Die Verkaufsfläche pro Einwohnerin oder Einwohner liegt in Münster mit 1,84 Quadratmetern rund 20 Prozent über dem deutschlandweiten Durchschnitt von 1,51 Quadratmetern.
Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept für Münster wurde 2004 erstmals erstellt mit dem Ziel, die Einkaufsstraßen in der Innenstadt und die Zentren in den Stadtteilen zu stärken und vor Ansiedlungen an anderen Standorten im Stadtgebiet zu schützen. Es bildet die Grundlage für die räumliche Steuerung und Entwicklung des Einzelhandels in Münster, die durch darauf aufbauende Bebauungspläne verbindlich wird.
Dem Einzelhandel wird dabei eine wichtige Magnetfunktion zugeschrieben, der Menschen in die Zentren ziehen soll, wo sie darüber hinaus auch Dienstleistungs-, Gastronomie- und Kulturangebote sowie Treffpunkte vorfinden können. Das Konzept benennt 32 solcher sogenannten zentralen Versorgungsbereiche, die hierarchisch geordnet sind – von der Innenstadt, über Stadtbereichszentren wie die Marktallee in Hiltrup, Stadtteilzentren wie Wolbeck-Mitte und Nahversorgungszentren wie in der Aaseestadt.
Ein weiteres Ziel des Konzepts ist eine gute Nahversorgung, möglichst viele Menschen in Münster sollen zu Fuß oder mit dem Fahrrad ihre Lebensmitteleinkäufe erledigen können. Zur Ergänzung der Zentren gibt es in Münster daher 29 Nahversorgungslagen, die mindestens über einen Lebensmittelsupermarkt verfügen. Ein weiterer attraktiver Baustein der Nahversorgung sind die ebenfalls im Konzept aufgeführten 13 Wochenmärkte im Stadtgebiet.
Zahl der Einzelhandelsbetriebe gesunken
Die seit 2024 im Rahmen eines breit angelegten Beteiligungsprozesses entwickelte Fortschreibung des Konzepts ist die dritte Aktualisierung nach 2009 und 2018. Dafür wurden umfassende Daten zum Einzelhandel in Münster erhoben. Diese zeigen, dass die Anzahl der Einzelhandelsbetriebe in Münster zwischen 2015 und 2024 von 1.955 auf 1.613 gesunken ist. Das entspricht einem Rückgang von 17,5 Prozent. Die Gesamtverkaufsfläche ist im selben Zeitraum um 8,3 Prozent zurückgegangen – von 644.500 Quadratmetern auf 590.700. Beides ist insbesondere Folge des zunehmenden Online-Handels.
Trotz des Rückgangs schneidet Münster im bundesweiten Vergleich gut ab: Pro Einwohnerin oder Einwohner gibt es 1,84 Quadratmeter Verkaufsfläche – im deutschlandweiten Durchschnitt sind es lediglich 1,51 Quadratmeter.
Die erhobenen Daten zeigen aber auch, dass 67 Prozent der Einzelhandelsbetriebe (Stand 2024) innerhalb der zentralen Versorgungsbereiche liegen, die gut geeignet für eine Bündelung von Einzelhandelsangeboten sowie leicht erreichbar sind. Im Vergleich zu 2015 (65 Prozent) ist der Wert als indirekte Folge des Einzelhandelskonzepts leicht angestiegen. Eine ähnlich positive Entwicklung gab es bei der Verkaufsfläche: 2024 lagen hier 54 Prozent innerhalb zentraler Versorgungsbereiche – 2015 waren es 52 Prozent.