Newsdetail

Soziale Wohnraumförderung in Münster auf Rekordniveau

Neuer Höchststand: In 2025 bewilligte die Stadt Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von rund 81 Millionen Euro für 650 Wohneinheiten.

Der öffentlich geförderte Wohnungsbau in Münster hat im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Die Stadt bewilligte Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von rund 81 Millionen Euro für 650 Wohneinheiten. Im Vorjahr waren es rund 60 Millionen Euro für 273 Wohnungen.

Der starke Anstieg geht insbesondere auf die Förderung von bezahlbarem Wohnraum für junge Menschen zurück. 469 meist kleinere Apartments oder Wohnheimplätze für Auszubildende und Studierende kamen im vergangenen Jahr in die Förderung. 52 Millionen Euro flossen in diesen Bereich.

„Mit der Förderung treiben wir die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum voran. Angesichts der hohen Mieten haben es gerade junge Menschen schwer auf dem Wohnungsmarkt in Münster. Daher ist es gut, dass die Förderung hier schwerpunktmäßig ansetzt“, ordnet Oberbürgermeister Tilman Fuchs die Entwicklung ein. Damit wird mittelbar auch der allgemeine Wohnungsmarkt entlastet. 

Mieten deutlich unter dem marktüblichen Preis

Das städtische Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung fördert mit Mitteln des Landes Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen, um Wohnraum für Haushalte mit geringen Einkünften zu schaffen. Investoren sind durch die Förderung daran gebunden, die Wohnungen für mindestens 25 Jahre zu einer deutlich unter dem marktüblichen Preis liegenden Miete an Personen mit einem Wohnberechtigungsschein zu vergeben. Das können beispielsweise Senioren mit niedriger Rente oder Studierende sein, aber auch Paare oder Familien. Je nach Haushaltsgröße gelten unterschiedliche Einkommensgrenzen, um einen Wohnberechtigungsschein erhalten zu können. Insgesamt liegt der Bestand an öffentlich geförderten Wohnungen in Münster bei 9.591 (Stichtag 31. Dezember 2024).

Nach einem starken Rückgang im Jahr 2022, als hohe Baukosten und Zinssteigerungen sowie Material- und Personalmangel viele Vorhaben ausbremsten, hat sich die soziale Wohnraumförderung in Münster kontinuierlich erholt und jetzt den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2021 (66 Millionen Euro für 536 Wohneinheiten) übertroffen.

Große Bauprojekte für junge Menschen

Im Fokus des Landesprogramms „Junges Wohnen NRW“ standen in Münster im vergangenen Jahr zwei sehr große Projekte in Gievenbeck. Ein denkmalgeschütztes ehemaliges Mannschafts- und Verwaltungsgebäude im Oxford-Quartier soll bis zum Sommer 2027 zum „OX Camp“ mit rund 80 Apartments und 180 Plätzen für Auszubildende und Studierende werden. Zudem baut das Studierendenwerk am Gescherweg eine neue Wohnanlage mit 190 Plätzen, die im ersten Quartal 2028 fertig werden soll.

Ein weiteres großes Förderprojekt gibt es in Kinderhaus. Das Land unterstützt die Modernisierung der in den 1970er-Jahren gebauten Häusern des städtischen Tochterunternehmens Wohn+Stadtbau an der Josef-Beckmann-Straße. Knapp 200 Wohnungen werden dort in mehreren Bauabschnitten energetisch saniert. Ziel ist es, die Wohnqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern und die Miete langfristig bezahlbar zu halten. Der erste Bauabschnitt startete im Jahr 2025, insgesamt werden rund 20 Millionen Euro investiert

„Die Förderkonditionen des Landes sind sehr gut und daher auch landesweit stark nachgefragt. Deshalb freuen wir uns, dass so viele große Projekte in Münster den Zuschlag bekommen haben“, sagt Alexandra Wirtz, Leiterin des Amts für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung. „Auch in diesem Jahr wird der soziale Wohnungsbau in Münster eine wichtige Rolle spielen. So haben im Januar zwei große Projekte, für die im vergangenen Jahr keine Mittel mehr zur Verfügung standen, eine Förderzusage über 22 Millionen Euro erhalten. Dazu zählt auch das Baugebiet ‚Am Kirschgarten‘, das durch die Wohn+Stadtbau entwickelt wird.“

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Münster elf Projekte im Mietwohnungsbau mit 610 Wohneinheiten gefördert. Dazu kommen 40 Förderungen für Eigenheime.

Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung