Im Rahmen des Parcours auf dem Hafenplatz lernten die Schülerinnen und Schüler unter anderem den Einsatz von Drohnen in der Vermessungsarbeit kennen.
Nach der Eröffnung des „Erlebnistags Geodäsie“ im Cineplex-Kino besuchten Oberbürgermeister Tilman Fuchs (r.) und Regierungspräsident Andreas Bothe den Mitmach-Parcours auf dem Hafenplatz.
Bei der Eröffnung im Cineplex-Kino erhielten die Schülerinnen und Schüler erste Informationen zum Berufsbild Geodäsie.
Die Stadt Münster hatte gemeinsam mit dem NRW-Innenministerium zu dem interaktiven Aktionstag eingeladen, der seit 2022 jedes Jahr in einer anderen Stadt in Nordrhein-Westfalen stattfindet. Bei einem Mitmach-Parcours hatten Schülerinnen und Schüler ab dem siebten Schuljahr die Möglichkeit, das Berufsfeld der Geodäsie – der Vermessung und Darstellung der Erdoberfläche – kennenzulernen. Am Morgen eröffneten Andreas Bothe, Regierungspräsident der Bezirksregierung Münster, und Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs die Veranstaltung im benachbarten Cineplex-Kino.
„Geodäsie begegnet uns jeden Tag – sie sorgt dafür, dass wir navigieren können, unterstützt den Klimaschutz, ermöglicht die Planung lebenswerter Städte und schafft die Grundlage für zukunftsweisende Entscheidungen. Der Erlebnistag macht diese vielfältige Welt für junge Menschen erfahrbar und trägt dazu bei, die Fachkräfte von morgen zu gewinnen. Ich freue mich, dass Münster Gastgeberin des landesweiten Aktionstages ist und damit Neugier auf ein Berufsfeld weckt, das unsere Zukunft entscheidend mitgestaltet“, erklärte Fuchs bei der Eröffnung.
Regierungspräsident Andreas Bothe betonte in seiner Ansprache: „Geodäsie ist weit mehr als nur Vermessung. Sie misst nicht nur die Welt, sondern schafft auch die Grundlage dafür, dass wir sie verstehen, planen und verantwortungsvoll gestalten können. Geodäsie macht aus Daten Orientierung und aus Orientierung Fortschritt.“ Wer die Zukunft gestalten wolle, müsse erst einmal wissen, wo er stehe. „Genau dafür steht die Geodäsie“, so der Regierungspräsident weiter.
Interaktiver Parcours mit Satelliten- und Drohnen-Einsatz
Beim Parcours auf dem Hafenplatz konnten die Schülerinnen und Schüler an rund 30 praxisnahen und interaktiven Stationen selbst aktiv werden und zum Beispiel ihre Körpergröße aus dem Weltall messen lassen – mit Satelliten, die rund 20.000 Kilometer von der Erde entfernt sind. An anderen Stationen kamen Drohnen oder Virtual-Reality-Elemente zum Einsatz. Auch die Arbeit der Tatortvermessung bei der Polizei oder die Dokumentation des Klimawandels mithilfe von Geodaten lernten die Teilnehmenden kennen.
Auf dem Parcours präsentierten sich rund 30 unterschiedliche Berufsfelder, Einsatzgebiete und Arbeitgeber, für die Geodäsie, Geoinformation, Geoinformatik und Landmanagement eine wichtige Rolle spielen. Neben der Stadt Münster und dem NRW-Innenministerium betreuten viele weitere Kooperationspartnerinnen und -partner die Stationen – darunter das European Space Education Resource Office, die Bundeswehr, das Landeskriminalamt, mehrere Hochschulen und Universitäten, die Bezirksregierungen Münster und Köln sowie ortsansässige Vermessungsbüros.
Großer Bedarf an Fachkräften
„Mit einer Ausbildung oder einem Studium im Bereich der Geodäsie bestehen aktuell sehr gute Berufsaussichten. Fachkräfte werden in der Branche dringend gesucht – in Behörden, Wissenschaft und Wirtschaft“, erläuterte Jochen Marienfeld, Leiter des Vermessungs- und Katasteramtes der Stadt Münster. Das Amt bietet für Nachwuchskräfte unter anderem den Ausbildungsgang „Vermessungstechniker/-in“, das duale Studium „Bachelor of Engineering – Vermessung“ sowie weitere unterschiedliche Formate eines berufsbegleitenden Studiums an. Innerhalb der Stadtverwaltung liefert das Vermessungs- und Katasteramt zentrale Daten, die für Entscheidungen von Politik und Verwaltung benötigt werden – zum Beispiel bei Bauprojekten oder beim Umgang mit Starkregenereignissen.
Einen umfassenden Überblick über die Aufgaben, Leistungen und Produkte des Vermessungs- und Katasteramtes bietet die neu gestaltete Webseite. Das Amt hat seinen Internetauftritt in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Kommunikation und dem städtischen IT-Dienstleister citeq überarbeitet und neu strukturiert. Hier sind auch weitere Informationen zum Erlebnistag Geodäsie, zu den Einstiegsmöglichkeiten beim Vermessungs- und Katasteramt sowie Kontaktdaten zu finden.
Hintergrundinformationen
Der Erlebnistag Geodäsie in Münster war bereits die fünfte Auflage der Veranstaltung. Zuvor waren Bonn (2022), Düsseldorf (2023), Bielefeld (2024) und Bochum (2025) die Ausrichtungsorte. Initiiert hat den Aktionstag „geodäsie.nrw“, eine Initiative zur Bekanntmachung des Berufsbildes Geodäsie und zur nachhaltigen Sicherung des beruflichen Nachwuchses in diesem Bereich. Die Geschäftsstelle von „geodäsie.nrw“ ist im Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen angesiedelt.