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Kongresspreis für Biologie-Professor und KI-Festival

Oberbürgermeister Tilman Fuchs hat am Montagabend, 2. November, im Erbdrostenhof den Kongresspreis 2026 der Kongressinitiative Münster verliehen. 

Die Auszeichnung erhielten in diesem Jahr Prof. Michael Hippler vom Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Universität Münster sowie Dr. Bernard Sonnenschein und Marcel Windau, Geschäftsführer des Festivals „data:unplugged“, das sich mit Künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigt.

„Die großen Fragen unserer Zukunft lassen sich nicht im Alleingang beantworten. Es braucht den Austausch zwischen Disziplinen, zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und der Gesellschaft. Genau das ermöglichen die ausgezeichneten Preisträger. Sie zeigen, dass Münster ein Ort ist, an dem internationale Forschung und technologische Innovation auf Interesse, Offenheit und engagierte Menschen treffen. Sie setzen wichtige Impulse, tragen Zukunftsthemen in die Gesellschaft und stärken Münster als innovativen und zukunftsorientierten Kongress-Standort“, erklärte der Oberbürgermeister vor rund 140 geladenen Gästen.

In diesem Jahr wurde der Kongresspreis zum fünften Mal vergeben. Mit der Auszeichnung würdigt die Kongressinitiative Münster seit 2014 Akteurinnen und Akteure, die herausragende lokale, nationale und internationale Tagungen und Kongresse nach Münster geholt und damit als Botschafterinnen und Botschafter der Stadt gewirkt haben. In der 2001 gegründeten Initiative arbeiten zehn verschiedene Organisationen gemeinsam an der Profilierung des Kongressstandortes Münster. Die Geschäftsführung liegt beim Kongressbüro von Münster Marketing.

„Münster ist ein hervorragender Ort für Kongresse, Tagungen und Begegnungen. Denn ein erfolgreicher Kongress besteht nicht nur aus einem guten Programm und interessanten Vorträgen. Er lebt vor allem von den Menschen, die zusammenkommen, Ideen austauschen und gemeinsam etwas bewegen. Münster bietet dafür beste Voraussetzungen: Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Lebensqualität treffen hier aufeinander“, erklärte Dr. Robert Zeidler, Vorstandsvertreter der Sparkasse Münsterland Ost, die Sponsor der Preisverleihung war.

International renommierte Konferenz zu einzelligen Grünalgen

Prof. Michael Hippler lehrt und forscht am Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Universität Münster. Den Kongresspreis erhielten er und sein Team für die „International Conference on the Cell and Molecular Biology of Chlamydomonas“, die sie im August 2025 nach Münster geholt hatten. Die Konferenz, die sich der Erforschung der einzelligen Grünalge als Modellorganismus widmet, hat in der Wissenschaft internationale Strahlkraft. 2023 richtete die renommierte Princeton University in den USA sie aus.

„Ohne die herausragende Forschungsarbeit von Prof. Hippler und seinem Team und seinem Engagement in der Wissenschaftscommunity hätte dieser international bedeutende Kongress niemals in Münster stattgefunden“, begründete Bernadette Spinnen, Leiterin von Münster Marketing, die Entscheidung der Jury. „Der Kongress hat rund 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt aus Disziplinen wie Physiologie, Biochemie, Biophysik und Medizin in Münster zusammengeführt. Sie konnten dabei auch ein wenig „Münster DNA“ erleben, sodass viele der Gäste aus Asien, den USA und Europa zu internationalen Münster-Botschaftern geworden sind.“

Die Laudatio hielt der designierte Nobelpreisträger Prof. Peter Hegemann vom Institut für Biologie, Experimentelle Biophysik der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Forschung begann mit der Frage, wie einzellige Grünalgen Licht wahrnehmen und ihre Bewegung danach ausrichten. Im Oktober hatte das Nobelkomitee bekanntgegeben, dass er gemeinsam mit zwei weiteren Wissenschaftlern im Dezember den Medizin-Nobelpreis erhält. Hegemann ist in Münster geboren und studierte hier auch.

KI-Festival mit Strahlkraft

Mit dem zweiten Kongresspreis zeichnete die Kongressinitiative ein besonders innovatives Format aus: Dr. Bernard Sonnenschein und Marcel Windau, Gründer und Co-CEOs der Datenbusiness GmbH mit Sitz in Münster, nahmen den Preis für ihr KI-Festival data:unplugged entgegen. 2025 besuchten über 5.000 Teilnehmende die data:unplugged im MCC Halle Münsterland, 2026 waren es bereits mehr als 12.000 Gäste. Das Festival ist für den Standort Münster und die Region von hoher Relevanz, weil es die enge Verzahnung von Wissenschaft, Start-ups und etablierten Unternehmen in der Stadt nutzt und stärkt.

„data:unplugged ist weit mehr als eine reine Fachveranstaltung. Das Festival schafft Sichtbarkeit für das Thema Künstliche Intelligenz und bringt Unternehmen, Wissenschaft, Politik sowie die Gesellschaft in Münster miteinander ins Gespräch. Durch die breite Ausrichtung wird nicht nur Fachpublikum erreicht, sondern Menschen aller Altersgruppen – von Jugendlichen bis hin zu älteren Generationen, die sich über Chancen und Herausforderungen im Zusammenhang mit KI informieren können. Der Kongress hat dadurch eine besondere Strahlkraft, er fördert den Wissenstransfer, schafft gesellschaftliche Akzeptanz für Zukunftstechnologien und trägt dazu bei, Münster als Vorreiter im KI-Bereich sichtbar zu machen“, erläuterte Bernadette Spinnen die Entscheidung der Jury.

Die Laudatio für die Gründer und Organisatoren der data:unplugged hielt Esther Möllemann, Marketing-Leiterin der GuideCom AG mit Sitz in Münster.

Kriterien für die Auszeichnung

Eine Jury, besetzt mit Vertreterinnen und Vertretern der Kongressinitiative, hatte die Preisträger ermittelt. Entscheidungskriterien für die Auswahl der Kongresse waren unter anderem die Aspekte Internationalität, Nachhaltigkeit bei Organisation und Durchführung, Nachwuchsförderung sowie Einbindung von Wirtschaft und Öffentlichkeit. 

Für den diesjährigen Preis berücksichtigte die Initiative Kongresse der Jahre 2023 bis 2025, die das Kongressbüro bei Münster Marketing betreut hat. Dazu kamen solche, die im MCC Halle Münsterland, den Tagungshotels in Münster und in außergewöhnlichen Locations ausgerichtet wurden.

Hintergrund

Mitglieder der Kongressinitiative Münster sind: Universität Münster, FH Münster, MCC Halle Münsterland, Hoga Münster, IHK Nord Westfalen, Stadtwerke Münster, Wirtschaftsförderung Münster, Münsterland e.V., FMO, Münster Marketing.

Der Kongresspreis wurde gestaltet von Prof. Steffen Schulz, FH Münster. Die stilisierte Sprechblase symbolisiert die Kommunikation, den verbalen Austausch, der bei Kongressen im Mittelpunkt steht.

Kongressinitiative Münster