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Umgestaltung des Martiniviertels

Mehr Aufenthaltsqualität, Klimaschutz und Barrierefreiheit, weniger Kfz-Verkehr und mehr Raum für alle, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind – das sind Ziele der Stadt Münster für das Martiniviertel. 

Die Stadtverwaltung plant, Hörsterstraße, Martinistraße, Stiftsherrenstraße sowie den kleinen Platz am Bült umzugestalten. Aktuell liegt der verkehrstechnische Entwurf für den Umbau vor, über den der Rat am 11. Februar entscheidet.

Weniger Durchgangsverkehr in der Hörsterstraße 

Der verkehrstechnische Entwurf sieht vor, die Hörsterstraße ab Höhe Lotharinger Kloster in Richtung Bült für den Durchgangsverkehr zu sperren – entsprechende Schilder werden darauf hinweisen. Freigegeben bleibt die Straße für Lade- und Lieferverkehr, Taxis sowie Anliegende, Anwohnerinnen und Anwohner. Ab der Einmündung Stiftsherrenstraße dürfen künftig nur noch Lade- und Lieferverkehr sowie Taxis in Richtung Bült weiterfahren. Anwohnende und Anliegende müssen hier rechts in die Stiftsherrenstraße abbiegen. Die dort geltende Einbahnstraßenregelung wird dann umgekehrt.

Ziel ist es, die Zahl der durchfahrenden Fahrzeuge von aktuell rund 4000 täglich auf etwa 500 zu reduzieren.  

Radverkehrsverbindung in beide Richtungen

Im Gegenzug will die Stadt Münster die Einbahnstraßenregelung im Zuge der Hörsterstraße für Radfahrerinnen und Radfahrer aufheben, um in beide Richtungen eine Verbindung zwischen Altstadt und der Veloroute ab Hörstertor/Bohlweg zu schaffen. Im gesamten Bereich der Umgestaltung werden mehr als 200 Fahrradabstellplätze mit Anlehnbügeln installiert. 

Wer zu Fuß unterwegs ist, bekommt in Hörsterstraße und Stiftsherrenstraße in jeweils einer Hauptrichtung breitere Gehwege – zwei statt derzeit höchsten 1,50 Meter. 

An Hörsterstraße und Stiftsherrenstraße fallen im Rahmen des Umbaus fünf öffentliche und 25 Bewohnerparkplätze weg – mit Ausnahme einer Parkfläche für Menschen mit Einschränkungen. Private Stellplätze an der Martinistraße bleiben erhalten. Alternative Parkmöglichkeiten für Anwohnende sollen auf dem Hörster Parkplatz entstehen.

Die Linienführung der Stadtbuslinie 8, die aktuell noch auf der Hörsterstraße fährt, soll im Laufe des Umbaus ebenfalls geändert werden.

Einladende öffentliche Räume

Die künftige Verkehrsführung soll die Umgestaltung des historischen Martiniviertels mit seinen engen Straßen und kleinen Plätzen ermöglich: Sie sieht Bodenbeläge aus Natursteinpflaster, niedrige Bordsteine, Wasserelemente, Grünflächen mit Bäumen und Pflanztrögen, Bereiche für Außengastronomie und einladende öffentliche Räume vor.

Das Gesamtkonzept war 2022 der Siegerentwurf im NRW-Fördermittelwettbewerb „ZukunftStadtRaum“, der Rat stimmte dem Konzept im Oktober 2022 zu. Bereits im Sommer 2021 vermittelte ein Reallabor einen Eindruck davon, wie sich eine verkehrsberuhigte Hörsterstraße auswirkt und anfühlt.

Vor den baulichen Veränderungen modernisieren die Stadtnetze Münster derzeit die Versorgungsinfrastruktur im Viertel. Diese Arbeiten verlaufen in fünf Bauabschnitten und sollen Ende 2028 abgeschlossen sein.

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