Der Lamberti-Brunnen in der Innenstadt soll umfassend saniert werden.
Zur Überprüfung des Verdachts sind mehrere Bohrungen erforderlich, darunter auch am jetzigen Standort des Brunnens. Im Zuge des Abbaus plant die Stadt nun eine umfassendere Sanierung als zunächst vorgesehen – inklusive Technik und denkmalpflegerischer Arbeiten. Die Gesamtkosten erhöhen sich dadurch auf schätzungsweise rund 850.000 Euro. Die Sanierung soll voraussichtlich im Frühjahr 2027 beginnen. Das geht aus einem Vorschlag der Verwaltung hervor, über den der Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen am 10. März entscheidet.
Ursprünglich war für die Sanierung kein vollständiger Abbau des Lamberti-Brunnens, einschließlich Säule und Wasserschale, vorgesehen. Die veränderte Situation ermöglicht es der Stadt, das gesamte Brunnenbauwerk nicht nur technisch, sondern auch in seiner historischen Substanz zu erneuern und langfristig zu erhalten.
Stadt will Fontänen reaktivieren
Die Verwaltung schlägt daher unter anderem vor, zusätzlich zu den bisher geplanten Maßnahmen sämtliche Leitungen innerhalb des Brunnens zu erneuern und die sechs früher vorhandenen Fontänen wieder in Betrieb zu nehmen. Ein Steinmetz soll die Schäden an Steinen und Skulpturen im Rahmen denkmalpflegerischer Arbeiten beseitigen.
Zudem soll die Schiefstellung des Brunnens – und damit der unebene Brunnenrand – ausgeglichen sowie das Pflaster rund um den Brunnen geglättet werden. Der Brunnen würde dann wieder so aussehen wie nach dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und zugleich den heutigen technischen Anforderungen entsprechen.
Von den geschätzten Gesamtkosten in Höhe von rund 850.000 Euro übernimmt eine private Stiftung etwa 370.000 Euro. Den verbleibenden Betrag von rund 480.000 Euro würde die Stadt tragen. Ursprünglich waren für die Sanierung rund 400.000 Euro inklusive Planungskosten veranschlagt. Ein Großteil der Kosten entfällt auf die Brunnentechnik und die unterirdischen Anlagen, die Renovierung des sichtbaren Teils des Brunnens inklusive Ab- und Wiederaufbau sowie die Wiederherstellung des Kirchplatzes.
Erste Überprüfungen bis zum Sommer
Stimmt die Politik den Plänen zu, sollen nach dem Abbau des Brunnens bis zum Sommer mehrere Bohrungen zur Überprüfung des Blindgänger-Verdachts auf dem Lamberti-Kirchplatz erfolgen. Damit soll der Platz rechtzeitig für den NRW-Tag und das Stadtfest „Münster Mittendrin“, die vom 28. bis 30. August stattfinden, wieder genutzt werden können.
Sollte sich durch Messungen mit Sonden in den Bohrlöchern der Verdacht auf einen Blindgänger bestätigen, würden umfangreiche Vorbereitungen für die Freilegung beginnen. Voraussichtlich im Herbst könnte dann an der verdächtigen Stelle gegraben werden, damit der Kampfmittelbeseitigungsdienst feststellen kann, ob dort tatsächlich ein Blindgänger liegt, der entschärft werden muss.
Nach dem Weihnachtsmarkt sollen die eigentlichen Sanierungsarbeiten durch die Stadtwerke Münster im Frühjahr 2027 beginnen und im Sommer 2027 abgeschlossen werden. Ursprünglich war die Sanierung für dieses Jahr geplant.