Als Folge der veränderten Versorgungssituation entschied der Rat zudem, die städtischen Kindertageseinrichtungen „Killingstraße“ in Kinderhaus und „In der Alten Schule“ in Mecklenbeck zum 1. August 2026 zu schließen.
In Kinderhaus sind 33 Kinder von der Schließung der Kita „Killingstraße“ betroffen. Sie haben auf Wunsch bereits einen Platz in der nahe gelegenen Kita „Brüningheide“ erhalten oder können über den Kita-Navigator einen anderen Kitaplatz auswählen. Der Status der Kita „Killingstraße“ als Familienzentrum wird auf die Kita „Brüningheide“ übertragen. Um die Auslastung der übrigen Einrichtungen zu verbessern, starten die Kitas „Kinderhaus“, „Brüningheide“ und „Im Moorhock“ im Sommer mit jeweils einer Gruppe weniger.
In Mecklenbeck haben alle 24 betroffenen Kinder der Kita „In der Alten Schule“ bereits einen neuen Kitaplatz. Grund für die Schließung hier ist der hohe Sanierungsbedarf des rund 100 Jahre alten Gebäudes, in der benachbarten Kita „Mecklenbeck“ bestehen zudem ausreichend freie Kapazitäten.
Die Stadt unterstützt die betroffenen Familien beider Einrichtungen aktiv, zum Beispiel bei der Eingewöhnung oder bei besonderen Bedürfnissen der Kinder. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht vorgesehen; die Mitarbeitenden sollen möglichst in anderen städtischen Einrichtungen übernommen werden.
Finanzielle Einbußen durch unbelegte Kitaplätze
Da Landeszuschüsse und Elternbeiträge nach dem Kinderbildungsgesetz an belegte Plätze gebunden sind, führt eine Unterbelegung zu spürbaren finanziellen Einbußen für die Träger der Einrichtungen und die Stadt. Um auf die Überversorgung in Stadtteilen wie Kinderhaus, Coerde, Gievenbeck, Gremmendorf und Angelmodde zu reagieren, hat der Rat eine Neuausrichtung der Kita-Planung beschlossen. Ziel bleibt, ein bedarfsgerechtes Angebot an Kindertagesbetreuung sicherzustellen und die bestehenden Kitas in den betroffenen Stadtteilen zu stabilisieren. Neue Einrichtungen sollen nur entstehen, wenn der Bedarf im jeweiligen Wohnbereich langfristig besteht.
Kitas in sanierungsbedürftigen Gebäuden oder mit unklarer langfristiger Perspektive sollen nach Möglichkeit in Ersatzgebäude umziehen. Bereits beschlossene Neubauprojekte werden fertiggestellt und bei Bedarf als Ersatzstandorte genutzt. Kurzfristig sollen Maßnahmen wie der Abbau von Pavillons, die Reduzierung von Gruppen oder gezielte Platzvermittlung die Auslastung in den Stadtteilen verbessern.
Reichen diese Schritte nicht aus, unterstützt die Stadt freie Träger befristet, um laufende Fixkosten wie Miete oder Nebenkosten auszugleichen. Gibt ein Träger dennoch eine Kitaträgerschaft auf, wird diese nicht automatisch neu ausgeschrieben. Stattdessen prüft die Stadt zunächst, ob ein bereits im Wohnbereich tätiger Träger die Einrichtung übernehmen kann, um bestehende Strukturen zu stabilisieren.