwicklung vorrangig im unmittelbar angrenzenden Randbereich der Münsteraner Kernstadt sowie in einem angemessenen Einzugsbereich von Bahnhaltepunkten für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV),
- eine Energieerzeugung vor allem entlang bestehender Infrastrukturtrassen sowie bevorzugt in Kombination von Wind- und Solarenergieanlagen.
Für die weitere Stadtentwicklung zeigt das IFM Potenzialflächen für bis zu 21.000 Wohnungen auf rund 390 ha sowie etwa 285 ha gewerbliche Bauflächen mit einem Potenzial für mehr als 20.000 Arbeitsplätze auf.
Für die Freiflächen-Solarenergie wurden theoretische Potenziale von rund 2.500 ha ermittelt. Für die Windenergie ergänzt das IFM die bereits im Flächennutzungsplan dargestellten Konzentrationszonen für Windenergie um zwei weitere Potenzialstandorte für neue Windenergieanlagen. Darüber hinaus stellt das IFM elf zunächst als eingeschränkt geeignet bewertete Prüfbereiche dar, für die der Rat eine vertiefende Prüfung beauftragt hat.
Gleichzeitig stärkt das IFM den Freiraumschutz und die Freiraumentwicklung. Mit dem Huckepack-Prinzip, Leitprojekten der Freiraumentwicklung und punktuellen Ergänzungen des zweiten Grünrings sollen Siedlungsentwicklung und Landschaftsaufwertung stärker miteinander verbunden werden.
Wie geht es weiter?
Auf Basis des IFM können nun im Bereich der Siedlungsentwicklung weitere vorbereitende Schritte zur Baulandentwicklung starten, mit der Zielsetzung einige der identifizierten Potenzialflächen schrittweise in das städtische Baulandprogramm aufzunehmen. Die meisten der dargestellten potenziellen Siedlungsflächen sowie einige Standorte für erneuerbare Energien weisen neben positiven Eigenschaften allerdings auch noch weiter zu betrachtende Belange und Restriktionen auf, die in nachfolgenden Planverfahren im Einzelfall geprüft und berücksichtigt werden müssen. Diese Verfahren werden stets von eigenständigen politischen Beschlüssen begleitet.
Für die Windenergie werden derzeit die im IFM zunächst als „eingeschränkt geeignet“ bewerteten Prüfbereiche im Rahmen eines Windenergiekonzeptes vertieft untersucht. Ziel ist es, weitere geeignete Standorte für Windenergieanlagen zu identifizieren und deren Entwicklung vorzubereiten.
Im Bereich der Freiraumentwicklung zeigt das „Integrierte Freiraumentwicklungskonzept Kinderbachtal“ exemplarisch auf, wie die künftige Entwicklung der im Integrierten Flächenkonzept (IFM) dargestellten Leitprojekte ablaufen soll. Mit der angestrebten Fortschreibung der Grünordnung sollen die notwendigen Rahmenbedingungen für die konkrete Umsetzung der freiraumbezogenen Inhalte des IFM, insbesondere für den Schutz der wertvollen Freiräume in der Stadt Münster, geschaffen werden.
Der Prozessablauf in der Übersicht
Die Erarbeitung des Integrierten Flächenkonzepts Münster wurde durch einen kooperativen Werkstattprozess begleitet.
In sechs aufeinander aufbauenden Formaten wurde die Konzeptbasis in Form eines Leitbildes für die münstersche Stadt-Landschaft anhand von Zielen und Werten erörtert, die Flächen- und Zielkonflikte auf der räumlichen Ebene sichtbar gemacht sowie in Form von möglichen Zukunftszenarien eingehend öffentlich diskutiert.
Anlässe für das IFM
Das IFM wurde vor dem Hintergrund mehrerer räumlicher Herausforderungen und Planungsprozesse erarbeitet. Wesentliche Anlässe waren
- der anhaltende Bedarf an Flächen für Wohnen und Arbeiten,
- die räumlichen Anforderungen der Energiewende und das Ziel der Klimaneutralität,
- der Schutz und die Weiterentwicklung der Freiräume, auch mit Blick auf Klimaanpassung und Grünordnung,
- die Erkenntnisse des ISEK 2030 zur integrierten Betrachtung der „Münsterschen Stadt-Landschaft“,
- die Fortschreibung des Regionalplans Münsterland.
Ziel war es, diese unterschiedlichen Anforderungen in einem integrierten räumlichen Gesamtkonzept für die weitere Stadtentwicklung Münsters zusammenzuführen.
Ziel-Werkstatt: 1. Februar 2023
In der ersten Werkstatt am 1. Februar 2023 ging es darum, die Vielzahl der bestehenden Strategien und Konzepte aufzuarbeiten, nebeneinander zu stellen und gemeinsam mit der Stadtverwaltung, Fachplanerinnen und Fachplanern, städtischen Akteuren und politischen Sprecherinnen und Sprechern eine gemeinsame Zielperspektive zu entwickeln. Dabei war besonders wichtig, die Perspektiven Siedlung, Freiraum und erneuerbare Energien gesondert wie auch in Abhängigkeit voneinander zu diskutieren.
