Fischer haben in den vergangenen vierzehn Tagen rund 4,2 Tonnen Friedfisch aus dem Aasee geholt. Raubfische wurden zurückgesetzt.
Zwei Wochen lang setzten Berufsfischerinnen und -fischer aus Karlsruhe Netze, Reusen und ein Fischerboot ein, um die Tiere gezielt zu fangen. Die Fische wurden anschließend in Zusammenarbeit mit dem Verein für Fischerei und Gewässerschutz „Frühauf“ Münster in andere Gewässer umgesetzt. Auch Raubfische wie Hechte und Zander wurden gefangen und anschließend wieder in den Aasee zurückgesetzt. Sie sollen dort langfristig zur natürlichen Regulierung des Fischbestands beitragen.
Gute Zusammenarbeit zahlt sich aus
Während der Befischung kam es zeitweise zu Einschränkungen für den Wassersport. Der Karlsruher Fischereibetrieb Kuhn stimmte seine Arbeiten daher eng mit den Segelclubs, der Segelschule Overschmidt sowie weiteren Nutzergruppen ab. Der Münsteraner Regattaverein unterstützte bei der Markierung der Netze, der SC Hansa stellte unter anderem seine Infrastruktur am Aasee bereit.
„Die Einschränkungen im Segelbetrieb nehmen wir gerne in Kauf – wichtig ist ein gesunder Aasee“, sagte Karl-Heinz Kötterheinrich, Vorsitzender des Segelclubs Hansa Münster.
Langfristige Steuerung des Fischbestands
Die Stadt steuert den Fischbestand im Aasee seit 2021 gezielt durch eine systematische Regulierung. Dabei werden Friedfische entnommen und Raubfische eingesetzt, um das Nahrungsnetz im See zu stabilisieren. Gleichzeitig werden Rückzugs- und Laichmöglichkeiten für Raubfische verbessert. Seit Beginn der Maßnahmen wurden insgesamt rund 18,8 Tonnen Friedfische entnommen. Zudem wurden etwa 600.000 Hechtbrütlinge und mehr als 40.000 junge Zander eingesetzt. Ziel ist ein stabiler Fischbestand von rund zehn Tonnen mit einem Raubfischanteil von etwa 30 Prozent.
Erfahrungen aus anderen Gewässern zeigen, dass die Stabilisierung eines ökologischen Gleichgewichts mehrere Jahre dauern kann. Erste positive Entwicklungen sind einer Untersuchung aus Oktober 2025 zufolge bereits erkennbar. So hat die Zahl der Raubfische zugenommen, zudem zeigen sich mehr Wasserpflanzen im Aasee. Die Stadt will die Entwicklung weiterhin regelmäßig beobachten und die Maßnahmen bei Bedarf anpassen. Grundlage sind die städtische Resilienzstrategie sowie das Handlungskonzept für den Aasee.