Mitarbeitende der Stadtarchäologie Münster legen auf dem Gelände des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums alte Gebäudeteile frei, die dort zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert entstanden sind. Die Funde traten bei Bauarbeiten zur Erweiterung der Schule zutage.
Zum Teil liegen die archäologischen Überreste dort, wo die alte Turn- und die alte Gymnastikhalle der Schule an der Grünen Gasse standen. Beide wurden Anfang dieses Jahres abgerissen. Andere Funde traten bei den Bauarbeiten unter ehemaligen Schulhofflächen zutage.
Bei den Spuren handelt es sich vorwiegend um Fundamente ehemaliger Gebäude, aber auch um alte Pflasterungen innerhalb und außerhalb der früheren Bauten, Abfallgruben und eine Erdkloake. Die städtischen Archäologinnen und Archäologen konnten rekonstruieren, dass die Gebäude zur heutigen Krummen Straße sowie zur Schützenstraße ausgerichtet und relativ klein waren.
Einige der ehemaligen Abfallgruben sowie eine gemauerte historische Sickergrube enthielten viele Materialien aus dem 18. und 19. Jahrhundert und geben einen guten Eindruck von den Hausinventaren dieser Zeit. Entdeckt wurden dort unter anderem Fragmente von Keramikgefäßen und Glasobjekten, Metallgegenstände sowie Reste von Lebensmitteln wie Tierknochen oder Austernschalen.
Darüber hinaus überschneidet sich das aktuelle Baufeld mit größeren Teilen eines ehemaligen Gartens des Adelshofes der Fürstin von Gallitzin, der sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Der Hof selbst lag im Bereich des heutigen Schulgebäudes. Im Bereich des früheren Gartens konnten die Expertinnen und Experten mittelalterliche Siedlungsspuren aus dem 13. und 14. Jahrhundert finden. Darunter Gruben, ein sogenanntes Grubenhaus – ein kleineres, halb in den Boden eingelassenes Wirtschaftsgebäude, das häufig für handwerkliche Tätigkeiten genutzt wurde – und einen Brunnen aus Bruchstein.