Ziel der ersten Werkstatt war eine Sensibilisierung der Teilnehmenden für das Thema der integrierten Stadtentwicklung, also den wachsenden Anforderungen an die begrenzten Flächen und den damit verbundenen Nutzungsdruck und mögliche Zielkonflikte. Die drei Perspektiven Siedlung, Freiraum und erneuerbare Energien wurden in Kleingruppen eingehend an thematischen Stationen diskutiert und angereichert. Gemeinsam wurde sich anschließend auf eine wertebasierte Haltung zur integrierten Zukunftsentwicklung der Münsterschen Stadt-Landschaft verständigt.
Schlüsselpersonengespräche: März 2023
Nach Durchführung der ersten Werkstatt zu Zielen und Werten des IFMs wurden als Startschuss der Akteursbeteiligung vier Schlüsselgespräche mit fachlichen Stakeholdern in den Themen Gewerbe & Wirtschaft, Naturschutz & Landwirtschaft, Klima & Energie und Wohnen durchgeführt. Die Termine fanden als jeweils etwa zweistündige Videokonferenzen auf Grundlage eines Gesprächsleitfadens statt. Neben der inhaltlichen Grundlagenarbeit für das IFM dienten die Schlüsselgespräche der Identifizierung von Fachbotschafterinnen und Fachbotschaftern, die in die weiteren Werkstätten gezielt eingebunden wurden
Flächen-Werkstatt: 23. März 2023
Das interdisziplinäre Expertenteam, das im Auftrag der Stadtverwaltung den gesamten Erarbeitungsprozess begleitet, hat die Ergebnisse der ersten Werkstatt in den Entwurf einer Charta gegossen. Sie wurde am 28. März 2023 in der zweiten Werkstatt "Flächen" in großer Runde vorgestellt und diskutiert. Die rund 60 Teilnehmenden (darunter lokale Politikerinnen und Politiker, Fachbotschafterinnen und -botschafter für die Themen Wohnen, Umwelt-, Naturschutz/Landwirtschaft, Klima/erneuerbare Energien, Gewerbe und Vertreterinnen und Vertreter von Stadtwerke und Stadtnetze) näherten sich damit einer gemeinsamen Zielsetzung und Wertehaltung zur künftigen räumlichen Stadtentwicklung für Münster an. Aus den verschiedenen Perspektiven wurden konkrete Potenzialflächen in den Blick genommen und mögliche Konflikträume kartographisch sichtbar gemacht. Das Herausarbeiten von Konsens-, Konflikt- und Synergieräumen stand hierbei im Fokus der Diskussionen.
IFM-Charta Münstersche Stadt-Landschaft
(PDF; 847 KB)
Szenarien-Werkstatt: 23. Mai 2023
ifm_werkstatt3_nikolausurban1_900.jpg ifm_werkstatt3_nikolausurban18_900.jpg ifm_werkstatt3_nikolausurban20_900.jpg ifm_werkstatt3_nikolausurban21_900.jpgAm 23. Mai 2023 kamen im Rahmen der dritten Werkstatt die bislang beteiligten Akteure und die interessierte Stadtöffentlichkeit erstmals zusammen. Die Handlungsoptionen wurden zu drei alternativen Szenarien verdichtet:
- Lebendige Kernstadt – Konzentration des Wachstums um die innere Stadt
- Starke Achsen – Entwicklung entlang der Achsen des Schienen-Personen-Nahverkehrs
- Stadt und Land(schaft) – kleinteilige dezentrale Arrondierung und behutsame Weiterentwicklung
Die Szenarien veranschaulichen die Folgen komplexer Flächenentscheidungen und konnten somit als ein geeignetes Hilfsmittel für den umfangreichen Abwägungsprozess fungieren.
- Ergebnisprotokoll zum Öffentlichen Werkstatt-Dialog am 23. Mai 2023
- Präsentation vom 23. Mai 2023
- Ausstellung zur Einführung in den IFM-Prozess
- Gemeinsame Basis der Zukunftsszenarien
- Szenario 1 "Lebendige Kernstadt"
- Szenario 2 "Starke Achsen"
- Szenario 3 "Stadt und Land(schaft)"
- Zukunftsrad: Mitmach-Station zur Priorisierung der Zukunftsthemen
Online-Beteiligung: Mai bis Juni 2023
Vor- und nachlaufend zur dritten Werkstattveranstaltung gab zudem eine umfassende Online-Beteiligung allen Interessierten die Möglichkeit, in die Erkenntnisse des Werkstattprozesses einzutauchen und auch online die möglichen Zukunftsszenarien zu diskutieren.
Abschlussveranstaltung: 9. November 2023
ifm_werkstatt4_1_900.jpg ifm_werkstatt4_2_900.jpg ifm_werkstatt4_3_900.jpg ifm_werkstatt4_6_900.jpg ifm_werkstatt4_5_900.jpgAuf der Basis der Werkstatt-Termine und der Auswertung der Online-Beteiligung ist der Entwurf eines integrierten räumlichen Gesamtkonzepts entstanden. Es berücksichtigt die drei Leitnutzungen (Siedlung, Freiraum, erneuerbare Energien) in ausgewogener Weise und führt die Vorteile der verschiedenen Szenarien bestmöglich zusammen. Dieser Entwurf wurde im Rahmen einer öffentlichen Abschlussveranstaltung am 9. November den rund 100 Gästen (Vertreterinnen und Vertreter aus Politik & Verwaltung, Stakeholder und interessierte Bürgerinnen und Bürger) vorgestellt und im Anschluss gemeinsam diskutiert.
- Dokumentation: Öffentlicher Abschlussdialog am 9. November 2023
- Präsentation: Öffentlicher Abschlussdialog am 9. November 2023


