Rose
Im letzten Jahr wurde in Münster der erste FrauenOrt eröffnet: An Catharina Linck alias Anastasius Rosenstengel, die/der sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts über Standes- und Geschlechtergrenzen hinweggesetzt hat, erinnert seitdem eine Gedenktafel an der Aapromenade auf Höhe der Petrikirche. Linck zog sich Männerkleidung an, arbeitete unter neuem Namen als Mann und heiratete in Münster eine Frau. Nach einem Inquisitionsprozess wurde sie/er 1721 hingerichtet.
Unter anderem hat auch diese Lebensgeschichte den Regisseur Markus Schleinzer inspiriert, den Film „Rose“ zu entwickeln. Er hat sich intensiv mit der Thematik Frauen, die im 17./18. Jahrhundert als Männer gelebt haben, befasst. Einige hundert Frauen soll es gegeben haben, „die, obwohl als eine Weibs-Person geboren dem zum Trotz unter falschem Nam als Manns-Bild sich betragen, und viel üble Schandtat hat getrieben“. In der Hauptrolle ist Sandra Hüller zu sehen. Der Film feierte bei der Berlinale 2026 seine Premiere. Ab dem 30. April 2026 läuft er bundesweit in den Kinos und ist in Münster im Schloßtheater zu sehen.
Aber schon vorab am 27. April 2026 um 19.30 Uhr wird es im Schloßtheater eine Preview mit Einführung zur historischen Einordnung geben. Nach einer Begrüßung durch Madita Kondratjuk (Schloßtheater) und Claudia Welp (stellv. Leiterin des Amtes für Gleichstellung) werden Barbara Eyl-Thien (Frauenstadtrundgänge Münster) und Dr. Philipp Erdmann (Stadtarchiv Münster) an Frauen aus dem 17./18. Jahrhundert erinnern, die in Münster und darüber hinaus als „Manns-Bilder“ lebten. Welche Gründe hatten sie? Und welche Vor- und Nachteile hatten sie dadurch?
Eröffnung erster FrauenOrt in Münster
Das Zitat ist der offiziellen Filmbeschreibung entnommen.