Münster erhält Kulturpreis des Landes NRW für hervorragendes Konzept
Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, hat am Montag, 2. Februar, den Sonderpreis an Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs übergeben.
„Eine gute Bildung ist der Schlüssel für ein erfolgreiches Leben. Dazu gehört auch eine fundierte kulturelle Bildung“, sagte Kulturministerin Ina Brandes. „Mit unserem Landespreis unterstützen wir Städte und Landkreise dabei, Kinder und Jugendliche schon früh zu ermutigen, ihre eigenen Talente, Begabungen und Interessen zu entdecken und auszuprobieren. Das sind die besten Chancen, dass unsere Kinder zum Publikum von morgen werden. Damit stärken wir die gesamte Kulturlandschaft in Nordrhein-Westfalen.“
Angebote für junge Menschen in vier Stadtteilkulturorten
Das Land NRW zeichnet Kommunen aus, die durch innovative Zusammenarbeit zwischen Fachämtern und Kunst- und Kulturschaffenden neue Wege gehen und einen Rahmen schaffen, in dem junge Menschen Zugang zur kulturellen Bildung erhalten. Das Preisgeld fließt in das Programm „Münster macht Kultur“. Dabei werden vier dezentrale Stadtteilkulturorte zu Dreh- und Angelpunkten der kulturellen Bildung: das Begegnungszentrum und Theater in der Meerwiese, das Kap.8 im Bürgerhaus Kinderhaus, das Bennohaus sowie das Torhaus des Stadtheimatbundes Münster. Ziel des Programms ist es, für die Zusammenarbeit mit jungen Menschen verschiedene Formate und Methoden bereitzustellen, um Theater, Literatur, Film, Tanz, Kunst und Medien sowie die Stadtgeschichte direkt in den Alltag zu integrieren.
„Die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen verändert sich rasant. Heute brauchen sie mehr denn je Quartiere mit Orten, an denen sie sich künstlerisch entfalten und Gemeinschaft erleben können“, sagte Oberbürgermeister Tilman Fuchs in seiner Rede. „Die für die Quartiersentwicklung zuständigen Fachämter arbeiten Hand in Hand und unterstützen Stadtteilakteurinnen und -akteure sowie Kulturschaffende. Gemeinsam knüpfen diese tragfähige Teil-Netzwerke, aus denen nachhaltige Strukturen und lokale Verantwortungsgemeinschaften wachsen."
„Die Fortschreibung unseres Kommunalen Gesamtkonzepts ist das Ergebnis eines strategischen Prozesses, den wir seit 2008 gemeinsam gestalten“, sagte Cornelia Wilkens, Kulturdezernentin der Stadt Münster. „Projekte wie die ‚Kulturstrolche‘, ‚Jedem Kind seine Stimme‘ oder ‚Halbstark – Theater für 9- bis 13-Jährige‘ haben nachhaltige Netzwerke geschaffen. Sie waren beispielgebend für Nordrhein-Westfalen. Wir gehen diesen Weg nun mit aufsuchender Kultureller Bildung weiter – für eine Kultur von und mit allen.“
Münsters Konzept bereits zwei Mal ausgezeichnet
Das Programm „Münster macht Kultur“ vernetzt und inspiriert Menschen, die beruflich oder ehrenamtlich mit Jugendlichen und Kindern arbeiten. Kulturschaffende vermitteln diesen Akteurinnen und Akteuren, wie der Lebensraum zur Bühne, zum Atelier, zur Schreibwerkstatt, zum Drehort, zum Podcast-Studio oder zum Labor für kulturelle Gemeinschaftsaktionen werden kann. Dabei wird das Programm aktiv mit den jungen Teilnehmenden gemeinsam entwickelt.
In Münster zeigen etablierte Teil-Netzwerke, wie kulturelle Bildung nachhaltig gelingen kann. Das „Kommunale Gesamtkonzept für Kulturelle Bildung“, das Münster 2008 und 2010 entwickelt hat, wurde durch das Land Nordrhein-Westfalen bereits zwei Mal ausgezeichnet. Der Ansatz basiert auf Analysen der kulturellen Bildungslandschaft und führte zu passgenauen Programmen für unterschiedliche Altersgruppen. Insgesamt werden in diesem Jahr neben Münster sieben weitere Kommunen ausgezeichnet.