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Wohnungen und Spitzenforschung an der Busso-Peus-Straße

In Münsters Westen will die Stadt gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen ein neues Quartier entwickeln, in dem neue Wohnungen und wissenschaftsbasierte Arbeitsplätze entstehen sollen. Den Auftakt bildet die Errichtung einer Forschungseinrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft. 

In Münsters Westen will die Stadt gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen ein neues Quartier entwickeln, in dem bis zu 900 Wohnungen und 2.000 wissenschaftsbasierte Arbeitsplätze entstehen sollen. Den Auftakt bildet die Errichtung eines Forschungsgewächshauses der Fraunhofer-Gesellschaft. Dort soll künftig an der Gewinnung von Naturkautschuk aus Löwenzahn geforscht werden.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs und Stadtbaurat Robin Denstorff unterzeichneten jetzt eine Kooperationsvereinbarung und gaben damit den Startschuss zur gemeinsamen Entwicklung des Areals westlich der Busso-Peus-Straße. Das rund 180.000 Quadratmeter große Gebiet zwischen dem Wissenschaftspark und dem Stadtteilzentrum von Gievenbeck ist größtenteils in Eigentum des Landes.

Mit ihrer Unterschrift sichert Ministerin Scharrenbach die Unterstützung bei der Realisierung. „Mit dem Modellquartier an der Busso-Peus-Straße bringen wir zusammen, was zusammengehört: kluge Köpfe, bezahlbares Wohnen und zukunftsweisende Forschung. Hier entsteht kein Quartier von der Stange, sondern ein Ort, an dem Stadtentwicklung von Anfang an gemeinsam gedacht wird – nachhaltig, sozial gemischt und eng verzahnt mit dem Wissenschaftsstandort. So machen wir aus Brachfläche Zukunft: Wo heute noch Acker ist, wächst morgen Wissen“, sagt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.

„Nur wenige Fahrradminuten vom Domplatz entfernt schaffen wir ein neues, lebendiges Quartier, das innovative Wissenschaft und bezahlbares Wohnen vereint“, sagt Oberbürgermeister Tilman Fuchs. „Mit dem zentralen Park als Herzstück wird für die heute und künftig in Gievenbeck wohnenden und arbeitenden Menschen ein grüner Rückzugsraum mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen. Durch die Ansiedlung von weiteren Forschungs- und Hochschuleinrichtungen wird das Modellquartier einen starken Beitrag für den Wissenschaftsstandort Münster leisten“.

Zukunftsweisendes Konzept

„Wir entwickeln hier ein Quartier, das als Blaupause für zeitgemäßen Städtebau dienen kann: klimaresilient, multifunktional und lebendig zugleich“, sagt Stadtbaurat Robin Denstorff zum Stand der Planungen. „Regenwasser wird nach dem Schwammstadtprinzip aufgefangen, Frischluftschneisen sorgen in heißen Sommern für Abkühlung. Und ein Rundweg entlang bestehender Baumreihen und Wallhecken verbindet als ‚grüner Ring‘ die verschiedenen Bereiche im Quartier.“ 

Das Konzept sieht die Errichtung von Quartiersgaragen vor, in denen verschiedene Mobilitätsangebote wie zum Beispiel Carsharing oder Reparaturstationen für Fahrräder gebündelt werden. Ein dichtes Wegenetz für den Fuß- und Radverkehr trägt ebenfalls dazu bei, dass auch ohne ein eigenes Auto eine gute Alltagsmobilität ermöglicht wird.

Fraunhofer-Institut plant Forschungsgewächshaus 

Das erste wissenschaftliche Vorhaben für die Quartiersentwicklung steht bereits fest. Das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (IME) plant im nördlichen Teil am Gievenbecker Weg bis 2030 den Bau eines Forschungsgewächshauses. Dort soll an der Gewinnung von Naturkautschuk aus Löwenzahn geforscht werden – ein Beitrag zu nachhaltigen Lieferketten und zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe in der Gummiindustrie. Ein erster großer Erfolg der Forschungsbemühungen ist die bereits erfolgte Markteinführung eines Fahrradreifens aus Löwenzahnkautschuk. 

Das Forschungsgewächshaus gilt als Auftakt einer umfassenderen Entwicklung des Instituts im Modellquartier. Damit das Forschungsgewächshaus realisiert werden kann, wird hierzu bereits an einem Bebauungsplan gearbeitet. Das Stadtplanungsamt und das Fraunhofer-Institut IME stellen die Planungen am 28. April (Beginn 18 Uhr) im Forschungsgebäude CeNTech (Heisenbergstraße 11, 48149 Münster) der Öffentlichkeit vor.

Städtebauliche Rahmenplanung für das Modellquartier

Als Grundgerüst für die Entwicklung an der Busso-Peus-Straße dient das Konzept der österreichischen Planungsgemeinschaft aus Albert Wimmer ZT GmbH, Knollconsult Umweltplanung ZT GmbH und Zeleny Infrastrukturplanung, das sich 2024 in einem städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerb durchgesetzt hat. 

Auf Basis dieses Wettbewerbsentwurfs wird derzeit der städtebauliche Rahmenplan für das Modellquartier finalisiert, auf dessen Basis der Bebauungsplan und die spätere Erschließung erstellt wird. Voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 sollen die Fortschritte in einer weiteren öffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt werden.

Das Gebiet an der Busso-Peus-Straße gehört zu den fünf geplanten Modellquartieren in Münster (MMQ), die zusammen eine Gesamtfläche von mehr als 120 Hektar ergeben. Weitere Modellquartiere sollen in den kommenden Jahren an der Steinfurter Straße (49 Hektar) sowie entlang des Dortmund-Ems-Kanals (20, 11 und 25 Hektar) entstehen.

Münster Modell Quartier 2: Planung und Wettbewerbsverfahren