Inschriften von 261 Kriegsgräbern auf dem Zentralfriedhof erneuert
Da sich die Grabsteine nicht mehr sinnvoll nachbearbeiten ließen, brachte die Stadt neue Inschriften an. Die Kosten wurden vollständig aus Bundesmitteln finanziert.
Die neuen Beschriftungen bestehen aus Glaselementen mit beschrifteter Folie, die mithilfe von Abstandshaltern an den Grabsteinen befestigt sind. Das Verfahren stimmte die Stadt mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ab.
„Hinter jedem Namen steht ein Mensch, hinter jedem Datum ein Schicksal. Dass bis heute Kerzen und Blumen an den Kriegsgräbern niedergelegt werden, zeigt, dass diese Menschen nicht vergessen sind. Wir müssen die Erinnerung an sie bewahren und uns bewusst machen, wohin Krieg und Gewalt führen“, betonte Stadtrat Wolfgang Heuer, zugleich Kreisvorsitzender des Volkbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge bei einem Vor-Ort-Termin am Donnerstag, 29. Oktober.
Im Zuge der Sanierung glich die Stadt die Angaben auf den Grabsteinen mit der offiziellen Kriegsgräberliste ab. Dabei stellte sie Abweichungen fest. Das Stadtarchiv Münster prüfte die Angaben anhand amtlicher Unterlagen, darunter historische Sterbeeinträge des Standesamts.
Auf dem Zentralfriedhof gibt es insgesamt 497 Kriegsgräber aus dem Ersten Weltkrieg in konfessionell getrennten Feldern. Zusätzlich wurden dort 81 Tote des Zweiten Weltkriegs bestattet.
„Die Grabsteine aus dem Ersten Weltkrieg bestehen überwiegend aus Beton mit Sand-Gemischfüllung. Ihre Inschriften sind vielfach kaum noch lesbar. Die Grabsteine aus dem Zweiten Weltkrieg sind dagegen aus Naturstein gefertigt; ihre Inschriften sind überwiegend noch gut erhalten. Eine Sanierung war deshalb dort bislang nicht erforderlich“, sagte Nachhaltigkeitsdezernent Arno Minas.
Als Nächstes will die Stadt die Inschriften auf dem Kleinen und Großen Evangelischen Feld des Zentralfriedhofs erneuern.