Der Neubau der Grundschule York ist mit dem BDA-Architekturpreis 2026 Münster-Münsterland ausgezeichnet worden.
In diesem Jahr wurden 55 Bauprojekte beim BDA-Architekturpreis Münster-Münsterland eingereicht – so viele wie nie zuvor. Die Grundschule York gehört zu den fünf ausgezeichneten Projekten und nimmt damit am Landeswettbewerb des BDA teil.
Der Entwurf für das Schulgebäude ging aus einem Architektenwettbewerb hervor, den das Büro „Hehn Scholz Pohl Architekten“ gewann. Die Gebäude fügen sich sensibel in das historische Kasernenareal ein. Die Fassade greift die steinerne Prägung des Ortes auf, ohne sie zu kopieren. Eine Besonderheit ist der sogenannte „Second-Hand-Klinker“: Zum Einsatz kamen Klinker aus einem für den Neubau abgerissenen Gebäude auf dem Gelände sowie bereits verwendete Steine aus Heinsberg und dem Ruhrgebiet.
Im Inneren ist die Schule in vier Lerncluster mit Unterrichts-, Betreuungs- und Differenzierungsräumen gegliedert. Die Jury hob die „lichtdurchfluteten Räume, differenzierte Blickbeziehungen und die enge Verzahnung von Innen- und Außenräumen“ hervor, die eine „offene, anregende Lernumgebung“ schaffen. Die Architektur wirke dabei als „dritter Pädagoge“ und unterstütze unterschiedliche Lernformen.
Eine zentrale pädagogische Mitte bietet Raum für gemeinschaftliches Lernen und unterschiedliche Lehrformen. Die gemeinschaftlich nutzbare Aula soll zudem das Miteinander im neuen Quartier stärken. Photovoltaik, begrünte Dächer und in die Fassade integrierte Fledermauskästen ergänzen das Nachhaltigkeitskonzept.
Das städtische Amt für Immobilienmanagement hat den Neubau mit Unterstützung von NRW.Urban umgesetzt. Die Gesamtkosten lagen bei rund 36,57 Millionen Euro und damit rund 9,27 Millionen Euro unter dem Projektbudget von 45,84 Millionen Euro. Dazu trugen zwei Faktoren bei: Der 2022 angesichts gestiegener Baupreise eingeplante Risikopuffer musste nicht vollständig ausgeschöpft werden. Zudem ermöglichten Anpassungen in der Planung weitere Einsparungen.
Hintergrund
Der Architekturpreis Münster Münsterland wird alle drei Jahre vom Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) Münster-Münsterland vergeben. 2026 findet der Wettbewerb zum siebten Mal statt. Zugelassen waren Gebäude, die nach dem 1. Januar 2023 fertiggestellt wurden und sich in Münster oder den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf befinden. Fünf Projekte erhielten eine Auszeichnung, vier weitere eine Anerkennung.
Alle 55 eingereichten Projekte sind bis zum 24. Oktober 2026 in der Stadthausgalerie Münster ausgestellt. Die Ausstellung ist mittwochs bis samstags von 12 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Sonntags, montags und dienstags bleibt sie geschlossen.