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Pilotprojekt im Stadtmuseum: Viertklässler entdecken Münsters Geschichte

Wie amüsierten sich die Münsteraner vor 100 Jahren auf dem Send? Wie wohnten sie vor mehr als 1000 Jahren? Und wer lebte früher im Schloss? Schülerinnen und Schüler der Grundschule am Kinderbach haben sich in einem ungewöhnlichen Projekt mit Münsters Stadtgeschichte beschäftigt. Die Ergebnisse präsentieren die Viertklässlerinnen und Viertklässler heute, 26. Juni, in ihrer Schule in Kinderhaus. 

Grundschüler*innen blicken in Richtung einer historisch anmutenden Bühne auf der ein Mann einen Stock in der Hand hält
Bildrechte: Stadt Münster / Sara Kottmeier

An einer Schießbude aus dem Jahr 1886 erfuhr die Klasse 4b der Grundschule am Kinderbach, wie sich die Menschen früher auf dem Send, Münsters traditionsreichem Jahrmarkt, vergnügten.

Im Stadtmuseum Münster sammelten die Kinder zuvor eine Woche lang (vom 15. bis 19. Juni) spannende Einblicke in die Geschichte ihrer Heimatstadt. Bei Erkundungstouren durch Münster konnten sie das im Museum Gelernte direkt anwenden. Das erfolgreiche Pilotprojekt soll nach Möglichkeit keine einmalige Aktion bleiben, das Stadtmuseum sucht interessierte Klassen und Förderer, die eine Neuauflage möglich machen.

In der Projektwoche, die durch die großzügige Unterstützung des privaten Förderers Hans-Ulrich Lober ermöglicht wurde, vertieften die Kinder auf vielfältige Weise, was sie im Unterricht bei ihrer Klassenlehrerin Natalija Soce und der Künstlerin Gintarė Skroblytė über Münsters Geschichte gelernt hatten. Sie bastelten eigene Siegel, schrieben mit einer Gänsefeder, unternahmen einen Ausflug zum Schloss und in den Botanischen Garten oder lösten bei einer Stadtrallye verschiedene Rätsel.

„Die Woche hat eindrucksvoll gezeigt, wie erfolgreich Lernen außerhalb des Klassenraums sein kann. Es freut uns, dass die Kinder das Museum als spannenden Ort des Entdeckens erlebt haben“, zeigt sich der stellvertretende Museumsleiter Dr. Axel Schollmeier begeistert von dem Projekt und hofft auf eine Fortsetzung. „Ein solches Projekt ist nur möglich mit viel Engagement seitens der Schule und auch einer finanziellen Unterstützung. Interessierte können sich gerne beim Stadtmuseum melden."

Gerade die direkte Begegnung mit historischen Objekten hat bei den Grundschülerinnen und -schülern das Interesse an der Geschichte geweckt. So erklärte Restaurator Caspar Anczykowski den Kindern anhand einer Standuhr aus dem 19. Jahrhundert, wie historische Objekte erhalten werden und wie Zeitmessung vor dem Einzug der Digitalisierung funktionierte. 

Besonders beeindruckend war für die Kinder die Erkundung des Museums, bei der auch verschlossene Türen geöffnet wurden. So lernten sie das Sicherheitssystem zum Schutz der Objekte kennen und besichtigten die normalerweise nicht öffentlich zugänglichen Magazine des Stadtmuseums.

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