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Kita-Anmeldungen in Münster um mehr als 900 gesunken

Die Zahl der Kita-Anmeldungen in Münster ist im Vergleich zum Vorjahr um 929 gesunken. In diesem Jahr haben sich 2.890 Kinder im Kita-Navigator angemeldet.

kleines Kind spielt mit bunten Magneten
Bildrechte: Stadt Münster

Für das Kita-Jahr 2026/27 meldeten Eltern 2.890 Kinder über den Kita-Navigator an, davon 2.151 Kinder unter drei Jahren (u3) und 739 Kinder von drei bis sechs Jahren (ü3). Stadtweit stehen 3.144 Plätze zur Verfügung – 1.903 für u3-Kinder und 1.241 für ü3-Kinder. Das ist das Ergebnis der nun abgeschlossenen ersten Vergaberunde für das im August beginnende Kita-Jahr.

Rechnerisch gibt es damit stadtweit mehr Plätze als Anmeldungen. Während im Ü3-Bereich 502 Plätze frei bleiben, fehlen bei den u3-Kindern derzeit 248 Plätze. Zudem zeigen sich deutliche Unterschiede innerhalb der Stadt. Besonders hoch ist die Nachfrage im Bezirk Mitte, in mehreren Außenbereichen bleiben dagegen Plätze unbesetzt. Die Zahlen können sich im weiteren Vergabeverfahren noch verändern.

Fristen für Eltern

Die Kindertageseinrichtungen haben die Zusagen in der vergangenen Woche verschickt. Eltern, die ein Platzangebot erhalten haben, müssen dieses bis Freitag, 20. Februar, annehmen. Wird die Frist nicht eingehalten, vergeben die Einrichtungen die Plätze neu. Das Nachrückverfahren beginnt am 10. März. 

Für Kinder unter drei Jahren stehen zusätzlich Plätze in der Kindertagespflege zur Verfügung. Eltern können ihre Kinder unabhängig vom Kita-Jahr ganzjährig im Kindertagespflege-Navigator vormerken.

Veränderte Versorgungslage

Sinkende Geburtenzahlen, Wegzüge von Familien sowie verzögerte Wohnbauprojekte haben die Versorgungslage in Münster verändert. Während im Bezirk Mitte aktuell 193 Plätze fehlen, gibt es in anderen Außenbereichen Überkapazitäten – etwa im Bezirk West (124 freie Plätze), Hiltrup (115) sowie insbesondere im Bezirk Nord mit Coerde, Kinderhaus und Sprakel (179). Die Zahlen berücksichtigen bereits geplante Gruppenreduzierungen und vorgesehene Anpassungen einzelner Standorte.

Allein in Kinderhaus gibt es aktuell 127 freie Plätze; die geplante, aber noch nicht beschlossene Schließung der städtischen Kita „Killinghaus“ zum 1. August 2026 ist dabei bereits eingerechnet. In Gievenbeck sind aktuell noch 105 Plätze unbesetzt, in Gremmendorf-West 58.

„Durch das Nachrückverfahren und die Plätze der Kindertagespflege kann sich die Lage in einzelnen Bezirken noch verschieben“, sagt Sabine Trockel, Leiterin des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien. „Dennoch zeigt die Entwicklung, dass wir künftig noch stärker stadtteilbezogen steuern müssen. Unser Ziel ist es, Versorgungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähige Strukturen zu sichern.“ 

Stadt prüft Umwandlungen von Gruppen

Sollte sich nach Abschluss aller Vergabeschritte zeigen, dass weiterhin u3-Plätze fehlen, während ü3-Plätze unbesetzt bleiben, prüft die Stadt Umstrukturierungen von Gruppen. Eine Umwandlung von ü3- in u3-Gruppen ist jedoch nur möglich, wenn räumliche, personelle und rechtliche Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört auch eine Anpassung der Betriebserlaubnis durch das Landesjugendamt. 

Vor dem Hintergrund der veränderten Nachfrage will die Verwaltung den weiteren Ausbau von Betreuungsplätzen künftig gezielter steuern. Neubauten sollen nur noch dort entstehen, wo der Bedarf dauerhaft nachgewiesen ist. Zudem plant die Stadt befristete Finanzhilfen zur Stabilisierung freier Träger.
Über entsprechende Vorlagen entscheidet der Rat der Stadt Münster am 25. März.  

 

Amt für Kinder, Jugendliche und Familien

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