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Stadt passt Kita-Planung an sinkende Kinderzahlen an

Die Stadt reagiert bei der Kindertagesbetreuung auf sinkende Kinderzahlen: In den Kindertageseinrichtungen (Kitas) gibt es erstmals weniger Plätze als im Vorjahr. Der Kindertagesbetreuungsbericht 2025/2026, der am Mittwoch, 7. Oktober, im Rat der Stadt vorgestellt wurde, zeigt die Anpassung der Kita-Planung an die veränderten Bedarfe.

Kinder spielen am Sandspieltisch
Bildrechte: Stadt Münster

In Münsters Kindertageseinrichtungen (Kitas) gibt es im laufenden Kitajahr erstmals weniger Plätze als im Vorjahr.

Die Zahl der Kinder bis sechs Jahre sank von 16.261 im Kitajahr 2024/2025 auf 15.199 in diesem Kita-Jahr – das sind 1.062 Kinder weniger. Die Zahl der Plätze ging im selben Zeitraum um 576 von 13.216 (2024/2025) auf 12.640 (2026/2027) zurück. Verschiedene Kita-Träger haben seit 2025 ihre Trägerschaft zurückgegeben. Acht Einrichtungen in Gievenbeck, Mecklenbeck, Roxel, Münster-Mitte, Coerde und Kinderhaus wurden im Zuge dieser Entwicklung geschlossen; drei weitere Schließungen sind bis 2028 vorgesehen.

Der bundesweite Trend rückläufiger Kinderzahlen zeigt sich auch in einer geringeren Nachfrage nach Plätzen in der Kindertagespflege: Die Zahl der Plätze sank von 1.002 Plätzen im Jahr 2025 auf 804 Plätze in diesem Jahr. Der Großteil der Plätze (453) wird dabei in den 62 Großtagespflegestellen im Stadtgebiet angeboten.

Lösung für die Großtagespflege gesucht

Der Erhalt der Großtagespflegestellen ist für Politik und Verwaltung ein wichtiges Anliegen. Die Stadt Münster übernimmt den überwiegenden Anteil der Mietkosten für die Großtagespflegestellen und hat damit die Grundlage für eine tragfähige Infrastruktur der Kindertagespflege geschaffen. Im Zuge von Betriebsprüfungen einzelner selbstständig tätiger Kindertagespflegepersonen hat die Finanzverwaltung diese Mietzahlungen als steuerpflichtigen Mietkostenzuschuss bewertet. Dadurch sind für betroffene Kindertagespflegepersonen Steuernachzahlungen entstanden.

Die bisherige Vertragsgestaltung besteht seit nahezu 20 Jahren und wurde über viele Jahre nicht von der Finanzverwaltung beanstandet. Aufgrund der veränderten steuerlichen Bewertung passt die Verwaltung die Vertragsgestaltung für die Zukunft an. Die Verwaltung ist hierzu mit verschiedenen Beteiligten im Gespräch. Gleichzeitig wird nach Möglichkeiten gesucht, wie die betroffenen Kindertagespflegepersonen in der aktuellen Situation unterstützt werden können.

Insgesamt bleibt die Versorgung mit Betreuungsplätzen trotz der rückläufigen Kinderzahlen stabil. Die Versorgungsquote liegt bei Kindern unter drei Jahren (u3) bei 55,9 Prozent und bei den über Dreijährigen (ü3) bei 107,7 Prozent. Das heißt, für derzeit 7.200 u3-Kinder stehen 4.024 Plätze in Kitas und Kindertagespflege zur Verfügung, wobei nicht alle Eltern für ihr Kind eine Betreuung benötigen. Für 7.999 ü3-Kinder gibt es 8.616 Plätze.

Die veränderten Kinderzahlen führen auch zu einem Kurswechsel bei der Kita-Planung. Während in den vergangenen Jahren vor allem der Ausbau des Platzangebots im Mittelpunkt stand, richtet die Stadt die Planung nun stärker am tatsächlichen Bedarf in den einzelnen Wohnbereichen aus. Neue Plätze sollen dort geschaffen werden, wo sie langfristig benötigt werden. Gleichzeitig werden bestehende Angebote an die veränderte Nachfrage angepasst.

Unterschiede in den Stadtteilen

Dabei ist die Entwicklung in den einzelnen Stadtteilen und Wohnbereichen unterschiedlich. Während es in einigen Wohnbereichen in den Stadtteilen bereits freie Kapazitäten gibt, besteht in einzelnen innenstadtnahen Wohnbereichen weiterhin zusätzlicher Betreuungsbedarf.

Die Stadt will deshalb weiterhin stadtteilbezogen steuern und ein bedarfsgerechtes Angebot sicherstellen. In größeren Neubaugebieten wie in Albachten-Ost sind weitere Kita-Angebote geplant, in anderen Wohngebieten sind Flächen für eine Kitaplanung reserviert. Ob und wann diese umgesetzt werden, hängt von der tatsächlichen demografischen Entwicklung und dem langfristigen Bedarf ab. Da sich einige Kita-Träger in Gebäuden befinden, die langfristig nicht mehr genutzt werden können, sind weiterhin Ersatzgebäude erforderlich.

Zum Amt für Kinder, Jugendliche und Familien