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Münster setzt auf Fernwärme und Wärmepumpen

Mehr Fernwärme und Wärmepumpen, weniger Gas- und Ölheizungen und ein wachsender Einsatz klimafreundlicher Technologien: Münsters Wärmeversorgung soll auf Basis der gesetzlichen Grundlage bis 2045 weitgehend klimaneutral werden. Die Kommunale Wärmeplanung ist dafür das zentrale Steuerungsinstrument. 

Blick über das Wasser auf einen Warmwasserspeicher in Form eines großen Betonrundbaus
Bildrechte: Stadtwerke Münster/Peter Leßmann

Der Warmwasserspeicher der Stadtwerke Münster am Hafen ist Teil der bestehenden Fernwärmeinfrastruktur. Hier wird heißes Wasser für die Fernwärme zwischengespeichert – so kann Wärme dann genutzt werden, wenn sie in den Haushalten gebraucht wird.

Nach Abschluss der Öffentlichkeitsbeteiligung liegt nun der finale Plan vor. Die Verwaltung bringt ihn am 5. Mai in die politischen Beratungen ein, der Rat entscheidet am 20. Mai.

„Die Kommunale Wärmeplanung zeigt, wie wir die Wärmeversorgung Schritt für Schritt klimafreundlich umbauen“, sagt Oberbürgermeister Tilman Fuchs. „Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet das vor allem Orientierung: Sie sehen, wo künftig Fern- oder Nahwärme möglich ist, wo Wärmepumpen infrage kommen und wo noch geprüft wird, welche Technologie am besten passt. Die Entscheidung über die eigene Heizung bleibt am Ende bei den Eigentümerinnen und Eigentümern selbst.“

Erdgas und Heizöl bestimmen aktuelle Wärmeversorgung 

Die Wärmeversorgung in Münster basiert heute überwiegend auf fossilen Energieträgern: Heizungen, die mit Erdgas oder Heizöl betrieben werden, machen 70,5 Prozent aus. Gleichzeitig deckt Fernwärme derzeit rund 21 Prozent des Wärmemarktes ab. Um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Wärmeversorgung klimafreundlicher zu gestalten, muss die bestehende Versorgungsstruktur grundlegend umgebaut werden – mit erneuerbaren Energien und einem Ausbau der Netze.

Das Zielszenario der Kommunalen Wärmeplanung teilt das Stadtgebiet in Wärmeversorgungsgebiete ein und zeigt, wie die Wärmeversorgung im Jahr 2045 aussehen kann. Für rund 85 Prozent des heutigen Wärmebedarfs gibt es demnach eine Orientierung, welche klimaneutralen Versorgungsoptionen zur Verfügung stehen. Für etwa 42 Prozent des Bedarfs sind Fern- oder Nahwärmenetze eine Option, für rund 43 Prozent sind dezentrale Lösungen wie Erdwärme- und Luftwärmepumpen im Fokus.

Die übrigen 15 Prozent des Wärmebedarfs liegen in Prüfgebieten. Dort gibt es aufgrund von äußeren Rahmenbedingungen noch keine Empfehlung für die künftige Versorgung. So soll in einzelnen Stadtteilen geprüft werden, ob ein Anschluss an Nahwärmenetze wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist. Auch alle bis 2045 vorgesehenen Neubaugebiete zählen zu den Prüfgebieten.

Fernwärme als zentraler Baustein

Nach dem Zielszenario des Wärmeplans sinkt der Wärmebedarf in Münster bis 2045 um rund 16 Prozent. Diese Annahme stützt sich vor allem auf die zu erwartenden Gebäudesanierungen, klimatische Veränderungen sowie den Einsatz moderner und effizienter Heizsysteme. Damit verändert sich auch die Grundlage für die künftige Wärmeversorgung in der Stadt.

In vielen Gebieten werden dezentrale Lösungen – insbesondere Wärmepumpen – die wichtigste Versorgungsform sein und 65 Prozent des zukünftigen Bedarfs decken.

Ein weiterer Baustein ist der Ausbau der Fernwärme. Ihr Anteil steigt im Zielszenario von derzeit rund 21 Prozent auf 28 Prozent. „Dieser Ausbau ist wichtig für Münster, allerdings hat er auch seine Grenzen, da geeignete Wärmequellen nicht überall verfügbar sind und die Umstellung auf erneuerbare Erzeugung schrittweise erfolgt“, sagt Thomas Möller, Leiter der Stabsstelle Klima der Stadt Münster.

Auch die Fern- und Nahwärme muss bis spätestens 2045 klimaneutral sein. Daher wird die Fernwärme in den kommenden Jahren zunehmend aus erneuerbaren Quellen stammen – beispielsweise durch Tiefengeothermie sowie große Kanal- und Klarwasser-Wärmepumpen. Die Stadtwerke Münster arbeiten bereits an konkreten Projekten.

Nahwärmenetze versorgen einzelne Quartiere oder Stadtteile und ergänzen die großflächige Fernwärme.

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