Münster gilt als fahrradfreundlich und lebenswert
Die Münsteranerinnen und Münsteraner verbinden ihre Stadt in einer aktuellen Bürgerumfrage vor allem mit positiven Eigenschaften und Fahrradfreundlichkeit. Bei einer offenen Frage nach spontanen Begriffen entfielen 19 Prozent der Nennungen auf positive Assoziationen wie „schön“ oder „lebenswert“. Der Begriff „Fahrradstadt“ kam auf 14,8 Prozent. Die jetzt veröffentlichte repräsentative Münsterumfrage aus dem Jahr 2025 beleuchtet die Bereiche Gesundheit, Ehrenamt, Wohnen und Stadtprofil.
Im Vergleich zur letzten Bürgerumfrage zum Stadtprofil aus dem Jahr 2007 zeigt sich eine deutliche Verschiebung. Die „historische Altstadt“ liegt mit 11,3 Prozent deutlich unter dem damaligen Wert von 24,3 Prozent, während sich die „positiven Eigenschaften“ von 9,3 Prozent auf 19 Prozent mehr als verdoppelt haben. Die Kategorie „Fahrradstadt“ bleibt mit rund 15 Prozent stabil auf hohem Niveau.
Münster wird weiterhin vor allem als „lebendig“, „weltoffen“, „tolerant“, „gemütlich“ und „gepflegt“ wahrgenommen. Gegenüber 2007 haben insbesondere „weltoffen“ und „tolerant“ an Zustimmung gewonnen, während Zuschreibungen wie „gemütlich“ und „traditionsverbunden“ an Bedeutung verloren haben.
Mehrheit schätzt eigenen Gesundheitszustand als gut ein
Im Bereich Gesundheit geben 74 Prozent einen guten oder sehr guten Gesundheitszustand an, 23,6 Prozent einen mittelmäßigen bis sehr schlechten.
Deutliche Unterschiede zeigen sich vor allem nach Alter und Einkommen. Während bei den 18- bis 29-Jährigen 9,8 Prozent einen mittelmäßigen bis sehr schlechten Gesundheitszustand angeben, sind es bei den 80-Jährigen und Älteren 58 Prozent. Unterhalb des Einkommensmedians von 2.700 Euro netto im Monat liegt der Anteil bei 29,3 Prozent, oberhalb bei 19,8 Prozent.
Das Wohnumfeld wird insgesamt positiv bewertet. Besonders Naturräume sowie die Versorgung im Alltag etwa durch Geschäfte, Cafés und Restaurants schneiden gut ab. Schwächer bewertet werden dagegen das Angebot an kostenlosem Trinkwasser und an kühlen Räumen.
41 Prozent engagieren sich ehrenamtlich
Rund 41 Prozent der Befragten in Münster engagieren sich ehrenamtlich und damit mehr als im Bundesdurchschnitt (36,7 Prozent). Unter den derzeit nicht ehrenamtlich Engagierten sind mehr als 90 Prozent grundsätzlich oder eher bereit, ein Ehrenamt zu übernehmen. Wichtige Rahmenbedingungen sind flexible Zeiteinteilung (49,9 Prozent) sowie Wertschätzung und Anerkennung (48,2 Prozent).
Mieten und Wohnkosten belasten viele Haushalte
Im Bereich Leben und Wohnen in Münster zeigt sich ein hoher Anteil an Mietverhältnissen. 57 Prozent der Befragten leben in Mietwohnungen, 3,5 Prozent in einem gemieteten Haus. Die Nettokaltmieten liegen im Schnitt bei 10,90 Euro pro Quadratmeter, die Gesamtmieten bei 13,80 Euro pro Quadratmeter.
Die Wohnkosten stellen für viele eine spürbare Belastung dar. 49 Prozent der Mieterinnen und Mieter geben an, eine Mieterhöhung von 15 Prozent nicht problemlos tragen zu können, was mit einer geringeren Lebenszufriedenheit einhergeht. Der Mittelwert liegt bei dieser Gruppe bei 6,66 (Skala von 1 = sehr unzufrieden bis 10 = sehr zufrieden), bei Personen mit ausreichender finanzieller Belastbarkeit bei 7,36.
Auswahl für die Umfrage
Bei der Bürgerumfrage wurden 10.852 Personen per Zufall aus dem Melderegister ausgewählt. Teilnahmeberechtigt waren alle Bürgerinnen und Bürger, die bei der Ziehung der Stichprobe (Ende September 2025) 18 Jahre und älter mit Hauptwohnsitz in Münster gemeldet waren. Im Zeitraum vom 25. Oktober bis 12. Dezember 2025 haben insgesamt 4.214 Personen einen ausgefüllten Fragebogen per Post oder online zurückgeschickt. Das entspricht einer Rücklaufquote von 40 Prozent.