Zehnjahresplan für den Schulbau in Münster
Der Rat der Stadt Münster hat am Mittwoch, 25. März, entschieden, welche Schulbauprojekte in den nächsten zehn Jahren Vorrang haben. Dazu gehören die Matthias-Claudius-Schule in Handorf, der Umbau der Gesamtschule West in Roxel, der Ausbau am Schulzentrum Hiltrup und mehrere Umbaumaßnahmen im Zusammenhang mit dem OGS-Rechtsanspruch. Auch für eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung prüft die Stadt künftige Investitionen.
Besonders dringende Vorhaben (Priorität „A“) sollen dabei innerhalb von ein bis drei Jahren umgesetzt werden. Die entsprechenden Beschlüsse sind bis zur Sommerpause 2026 vorgesehen. Weniger dringliche Projekte können je nach Bedarf oder finanziellen Möglichkeiten in sieben bis zehn Jahren realisiert werden.
Klare Kriterien für Priorisierung
Die Stadtverwaltung richtet die Reihenfolge der Schulbauprojekte nach klaren Kriterien aus. Maßgeblich sind der steigende Raumbedarf durch wachsende Schülerzahlen, die notwendige Ausstattung für die Ganztagsbetreuung in den Grundschulen sowie der bauliche Zustand bestehender Schulgebäude. Auch laufende oder geplante Bauprojekte an den Standorten wurden bei der Zehnjahresplanung berücksichtigt.
Über den Bau und die Finanzierung der einzelnen Projekte entscheidet der Rat später in gesonderten Beschlüssen. Der Investitionsbedarf variiert je nach Schulbauprojekt und liegt zwischen unter einer Million und über 50 Millionen Euro. Die Prioritätenliste basiert auf der aktuellen Schulentwicklungsplanung und soll von der Verwaltung regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden.
Neubau der Matthias-Claudius-Schule in Handorf
Den Neubau eines dreizügigen Gebäudes für die Matthias-Claudius-Schule in Handorf hat der Rat am Mittwoch bereits beschlossen. Die Bauwerke Münster GmbH soll im vierten Quartal 2026 mit den ersten Maßnahmen auf dem Grundstück beginnen, die voraussichtliche Fertigstellung ist für Ende 2028 vorgesehen. Die Kosten betragen rund 32,4 Millionen Euro. Um Investitionskosten zu senken, verzichtet die Stadt auf dezentrale Lüftungsgeräte in den Klassenräumen.
Der Neubau im Baugebiet „Kirschgarten“ ersetzt das bisherige zweizügige Gebäude an der Drostestraße. Geplant ist ein barrierefreier Neubau nach dem „Cluster-Konzept“, das Unterrichts-, Differenzierungs- und Betreuungsräume für jeden Jahrgang bündelt. Mensa, Forum, Verwaltungstrakt, Hausmeisterwohnung und Musikschule erhalten jeweils eigene Eingänge, der Außenbereich wird altersgerecht gestaltet.
Umbau an der Gesamtschule Münster-West
Der Rat hat zudem den Umbau und die umfassende Sanierung des Bestandsgebäudes der Gesamtschule Münster-West beschlossen. Das städtische Amt für Immobilienmanagement passt die Gebäude aus den 1970er-Jahren funktional und pädagogisch an die Anforderungen der Gesamtschule an. Neben der Modernisierung der Gebäudesubstanz und technischen Anlagen entstehen moderne Lerncluster, Differenzierungs- und Aufenthaltsräume sowie ein Forum mit Platz für bis zu 600 Personen.
Ein Schwerpunkt liegt auf nachhaltigem Bauen: Baustoffe und Bauteile aus dem Bestand sollen wiederverwendet werden, die bestehenden Betonaußenwände werden durch vorgefertigte Holzrahmenelemente ersetzt. Die helle, vorgehängte Fassade mit vertikalen Tonelementen orientiert sich gestalterisch an der Holzfassade des Erweiterungsbaus, die Flachdächer werden technisch und energetisch ertüchtigt.
Die Investitionskosten für Umbau und Sanierung betragen rund 46,5 Millionen Euro. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, die Fertigstellung für das zweite Quartal 2028. Die Umwandlung der ehemaligen Sekundarschule in eine moderne Gesamtschule in Münster-Roxel ist ein mehrjähriges Großprojekt, das in mehrere Teilprojekte gegliedert ist. Der Spatenstich für einen Erweiterungsbau erfolgte bereits im Februar.