Archivbild: Aufgrund der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises kommt es am Donnerstag, 1. Oktober, zu Einschränkungen in der Innenstadt von Münster. Das Foto zeigt den abgesperrten Prinzipalmarkt vor der Verleihung des Sonderpreises des Westfälischen Friedens an Margot Friedländer am 4. April 2025.
Der Prinzipalmarkt wird nach Angaben der Polizei von circa 10.30 Uhr bis voraussichtlich 18.30 Uhr für den Verkehr gesperrt. Zu Fuß wird der Zugang zu den anliegenden Geschäften und Praxen weiterhin möglich sein. Auch das Stadthaus 1 bleibt in Betrieb und hat für Bürgerinnen und Bürger geöffnet. Das historische Rathaus und das Stadtweinhaus sowie der Rathausinnenhof sind hingegen aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich.
Empfang im Friedenssaal
Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) verleiht den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens in diesem Jahr an die NATO. Stellvertretend für das Verteidigungsbündnis nimmt Generalsekretär Mark Rutte die Auszeichnung entgegen. Bundeskanzler Friedrich Merz hält die Laudatio auf den Preisträger.
Den Jugendpreis erhält in diesem Jahr „socioMovens – Giving Europe a Soul“. Die Organisation ist ein internationales Jugendnetzwerk mit Wurzeln in Mittel- und Osteuropa, das soziales Engagement, europäische Verständigung und eine werteorientierte Jugendkultur fördert. Die Laudatio auf socioMovens hält der kanadische Kardinal Michael Czerny.
Die Verleihung findet von 16 bis 18 Uhr im Rathausfestsaal statt. Zuvor empfängt Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs die Gäste im Friedenssaal, wo sie sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen.
Verleihung im Livestream
Der Jugendpreisträger richtet in der Bezirksregierung Münster ein World Café aus, zu dem junge Menschen und interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind, aktiv am Format teilzunehmen und europäischen Austausch mitzuerleben. Von 16 bis 18 Uhr besteht dort auch die Möglichkeit die Verleihung per Stream live zu verfolgen.
Tradition seit 1998
Alle zwei Jahre verleiht die Wirtschaftliche Gesellschaft den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens und zeichnet damit besonderes Engagement für nachhaltigen Frieden und internationale Verständigung aus. Der Preis ist zweigeteilt, in einen Haupt- und einen Jugendpreis und mit 100.000 Euro dotiert.
Er wurde aus Anlass der 350-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens im Jahr 1998 erstmals verliehen. Der Westfälische Frieden von 1648 wurde in Münster und Osnabrück verhandelt und gilt als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer europäischen Friedensordnung und zur Entwicklung des heutigen Völkerrechtes.
Der tschechische Präsident Vaclav Havel war 1998 der erste Preisträger. Zuletzt erhielt der französische Präsident Emmanuel Macron 2024 den Friedenspreis, mit einem Sonderpreis wurde die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer im vergangenen Jahr für ihre unermüdliche Erinnerungsarbeit ausgezeichnet.