Die Stadt Münster testet ab Montag, 3. August, ein neues Verfahren, mit dem Kopfsteinpflaster geglättet wird. Bei dem „Grinding“-Verfahren wird die Oberfläche des bestehenden Natursteinpflasters mithilfe diamantbesetzter Schleifwalzen einer Straßenfräse – einem speziellen Baufahrzeug – gezielt bearbeitet.
Die Stadt Münster testet deshalb ab Montag, 3. August, im Hansaviertel erstmals das sogenannte „Grinding“-Verfahren. Dabei wird die Oberfläche des bestehenden Natursteinpflasters mithilfe diamantbesetzter Schleifwalzen bearbeitet. So lassen sich Unebenheiten und Stolperkanten reduzieren, ohne das Pflaster zu ersetzen.
Die Arbeiten in der Leerer Straße und einem Teilabschnitt der Dortmunder Straße dauern voraussichtlich fünf Tage und erstrecken sich insgesamt auf rund 125 Meter Länge. Während der Arbeiten sind die Straßen gesperrt. Fußgängerinnen und Fußgänger können die Baustelle passieren.
Historischen Charakter bewahren
„Kopfsteinpflaster ist oft durch Unebenheiten und Ausbrüche für Radfahrende sowie Fußgängerinnen und Fußgänger nur eingeschränkt nutzbar. Das neue Verfahren ermöglicht es uns, die Straßen zu verbessern, ohne ihren historischen Charakter zu verändern oder sie zu asphaltieren“, sagt Dr. Manuel Hülsbömer vom Amt für Mobilität und Tiefbau.
Durch das Schleifverfahren wird die Oberfläche gleichmäßiger. Das kann die Verkehrssicherheit erhöhen und den Fahrkomfort verbessern. Die Struktur des Pflasters bleibt dabei leicht rau und sorgt weiterhin für guten Halt, auch bei Nässe. Zudem werden Lärm und Erschütterungen durch den Kfz-Verkehr reduziert.
Kürzere Bauzeit, geringere Kosten
Die Kosten für das Verfahren liegen bei rund 95.000 Euro. Die betroffenen Straßenabschnitte konventionell zu erneuern, würde nach aktuellen Schätzungen rund 140.000 Euro kosten. Zudem verkürzt sich die Bauzeit und der Verkehr wird weniger beeinträchtigt.
Nach Abschluss der Arbeiten im Hansaviertel wertet die Stadt das Pilotprojekt aus und prüft, wie gut es technisch funktioniert und sich im Alltag bewährt. Bei erfolgreichem Verlauf könnte das Verfahren auf weitere Straßenabschnitte in Münster ausgeweitet werden, etwa in Teilbereichen der Salzstraße.
„Grinding“-Verfahren seit 2020 im Test
Das Schleifverfahren wird seit 2020 im Rahmen des Forschungsprojekts „NUDFA-Reallabor für interkommunale Radverkehrsförderung“ erprobt und weiterentwickelt. Nach ersten Erprobungen in Brandenburg und Berlin gehört Münster nun zu den ersten Kommunen, die das Verfahren unter eigenen Bedingungen testen.