Der Recyclinghof Hiltrup an der Glasuritstraße soll durch einen deutlich größeren einige Hundert Meter weiter an der Hansestraße ersetzt werden. Dort sollen zukünftig auch Anhänger-Anlieferungen möglich sein.
Ab dann werden auch in Münsters Süden Anlieferungen mit Anhängern und Fahrzeugen mit einer Höhe über zwei Metern möglich sein. Am Mittwoch, 7. Oktober, hat der Rat die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (awm) durch den Grundsatz- und Errichtungsbeschluss mit den weiteren Planungen beauftragt. Neben mehr Service und erweiterten Öffnungszeiten wollen die awm auf dem neuen Hof auch Möglichkeiten für die Wiederverwendung gut erhaltener Dinge ausbauen. Der Baubeginn ist für Anfang 2028 vorgesehen, die erste Kostenschätzung liegt bei rund 9,5 Millionen Euro.
Der entscheidende Unterschied zum heutigen Hiltruper Recyclinghof: Der neue Standort soll mit 15.000 Quadratmetern nicht nur etwa zehn Mal so groß werden wie der derzeitige, nur wenige Hundert Meter entfernte Hof an der Glasuritstraße; Anlieferungen mit Anhängern und Fahrzeugen von mehr als zwei Metern Höhe sollen künftig auch direkt in Hiltrup möglich sein. Bislang ist das nur in Münsters Norden am Entsorgungszentrum Coerde, Zum Heidehof 80, möglich. Mit dem neuen Standort in Münsters Süden wollen die awm zugleich die Zufahrten zum Recyclinghof in Coerde entlasten.
Mehr Service und Angebote zur Wiederverwendung
Der neue Recyclinghof in Hiltrup soll künftig an sechs statt an derzeit drei Wochentagen öffnen. Vorgesehen sind Öffnungszeiten montags bis freitags von 8.30 bis 19 Uhr sowie samstags von 9.30 bis 19 Uhr. Geplant sind unter anderem eine Fahrzeugwaage, eine eigene Fahrradspur, begrünte und teilweise überdachte Anlieferungsbereiche für Abfälle, Wert- und Schadstoffe sowie ein digitales System, das online über die aktuelle Wartezeit informiert.
Einen besonderen Fokus legen die awm zudem darauf, Wiederverwendungsangebote auszubauen. Schon jetzt steht auf jedem der elf Recyclinghöfe in Münster eine zu einer „Wechselstube“ umgebaute Telefonzelle für noch gut erhaltene Gegenstände. Weitere Ideen und Konzepte, zum Beispiel für Tauschbörsen oder Repair-Cafés, werden von Beginn an in die Planungen des neuen Recyclinghofs integriert.
Alter Hof wird aufgegeben
Der heutige Recyclinghof Hiltrup wird durch den neuen Hof abgelöst. Das bisherige Grundstück an der Glasuritstraße wurde im Rahmen eines Grundstückstauschs bereits an BASF Coatings (jetzt Surventis) übertragen. Perspektivisch wird so Platz frei für die Erweiterung des Chemiewerks.
Die Stadt erhielt im Gegenzug für den neuen Recyclinghof in Hiltrup das wesentlich größere und wesentlich verkehrsgünstiger gelegene Grundstück an der Hansestraße. Der neue Standort ist Teil des Recyclinghofkonzepts 2030 der awm. Die ursprüngliche Planung sah für Hiltrup einen größeren Haupthof und zusätzlich einen Zentralhof im Süden Münsters vor. Weil kein weiteres geeignetes Grundstück gefunden werden konnte, werden beide Funktionen nun an der Hansestraße zusammengeführt. Der Recyclinghof an der Eulerstraße im Gewerbegebiet Loddenheide bleibt als Haupthof bestehen.
Die genaue Kosten-, Betriebs- und Personalplanung wird mit dem späteren Baubeschluss vorgelegt.